Fußball

Geisterspiele: Zwischen Theorie und Praxis

(ace). Jetzt haben sogenannte Geisterspiele also auch in der Fußball-Hessenliga Einzug gefunden. Neben der Partie Viktoria Griesheim - FV Bad Vilbel war noch die Begegnung zwischen Hessen Dreieich und dem 1. FC Erlensee in der bundesweit fünfthöchsten Spielklasse von einem Zuschauerausschluss betroffen. Aufgrund der stark angestiegenen Infektionszahlen der Pandemie ordneten die zuständigen Landkreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach an, dass "beim Sportbetrieb im Trainings- und Wettkampfbetrieb Zuschauende in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel nicht gestattet sind".

Nun besteht zwischen Theorie und Praxis oftmals ein himmelweiter Unterschied. Gänzlich ohne Zuschauer fand die Begegnung im Stadion am Hegelsberg nämlich nicht statt. Auf der anliegenden Straße versammelten sich zahlreiche Kiebitze und konnten das Spielgeschehen von außen verfolgen.

Die sich auf dem Vereinsgaststätte befindende Terrasse der Gaststätte nutzten handgezählte 27 Anhänger als Schlupfloch, um der Partie doch beizuwohnen. Um den Platz herum tummelten sich dann noch inklusive der Medienvertreter und einer auffallend hohen Zahl an Personen mit klassischen Ordnerbinden noch weitere 20 Zuschauer. Letztlich war der Heimverein der Verlierer, dem Zuschauereinnahmen gänzlich entgingen, der das aus Birstein im Kreis Gelnhausen angereiste Schiedsrichtergespann aber trotzdem auszahlen musste. "Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen ist nicht nachvollziehbar. Die kleinen Vereine zahlen die Zeche. Es ist erwiesen, dass unter freiem Himmel das Infektionsrisiko nicht gegeben ist", bringt der Griesheimer Spielausschuss-Vorsitzende Uwe Krichbaum wenig Verständnis auf.

FV-Trainer Amir Mustafic fand bemerkenswert: "Woanders sitzen in Cafes in geschlossen Räumen Leute eng zusammen, und hier im Freien darf kein Zuschauer rein, wo doch so viel Platz zum Verteilen ist. Solche Entscheidungen sind unverständlich."

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