Geisterspiele möglich?

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(sid). DHB-Vorstandschef Mark Schober hält angesichts der Corona-Pandemie Geisterspiele auch im Handball für sinnvoll. "Das bringt uns bei den Medienrechten und den verbundenen Sponsoring-Rechten schon weiter", sagte Schober dem Magazin "Sponsors". Die Bundesliga hat ihre Saison vorerst bis zum 23. April ausgesetzt. Ob und wie es danach weitergeht, ist noch unklar.

Der Deutsche Handballbund (DHB) befürchtet jedenfalls große Auswirkungen der aktuellen Krise auf den Sport. "Wir machen uns schon große Sorgen um den Handballsport in Gänze", sagte Schober. Besonders seien die Bundesliga-Klubs betroffen, denen massive Einnahmen vor allem im Ticketing, dem mit rund 50 Prozent größtem Umsatzposten, verloren gehen. "Wenn der Spielbetrieb weiter ausgesetzt bleibt, fehlt es an allen Ecken und Enden", sagte Schober.

Im Zuge der Corona-Krise sind die Finalturniere in den großen europäischen Handball-Klubwettbewerben um drei Monate von Mai in den August verlegt worden. Wie die Europäische Handball Föderation EHF mitteilte, wird es zudem vor Juni keine Spiele in der Königsklasse und auch nicht im EHF-Cup geben.

Das Final Four der Champions League steigt am 22./23. August in Köln, neuer Spieltermin für die Finalspiele um den EHF-Cup in Berlin ist das Wochenende 29./30. August. Die Verschiebungen im internationalen Kalender haben auch Auswirkungen auf den Spielplan der deutschen Männer-Nationalmannschaft. So wurden die Playoff-Spiele für die WM 2021 in Ägypten (15. bis 31. Januar) gegen die Ukraine für die Woche vom 29. Juni bis zum 5. Juli angesetzt.

"Wir alle haben jetzt die Aufgabe, Lösungen im Sinne des Sports und auch des wirtschaftlichen Bedarfs der Vereine und Verbände zu finden und auf dieser Basis einen klaren Spielkalender zu erstellen", sagte Schober: "Über allem steht aber, dass wir die Corona-Pandemie in den Griff bekommen. Die Gesundheit aller ist der entscheidende Taktgeber aller Planspiele."

Unterdessen sieht Funktionär Bob Hanning in der Verschiebung der Olympischen Spiele und der ausgesetzten Qualifikationsturniere keinen Nachteil für die deutsche Nationalmannschaft. "Rein inhaltlich ist es sogar ein Vorteil", sagte der DHB-Vizepräsident in einem Interview des NDR-Hörfunks. Derzeit seien viele Stammspieler der Auswahl von Neu-Bundestrainer Alfred Gislason verletzt.

Der DHB-Vize geht davon aus, dass das ursprünglich für den April in Berlin vorgesehene Qualifikationsturnier zu einem späteren Zeitpunkt in unveränderter Besetzung gespielt wird. Deutschland würde mit Schweden, Slowenien und Algerien um zwei Startplätze für die Spiele in Tokio kämpfen.

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