Die SKG Albanischer Verein Wetterau hat zum Abschluss der ersten Saison im Spielbetrieb den Aufstieg in die Kreisliga B Friedberg feiern können. Das Mannschaftsfoto entstand vor dem Start der Saison 19/20. ARCHIVFOTO: PV
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Die SKG Albanischer Verein Wetterau hat zum Abschluss der ersten Saison im Spielbetrieb den Aufstieg in die Kreisliga B Friedberg feiern können. Das Mannschaftsfoto entstand vor dem Start der Saison 19/20. ARCHIVFOTO: PV

SKG Albanischer Verein: Aufstieg nach euphorischer Debüt-Saison

Das muss man als Neuling erst einmal so machen: Die SKG Albanischer Verein Wetterau hat zum Ende ihrer ersten Saison im Spielbetrieb gleich einen Aufstieg gefeiert. Die Euphorie in Ossenheim ist riesengroß. In der Spielzeit 2020/21 will der Klub sogar schon eine zweite Mannschaft stellen.

Wirft man einen Blick in die sozialen Medien, sieht man beim SKG Albanischer Verein Wetterau ein großes Bild der Mannschaft mit dem Schriftzug "Aufsteiger" darüber. Darunter werden die schon bekannten Neuzugänge vorgestellt und etwas weiter unten finden sich kurze Videos, in denen jeder Akteur die Arme verschränkt und zur Kamera blickt. Die Posts sind jeweils in Albanisch und in Deutsch verfasst. Man gibt sich Mühe im Verein, will sich ordentlich präsentieren. Die Euphorie ist spürbar, denn der Klub ist noch jung.

Erst knapp zwei Jahre ist es her, dass im August 2018 ein neuer Verein in Friedberg gegründet wurde, die vergangene Saison in der Kreisliga C Friedberg, Gruppe 2, war die erste Spielzeit auf Wettkampfebene. Man wollte eine angenehme Atmosphäre schaffen, Kontakte knüpfen, sich gut präsentieren - und hat dafür einiges getan. "Wir haben ordentlich die Werbetrommel gerührt, auch in den sozialen Netzwerken, und viel Zeit investiert", sagt der Vereinsvorsitzende Altin Hamiti. Man hatte schließlich auch Zeit, fast ein ganzes Jahr, bis es 2019 in die erste Fußballsaison ging. Bis dahin war der Verein bereits ordentlich gewachsen.

Viele Spieler, überwiegend mit albanischer Abstammung, hatte man zu sich geholt. Darunter Reaktivierte, aus höheren Ligen - solche, die sich von dem Konzept des Vereins überzeugen ließen. An der Spielstätte in Ossenheim hatte sich eine motivierte, junge und mit Teamgeist gespickte Truppe gebildet.

Zwölf Siege in Serie

Und dann ging es los. Vor über 200 Zuschauern mit dem ersten Testspiel gegen den FC Besa Gießen im Juni 2019. Die Atmosphäre war nahezu euphorisch. Und auch in der C-Liga lief es schnell wie am Schnürchen: Nach einer Auftaktniederlage gegen den späteren Meister 1. FC Rendel II gab es zwölf Siege am Stück und zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung. Erst in Spiel 14 riss die Serie mit einem 3:5 gegen den SG Rodheim II. "Die Spieler waren zu verwöhnt", erklärt sich Hamiti die Pleite. Dies sollte den Leistungen des SKG allerdings keinen Abbruch tun, denn auch im Nachhinein blieb man erfolgreich - und sicherte sich zum Ende der Saison den zweiten Rang. Es hatte alles etwas gebraucht, musste sich fügen beim Klub, wurde aber am Ende gut. "Die Spieler mussten erst in den Rhythmus kommen, hatten teilweise zwei bis drei Jahre nicht gespielt, und auch unser Trainer hatte zwar Erfahrung in Jugendbereich,m aber zuvor noch keine Herrenmannschaft trainiert", erklärt Hamiti. So lässt sich vielleicht auch der eine oder andere Punktverlust erklären.

In Sachen Aufstieg war man - wie viele - lange vorsichtig, wollte sich vor dem Hintergrund eines wahrscheinlichen Saisonabbruchs nicht zu früh freuen. Erst als die Sache endgültig war, wurde etwas gefeiert. Auch wenn es am Ende nicht für den Aufstieg gereicht hätte, hätte man das akzeptiert - darüber, dass aufgrund der Stärke der Mannschaft ein weiteres Jahr C-Liga schade gewesen wäre, war man sich aber einig. Denn auch bald zwei Jahre nach der Gründung herrscht nach wie vor ein toller Geist, zumal auch in der Saison die Heimspiele mit teils bis zu 200 Zuschauern zu Highlights wurden.

Fünf Neuzugänge

Diesen Spirit will man natürlich beibehalten, nun auch mit etwas höheren Anforderungen. Mit etwas anderer Mentalität bei den Gegnern, mehr ersten Mannschaften und wahrscheinlich reichlich neuen Eindrücken. Da kommt es natürlich gelegen, dass sich der Kader des Vereins nach wie vor vergrößert: Fünf Neuzugänge sind bereits bekannt, darunter Granit Bytyqi (reaktiviert nach Verletzung) und Giubega Sorin Alexander (zuvor KSG 1920 Groß-Karben), die dem Team zusätzliche Qualität geben sollen.

Der Kader hat damit eine Breite erreicht, dass der Klub in der nächsten Spielzeit auch mit einer zweiten Mannschaft an den Start gehen will. Mit dem A-Team wird es dann wohl zunächst um eine Etablierung eine Klasse höher gehen. Denn solange der Spaß da ist, will man beim SKG weiterhin alles geben. Für tolle Leistungen auf dem Platz, für eine gute Stimmung in der Mannschaft und um eine Bereicherung für die Wetterau zu sein - sportlich und kulturell.

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