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EC geht beim Endrunden-Start die Luft aus

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Enttäuschung bei den Roten Teufeln: Der Tabellenführer der West-Zwischenrunde kassierte zum Endrunden-Auftakt der Eishockey-Oberliga eine völlig überraschende 4:5 (1:2, 3:2, 0:0/0:1)-Niederlage nach Penaltyschießen bei den Icefighter Leipzig.

Der EC Bad Nauheim, der am Sonntag (19 Uhr) den EHC Dortmund empfängt, drehte während fünf starker Minuten im Mittelabschnitt einen 1:2-Rückstand in eine 4:2-Führung, die aber nicht über die Zeit gebracht werden konnte. Der dreifache Torschütze Lanny Gare verwandelte den einzigen Penalty der Gäste.

Die Roten Teufel deuteten schon frühzeitig individuelle Qualitätsunterschiede an, brachten diese allerdings nicht in der erwarteten Form zum Ausdruck. Beflügelt vom Ost-Gruppen-Endspurt und ebenso lautstark wie stimmungsvoll von 1500 Zuschauern in der dem Abriss geweihten Alten Messehalle 6 unterstützt, ließen die Gastgeber mit dem Tschechen Tomas Vrba als lauf- und spielstarkem Schlüsselspieler im ersten Abschnitt kaum klare Torchancen der Hessen zu und zeigten – wie beim Unterzahl-Break zum Führungstreffer durch Petr Hrach – ihre Kontergefährlichkeit auf (8.). Bad Nauheim, vor allem im Vergleich der dritten Formationen klar im Vorteil, antwortete durch den prompten Ausgleich durch Lanny Gare (Icefighter-Torwart Steve Themm hatte einen Andre-Mangold-Schuss abprallen lassen/9.), doch insgesamt wirkten die Gäste zu brav, mitunter zu schludrig und schienen die Aufgabe alleine mit spielerischen Mitteln lösen zu wollen. Mit einem verdeckten Schuss in Überzahl (Kevin Lavallee saß draußen) traf Oliver Kämmerer zum 2:1-Pausenstand für die Hausherren.

Bad Nauheim fand im Laufe des zweiten Abschnitts Zugriff auf das Spiel und den Gegner – und dann reichten den Roten Teufeln letztlich fünf Minuten, um die Partie zu drehen und in scheinbar vorentscheidende Bahnen zu lenken. Einen Geniestreich von Dylan Stanley, der merklich mit Knöchelproblemen zu kämpfen hatte, nutzte Gare zum Anschluss (25.). Drei Minuten später profitierte Janne Kujala von einem exakten wie fehlerhaften Zuspiel von Petr Hrach und verlud Steve Themm zum Ausgleich (28.). Weitere zwei Minuten später stocherte Gare im Powerplay den Nachschuss über die Linie. Die Roten Teufel hatten die Verhältnisse gerodnet. In der Halle war es still geworden. Leipzig, das offensiv nach der Pause überhaupt keine Akzente mehr gesetzt hatte, reagierte mit einer Auszeit. Und die zeigte Wirkung. Inkonsequentes RT-Defensivverhalten bestrafte Arthur Gross mit dem 3:4 (35.), und 21 Sekunden vor dem zweiten Wechsel nahm Kevin Nighbert einen fatalen Gare-Querpass auf und brachte die Icefigher mit dem Ausgleich wieder ins Spiel.

Mit Beginn des Schlussabschnitts forchierten die Gäste ihre Offensivbemühungen. Tobias Schwab und Dennis Cardona und Michel Maaßen hatten die erneute Führung auf dem Schläger, auf der anderen Seite mussten die etwa 40 mitgeresiten RT-Fans gleichermaßen die Luft anhalten, als Tomaz Vrba gleich dreimal an RT-Keeper Markus Keller scheitern sollte. Drei Minuten vor Schluss – beim vierten Powerplay – hatten die Wetterauer dann als Trümphe in der Hand, konten diese aber nicht ausspielen. Leipzig feierte diesen Punkt bereits wie einen Sieg und überstand schließlich auch eine RT-Überzahl in der Verlängerung.

Icefighter Leipzig: Steve Themm – Hrach, Ullmann, Jens Müller, Kämmerer, Billy Themm, Heinze – Nighbert, Lars Müller, Vrba, Henk, Kasperczyk, Gross, Breiter, Beringschmidt, König. – EC Bad Nauheim: Keller – Mangold, Baum, Weibler, Franz, Ketter, Kohl – Schwab, Gare, Stanley, Maaßen, Lavallee, Kujala, Cardona, Baldys, Striepeke.

Tore: 1:0 (8.) Hrach (Vrba – 4-5), 1:1 (9.) Gare (Mangold), 2:1 (15.) Kämmerer (Kasperczyk, Jens Müller – 5-4), 2:2 (25.) Gare (Stanley), 2:3 (28.) Kujala (4-5), 2:4 (30.) Gare (Franz – 5-4), 3:4 (35.) Gross (Kasperczyk), 4:4 (40.) Nighbert, 5:4 Penalty Henk. – Schiedsrichter: van Gameren (Berlin). – Strafminuten: Leipzig 10, Bad Nauheim 8. – Zuschauer: 1500. Michael Nickolaus

Gruppe A

Leipzig - Bad Nauheim 5:4 n.P.

Dortmund - Rostock 9:3

Gruppe B

Duisburg - Kassel 4:3

Halle - Timmendorf 3:4

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