Eishockey

Gehaltsverzicht zu "pauschal"

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(sid). Eishockey-Nationalspieler Moritz Müller hat in der Debatte um den Gehaltsverzicht der Spieler in der Deutschen Eishockey-Liga die Herangehensweise bemängelt. "Eine pauschale Lösung halte ich für nicht hilfreich, dafür sind die Voraussetzungen viel zu verschieden", sagte der Kapitän der Kölner Haie dem "Tagesspiegel": "Es gibt Spieler, die Acht-Monats-Verträge haben, oder Spieler wie mich bei den Kölner Haien, die über das gesamte Jahr angestellt sind. Es wurde Druck aufgebaut, dem Vorschlag uneingeschränkt zu folgen."

Bei den Haien haben mittlerweile alle Spieler dem Verzicht zugestimmt, bestätigte Müller. "Wir sehen, dass das Virus alle trifft, auch unsere Branche. In so einer Lage geht es darum, zusammenzuhalten. Das machen wir auch", so Müller: "Uns ist wichtig, dass auf Augenhöhe mit uns gesprochen wird, dass wir in den Gesprächen von der Liga abgeholt werden. Wir haben erreicht, dass die Perspektive der Spieler mehr wahrgenommen wird." Die DEL hat die Einwilligung der Spieler für einen 25-prozentigen Gehaltsverzicht mit der Lizenzierung der Klubs für die kommende Saison verknüpft.

Müller und Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers) sind die Köpfe hinter den Bemühungen, eine Gewerkschaft zu gründen. "Wir sind jetzt in der Gründungsphase, wir werden ein normaler Verein mit sieben Mitgliedern am Anfang sein, dann wird es darum gehen, die eingetretenen Spieler bestmöglich zu vertreten", berichtete Müller, der bereits positives Feedback erhalten hat: "Ich glaube, dass viele meiner Kollegen eintreten werden."

Müller ist dafür bekannt, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Bereits nach dem Wintergame hatte er sich beschwert, dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keine Szenen gezeigt wurden.

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