Gegenkandidat für Thorsten Bastian

  • Philipp Keßler
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(phk). Der Verbandstag des Hessischen Fußballverbandes (HFV) ist schon vor seinem Beginn am heutigen Samstag (10 Uhr) um eine Episode reicher: Die Wahl zum Verbandsfußballwart wird in einer Kampfabstimmung entschieden.

Thorsten Bastian (Rockenberg), Friedberger Kreisfußballwart, Frankfurter Regionalbeauftragter und kommissarisch stellvertretender Verbandsfußballwart, bekommt Konkurrenz von Matthias Bausch (Waldbrunn), dem ehemaligen stellvertretenden Verbandsfußballwart. Der war im Mai noch unter großem Aufsehen nach der Wahl eines neuen Regionalbeauftragten in Wiesbaden, bei der er nicht mehr kandidiert hatte, nicht mehr Teil des Verbandsspielausschusses und konnte damit auch nicht mehr seine Ämter als Klassenleiter der Hessenliga und des Hessenpokals ausführen. Daraufhin hatte er angekündigt, auch nicht mehr - wie eigentlich geplant - als Verbandsfußballwart kandidieren zu wollen. Nun tritt er aber doch an, um der Nachfolger von Jürgen Radeck (Ortenberg) werden, wie zuerst das osthessische Online-Fußballportal »Torgranate« meldete.

Matthias Bausch hat sich »neu sortiert«

»Ich bin sehr lange mit dem Gedanken schwanger gegangen, ob ich antreten soll. Ich habe Für und Wider abgewägt und mich nun dazu entschlossen, es zu versuchen. Wäre der Verbandstag planmäßig vonstatten gegangen, wäre ich bereits vor einem Jahr angetreten, aber dann überschlugen sich die Ereignisse und ich musste mich erst einmal neu sortieren. Das habe ich in den vergangenen drei Monaten getan und bin nun der festen Überzeugung, im Sinne des hessischen Amateurfußballs mit meiner Kandidatur die richtige Entscheidung zu treffen«, wird Bausch von der »Torgranate« zitiert. Und weiter: »Ich handle immer im Sinne des Fußballs und der kleinen Vereine, und das will ich jetzt wieder. Deswegen stelle ich mich zur Wahl.«

Unterstützt wird er dabei von seinem »Ex-Chef« Radeck. Der lässt sich von der »Torgranate« mit folgenden Worten zitieren: »Matthias vertritt die Werte, die mir wichtig sind. Ihm geht es immer um die Sache und nie um persönliche Befindlichkeiten, die zuletzt wieder im Vordergrund zu stehen schienen. Er ist der beste Kandidat, den der HFV ins Rennen schicken kann. Als mein Stellvertreter hat er das neun Jahre lang bewiesen. Ihm will ich am Samstag gratulieren.«

Und das obwohl Bausch infolge der Vorfälle im Mai in mehreren Medien von »Spielchen und Machenschaften innerhalb des Verbandes« gesprochen hatte, die zu seinem Rückzug geführt hätten, wohingegen ein Rücktritt Radecks oder Bauschs Neuwahl zum Regionalbeauftragten alles hätten verhindern können.

Auf den letzten Metern kommt es nun also noch zu einem Wahlkampf zwischen Bausch und Bastian. Letzterer nimmt die angekündigte Gegenkandidatur aber gelassen hin. Auf Nachfrage sagte er: »Es gehört zu einem demokratischen Prozess dazu, dass es bei Wahlen auch Gegenkandidaten geben kann. Wir werden sehen, für wen sich die Delegierten am Ende entscheiden. Ich nehme in jedem Fall jedes Ergebnis hin.«

Dennoch könnte sich an dieser Personalie, die unter Punkt 12 b) auf der 16 Punkte umfassenden Tagesordnung mit mehr als einem Dutzend Anträgen steht, für emotionale Diskussionen und sogar eine Spaltung der rund 400 Delegierten aus den 32 Kreisen sorgen. Es wird in jedem Fall mit einer mehrstündigen Veranstaltung im Stadion am Bornheimer Hang gerechnet.

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