Gefährliche Ausgangslage

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Vor knapp einem halben Jahr saßen die beiden Fußball-Lehrer Rudi Bommer und Alexander Conrad noch einträchtig nebeneinander und analysierten vor einer Handvoll von Sportjournalisten das zuvor Geschehene auf dem grünen Rasen. Am 15. Spieltag der Regionalliga Südwest hatte der SC Hessen Dreieich zu Hause gerade den FSV Frankfurt mit 2:1 besiegt, war dank eines imponierenden Zwischenspurts auf Rang 16 geklettert, während die Bornheimer mit zwei Punkten mehr auf dem Konto den 14. Platz belegten.

Vor knapp einem halben Jahr saßen die beiden Fußball-Lehrer Rudi Bommer und Alexander Conrad noch einträchtig nebeneinander und analysierten vor einer Handvoll von Sportjournalisten das zuvor Geschehene auf dem grünen Rasen. Am 15. Spieltag der Regionalliga Südwest hatte der SC Hessen Dreieich zu Hause gerade den FSV Frankfurt mit 2:1 besiegt, war dank eines imponierenden Zwischenspurts auf Rang 16 geklettert, während die Bornheimer mit zwei Punkten mehr auf dem Konto den 14. Platz belegten.

Und was damals kaum jemand für möglich gehalten hätte: Beim Rückspiel heute Nachmittag (14 Uhr) im Stadion am Bornheimer Hang stehen weder Bommer noch Conrad trotz ihrer großen Verdienste für die beiden Clubs mehr in der Verantwortung. Bommer und sein Assistent Ralf Weber erklärten Anfang April ihren Rücktritt, um noch einmal einen Impuls im Abstiegskampf zu setzen, zwei Wochen später wurde Conrad beim FSV Frankfurt entlassen.

Zwei Maßnahmen mit unterschiedlichem Ausgang: Auch unter Interimstrainer Volker Becker setzte sich die Talfahrt des Neulings fort, die 0:3-Niederlage am vergangenen Sonntag beim Bundesliga-Nachwuchs des VfB Stuttgart besiegelte den Abstieg des SC Hessen Dreieich, der in der Hessenliga. Beim FSV Frankfurt hingegen ist man wieder zuversichtlich, seinen Anhängern auch in der kommenden Saison viertklassigen Fußball unter halbprofessionellen Bedingungen bieten zu können. Seitdem der Sportliche Leiter Thomas Brendel auch das Amt des Cheftrainers übernommen hat, geht es bei dem langjährigen Zweitligisten aufwärts. Eine unglückliche 2:3-Niederlage in Pirmasens, eine respektables 2:2 gegen das Spitzenteam aus Ulm sowie der jüngste 4:0-Erfolg beim spielstarken Nachwuchs der TSG Hoffenheim dokumentieren den Aufwärtstrend der Bornheimer. "Ich finde es gut, wie die Mannschaft das Spiel gegen Ulm mit dem späten Gegentor weggesteckt hat. Es ist nicht selbstverständlich, dann in Hoffenheim so nachzulegen. Viele andere wären zusammengebrochen", lobte Brendel das wieder gewonnene Selbstvertrauen seiner Mannschaft, die während ihrer fatalen Niederlagenserie nach der Winterpause sehr oft die notwendige Leidenschaft vermissen ließ.

Drei Spieltage vor dem Saisonfinale haben es die Frankfurter selber in der Hand, die Klasse zu halten, auch wenn wahrscheinlich fünf Mannschaften den Gang in die Oberligen antreten müssen. Im Moment hat der FSV, der in einer Woche den VfB Stuttgart II empfängt, ehe er am letzten Spieltag beim SC Freiburg II gastiert, vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

"Wir wollen es unbedingt vor dem letzten Spiel in Freiburg entscheiden", setzt Brendel bei seiner Mission Klassenerhalt auf die beiden Heimspiele. Der frühere Oberliga-Torschützenkönig warnt allerdings davor, den heutigen Gegner zu unterschätzen: "Es birgt immer eine gewisse Gefahr, gegen eine Mannschaft zu spielen, die schon abgestiegen ist und bei der sich einzelne Spieler noch einmal präsentieren wollen", erklärte Brendel, der heute auf den gelbgesperrten Ahmed Azaouagh verzichten muss. "Er hat in den letzten Spielen seine Leistung abgerufen. Aber wir haben Spieler, die da reinrutschen können", so Brendel, der gestern seinen erst 18 Jahre alten Stürmer Marcus Weinhardt mit einem Profivertrag ausstattete.

Die Offenbacher Kickers haben am Freitagabend ihr Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II bereits mit 2:0 (2:0) gewonnen. Vor 3876 Zuschauern traf Nicklas Hecht-Zirpel zur Führung (7.), der eingewechselte Bad Nauheimer Jake Hirst sorgte in der 84. Minute für die Entscheidung. Es war sein erster Treffer seit 2. Dezember 2018. Michael Helms

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