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Gänsehaut pur in Friedberg

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Sieben Mal hat sich der Friedberger Marco Zinnel gegen die Lang-Gönser durchgesetzt und getroffen. Rechts Moritz Hofmann, links Johannes Biermann vom TSV.
Sieben Mal hat sich der Friedberger Marco Zinnel gegen die Lang-Gönser durchgesetzt und getroffen. Rechts Moritz Hofmann, links Johannes Biermann vom TSV. © Nicole Merz

(kun/mn) 43 Sekunden vor dem Ende schien der Lohn aus bis dato sehr starken 59:17 Minuten plötzlich doch noch einmal gefährdet.

Steffen Rosenschon, bis dato überragender Spielmacher der TG Friedberg, leistete sich eine unnötige Zweiminutenstrafe. Mit zwei Toren führten die Kreisstädter zu jenem Zeitpunkt im Gipfeltreffen der Handball-Bezirksoberliga, und mit einem Sieg würde die Mannschaft von Gert Eifert die Tabellenführung vier Spieltage vor Saisonabschluss übernehmen können. 30 Sekunden später die Gastgeber hatten den Schlusspunkt zum 25:22 (16:13)-Erfolg gesetzt - erhoben sich die gut und gerne 600 Zuschauer in der Sporthalle am Seebach von ihren Plätzen, begleiteten die Schlussmomente mit stehenden Ovationen. »Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey«, sang die junge TGF-Truppe, vollführte im Anschluss Freundentänze auf dem Parkett und hat den erstmaligen Aufstieg in die Landesliga vor Augen.

»Die Mannschaft war bis in die Haarspitzen motiviert, ist von Beginn an hochkonzentriert zu Werke gegangen und hat sich den Sieg in allen Belangen verdient«, freute sich Eifert über den Gipfelsturm seiner Mannschaft. Boris Langer gewann zwischen den Pfosten das Fernduell gegen Marcus Schmidt, zudem zeigten die Hausherren die größere Disziplin und zehrten über das gesamte Spiel hinweg von einem ebenso frühen wie klaren Fünf-Tore-Vorsprung.

Die Hallenuhr zeigte 3:37 Minuten als die TGF ihre bis dato fünf Angriffe mit einem Treffer abgeschlossen und Gäste-Coach Michael Razen angesichts eines 5:0-Zwischenstands zu einer Auszeit genötigt hatte. »Natürlich: Das war schon eine eine kleine Hypothek für Langgöns«, sah auch der Friedberger Übungsleiter in den starken Anfangsminuten den Grundstein für den letztlich souveränen Erfolg seiner Mannschaft. Über die gesamte Spieldauer konnten die Hausherren ihre Führung in der Folge behaupten, der TSV Lang-Göns kam in 60 Minuten nicht ein einziges Mal zum Ausgleich. Zwar gelang den Gästen beim 6:5 (13.) und 9:8 (16.) jeweils der Anschlusstreffer, zur Pause führten die Friedberger jedoch souverän mit drei Treffern (16:13).

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Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Eifert-Sieben keine Zweifel am Ausgang des Gipfeltreffens aufkommen. Zwar gelang dem TSV beim 19:18 (40.) erneut der Anschluss, binnen vier Minuten hatten die Kreisstädter ihren Drei-Tore-Vorsprung jedoch wiederhergestellt (21:18/44.). Beim 24:20 in der 51. Minute schien eine Vorentscheidung gefallen. »Insgesamt haben sich die Gäste trotz der Brisanz der Partie als äußerst faire Verlierer präsentiert«, betonte Eifert, der neben der schlagkräftigen Offensive in erster Linie in der 3-2-1-Abwehrformation den Schlüssel zum Erfolg ausmachte. »Damit haben wir Langgöns erfolgreich den Wind aus den Segeln genommen. Mit dieser offensiven Variante haben sich die Gäste spürbar schwer getan. Unter dem Strich war der Sieg hochverdient«, zeigte sich der Friedberger Coach angetan von der Leistung seiner Schützlinge.

Einzig in der Effektivität bei den Überzahlsituationen fand Eifert einen Kritikpunkt. Gerade in der Schlussphase leisteten sich die Gäste einige Hinausstellungen, die konsequenter hätten genutzt werden können. Da hätten die bangen Momente in der letzten Minute vermieden werden können.

»Der Siege, diese Kulisse - das war Gänsehaut pur. Jetzt müssen wir die Konzentration hoch halten. Die Weichen für den Aufstieg sind gestellt. Wir haben uns den Siebenmeter zur Meisterschaft erarbeitet, jetzt wollen wir ihn auch verwandeln«, sagt Eifert.

TG Friedberg: Langer, Zerulla; Jonscher, Schäfer (1), Mangels (2), Mos, Weitz, Wolf (5), Rosenschon (3/1), Kammel (6/2), Kahabka (1), Zinnel (7), Skrandies.

TSV Lang-Göns: Schmidt, Beigel; Biermann (1), Laudt (2), Bepler (1), Funke, Christopher Jänicke, Robin Jänicke (6/2), Rompf (5), Häußel (1), Gath (2), Keßler, Hofmann (4).

Steno: Schiedsrichter: Gärtner/Metz (HSG Kirch-/Pohl-Göns/Butzbach). – Zeitstrafen: 10:14 Minuten. – Siebenmeter: 4/3:2/2. – Zuschauer: 600.

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