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Hat Futsal im Fußballkreis Friedberg eine Zukunft?

  • Uwe Born
    VonUwe Born
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Kaum ein Fußball-Kreis in Hessen begeistert seine Fußballer für die Hallen-Variante Futsal so sehr wie der Friedberger. Doch nicht alles ist Gold.

Ist Futsal im Fußballkreis Friedberg Top oder ein Flop? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Fakt ist: Für den Kreisfußballausschuss wird es Jahr für Jahr schwieriger, die Vereine für die spezielle Form des Hallenfußballs zu motivieren. Gleichwohl zählt die heimische Region hessenweit zu jenen Kreisen, die mit einer überdurchschnittlich hohen Teilnehmerzahl ein Vier-Wochen-Event garantieren und ein wenig Abwechslung im fußballkargen Januar bieten. Die Kehrseite der Medaille: Durchschnittlich nur etwa 180 Zaungäste bei den vier Vorrunden-Turnieren, knapp über 200 Zahlende bei der Zwischen- und Endrunde am vergangenen Wochenende in der Petterweiler Sporthalle. Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Gibt es Mittel und Wege, diesen Abwärtstrend zu stoppen? Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg) bezieht Stellung zu den wichtigsten Fragen.  

Thorsten Bastian, die Futsal-Kreismeisterschaften 2018 sind Geschichte. Wie lautet Ihre Bilanz?

Bastian: Sie fällt durchaus positiv aus. Die Finalveranstaltung bewegte sich auf einem deutlich höheren spielerischen Niveau als die Vorrundenturniere. Was aber viel wichtiger ist: Es gab weder Verletzungen noch Rote Karten.

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Die Zwischen- und Endrunde ging zum zweiten Mal an einem Tag über die Bühne. Kritiker meinen, eine Entzerrung dieses finalen Programms, also zwei Turniertage, wäre die bessere Lösung.

Bastian: Dazu muss die betreffende Halle für zwei Tage zur Verfügung stehen, was auch in diesem Jahr nicht möglich gewesen wäre. Natürlich sind acht Stunden Hallenfußball für einen Teil der Aktiven und für die Zuschauer eine anstrengende Sache. Ob aber eine zweimalige Anreise für die Vereine in unserem großen Flächenkreis mit eventuell nur zwei Spielen am ersten Tag und ein Spiel am zweiten Tag der Weisheit letzter Schluss ist, sei dahingestellt. Futsal-Klassenleiter Harald Wilke wird in den nächsten Wochen mit den teilnehmenden Vereinen Kontakt aufnehmen. Auf der Basis der dann gewonnenen Erkenntnisse werden wir versuchen, im Interesse unserer Vereine die zukünftigen Veranstaltungen zu planen.

Die Endrunde in Friedberg? Das wäre unser großer Wunsch

Thorsten Bastian

Ist es nicht sinnvoll, die Zwischen- und Endrunde grundsätzlich im Wetterauer Zentrum auszutragen, also in der Kreisstadt Friedberg?

Bastian: Das wäre unser großer Wunsch. Ich habe bereits am letzten Samstag entsprechende Gespräche geführt. Aufgrund gewisser Vorkommnisse, die nicht der Kreisfußballausschuss zu verantworten hat, war in den letzten Jahren eine Durchführung der Finalrunde in Friedberg aber nicht möglich.

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Auch beim Thema Vorrundenbesetzung scheiden sich die Geister. Ist eine sportlich faire Auslosung anstatt einer Einteilung nach regionalen Erwägungen nicht die bessere Lösung?

Bastian: Wir haben in den vergangenen Jahren beide Varianten praktiziert. Ohne Zweifel profitieren einige Teams von der geographischen Einteilung, weil in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft nur unterklassige Vereine beheimatet sind. Aber mich hat in den letzten Jahren kein Verein deswegen angesprochen. Sollte dies demnächst der Fall sein, können wir entsprechende Planspiele vorantreiben, eben im Sinne unserer Vereine.  

Futsal hat erstmal Pause

Thorsten Bastian

Gibt’s Pläne, die Turniere durch zusätzliche Angebote interessanter zu gestalten?

Bastian: Die Sparkasse Oberhessen unterstützt uns seit vielen Jahren finanziell mehr als großzügig. Der komplette Betrag wird wieder an die Vereine ausgeschüttet. Sollten Ideen kursieren, die mehr Zuschauer in die Halle locken, wäre ich dankbar, sie mir zu verraten. Jedenfalls hatten Reisegutscheine, Karten für Bundesligaspiele und Trikotverlosungen in den vergangenen Jahren nicht den gewünschten Erfolg.

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Ein Blick in die Zukunft. Steht bereits fest, welche Vorrunden-Hallen bei angenommenen 40 Startern im Januar 2019 zur Verfügung stehen?

Bastian: Damit beschäftigen wir uns zu gegebener Zeit. Schwerpunkte sind zunächst die Abwicklung der Restspielzeit 2018 sowie die Organisation von zwei Großveranstaltungen im Raum Friedberg: Für den März haben wir Jimmy Hartwig, Integrationsbeauftragter des DFB und Ex-Nationalspieler, zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Christoph Käding, Klubchef des FC Ober-Rosbach, wird moderieren. Ferner richtet der Fußballkreis Friedberg den Vorstandstreff des Hessischen Fußball-Verbandes aus. Futsal bleibt im Fokus, hat aber erst mal Pause.

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