Auslaufmodell Futsal

Futsal-Endrunde: Wer hat überhaupt noch Bock?

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Noch 16 Teams sind übrig. Am Sonntag entscheidet sich in Florstadt, wer neuer Futsal-Kreismeister wird. Es könnte gleichzeitig der Letzte sein.

Welcher Verein steht im Rahmen der "Friedberger" Hallen-Kreismeisterschaften auf dem Siegertreppchen ganz oben und wird Nachfolger des zweimal in Folge siegreichen Titelverteidigers Türk Gücü Friedberg? 16 von ursprünglich 32 Mannschaften haben sich beim ""Sparkassen-Futsal-Cup 2019" für die am Sonntag ab 10 Uhr in der Florstädter Sporthalle steigende Zwischen- und Endrunde qualifiziert, wobei als Fazit der vier Vorrundenturniere in Butzbach, Petterweil, Echzell und Ober-Rosbach festzuhalten bleibt: Das hierzulande zum vierten Mal unter Futsal-Vorgaben durchgeführte Winter-Highlight stand bislang unter keinem guten Stern und offenbarte Merkmale eines Auslaufmodells.

Absagen, Verzichte, kaum Zuschauer

Trübe Aussichten: Kurzfristige Absagen (FC Karben II, VfR Ilbenstadt), Verzicht auf die Zwischenrunden-Teilnahme (TSV Ostheim), dazu ein stark gesunkenes Zuschauerinteresse und ein eklatanter Teilnehmer-Rückgang von zuletzt 40 auf nur noch 32 Teams: Die Zukunft des Wetterauer Indoor-Meetings ist nach Angaben von Thorsten Bastian (Rockenberg) mehr als ungewiss. "Die Ergebnisse einer Umfrage, die auf Initiative unseres Futsal-Klassenleiters Harald Wilke verschickt wurde, waren zwar enttäuschend, liegen aber hessenweit im Trend und kamen deshalb nicht überraschend. Von 57 Kreisvereinen, die wir zwecks besserer Koordination künftiger Hallenturniere um eine Stellungnahme gebeten haben, hat bislang nur ein Drittel geantwortet."

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Gerade einmal neun dieser Klubs hätten, so der Kreisfußballwart, ihr grundsätzliches Interesse an Hallenfußball bekundet: "Acht stimmten für Futsal, einer für die alte Variante. Für uns als Ausrichter heißt das: Aufwand und Nutzen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zueinander. Die Veranstaltung wird es in dieser Form wohl nicht mehr geben."

KOL mit größter Fraktion

Starterfeld: Fürs Finale am Sonntag, dessen organisatorische Abwicklung dem FC Nieder-Florstadt mit Futsal-Regelexperte Armin Kling an der Spitze obliegt, wünscht sich Bastian daher "einen würdigen Abschluss mit spannenden Spielen". Derweil setzt Kreisschiedsrichterobmann René Filges (Staden), der aus seiner Vorliebe für herkömmlichen Hallenfußball mit großen Toren keinen Hehl macht, vor allem auf Fairness: "Mehr Publikum als in der Vorrunde wäre auch nicht verkehrt." Von jenen Vereinen, die durchgekommen sind, stellt die Kreisoberliga mit sechs Vertretern einmal mehr die größte Fraktion, wobei insbesondere der mehrfache Hallenkreismeister SV Nieder-Weisel, der SV Bruchenbrücken und die TSG Ober-Wöllstadt in der Vorrunden überzeugt haben.

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Hinzu gesellen sich vier A-Ligisten (SV Ockstadt, SG Dorn-Assenheim/Weckesheim, SG Wohnbach/Berstadt, SV Hoch-Weisel) sowie die B-Ligisten SV Schwalheim und SSV Heilsberg. Als klare Turnier-Favoriten gelten freilich die Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg und FV Bad Vilbel, denen die Futsal-Cracks des Gruppenligisten SKV Beienheim (Turniersieger beim Nieder-Florstädter Silvester-Cup und beim Meeting in Oberrad) allerdings die Show stehlen könnten. Ähnliche Ambitionen hat der zweite Gruppenliga-Vertreter FCO Fauerbach eher nicht. Gleichwohl verfolgt Virginio Bazzoli, neuer Übungsleiter der Friedberger Vorstädter, die feste Absicht, beim finalen Turnier das spielerische Niveau seiner Futsal-Truppe angesichts des Mitwirkens von Cristian Bodea, Tim Botschek und Bogdan Muntean enorm zu verstärken.

Top-Spieler schauen zu

Teamstrukturen: Weil Futsal nicht jedermanns Sache ist, sind sich die Trainer einig: "Wer nicht will, kann pausieren, denn Fußball draußen hat absoluten Vorrang." Und so braucht auch nicht zu verwundern, dass etliche Top-Spieler unterm Hallendach – wenn überhaupt – lediglich als Zuschauer zu finden sein werden. Immerhin: Nieder-Weisel Coach Gökhan Kocatürk, der beim Kreisoberliga-Elften seinen Vertrag verlängert hat, kann mit Manuel und Sebastian Volp auf zwei seiner besten Akteure zurückgreifen. Im Tor kommt Neuzugang Nils Schäfer (bislang SKV Beienheim) für den privat verhinderten Stammkeeper Hendrik Maas zum Einsatz. "Mit Spaß am Spiel zumindest den Sprung ins Viertelfinale packen", fordert Kocatürk von seinen Leuten.

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Gültekin Cagritekin und Mustafa Fil sehen das Turnier eher als zusätzliche Trainingseinheit. "Klar, wir wollen auch unseren Titel verteidigen", sagen die Trainer des Hessenligisten Türk Gücü Friedberg, der beim Vorrundensieg in Gruppe 7 neben den Stammspielern Semun Biber und Michael Kohnke auch die Neuzugänge Gianni Petrone (Ex-Rot Weiß Hadamar) und Ugur Aslan (bislang FV Bad Vilbel) präsentierte. Derweil wird beim Friedberger Hessenliga-Rivalen FV Bad Vilbel Chefcoach Amir Mustafic fehlen, weil er am Sonntag ein FV-Testspiel in Oberrad (wahrscheinlich gegen den Regionalligisten SC Hessen Dreieich) für wichtiger hält. "In Florstadt trägt Dusan Bosancic, der Trainer unserer zweiten Mannschaft, die Verantwortung. Einige Spieler des Hessenliga-Kaders werden mit Sicherheit dabei sein", verrät Mustafic.

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Auch der SKV Beienheim setzt mit Uwe Fey auf seinen Reserve-Coach, denn Sebastian Spisla ist aus privaten Gründen verhindert. Feys Team wird hoch gehandelt, zumal Spieler wie Ante Paradzik, Mike Michalak, Matthias Pircek, Adrian Suarez oder Maximilian Heck auch in der Halle ihr Handwerk verstehen. Ebenfalls interessant: Holger Hess feiert auf dem Trainerstuhl der SG Rodheim Premiere, während der Spielertrainer der SG Dorn-Assenheim/Weckesheim, Marc-Oliver Schütz, auf Torjäger Marvin Jung baut. A-Ligist SG Wohnbach/Berstadt verkündete gegenüber der Vorrunde sogar drei Personalergänzungen, denn in der Florstädter Sporthalle kann Coach Marco Walter nicht nur die Stammspieler Jimmy Lee Lachmann und Dominik Ittner sondern – falls die Freigabe bis dahin erteilt worden ist – auch Rückkehrer Mustafa Agbulut (zuletzt SV Rainrod) aufs Parkett schicken.

1000 Euro für den Sieger

Siegprämien: Dank der finanziellen Unterstützung durch die Sparkasse Oberhessen warten auf die erfolgreichsten Teilnehmer neben Pokalen einmal mehr stattliche Geldpreise: Dem neuen Hallenkreismeister winken 1000 Euro, 500 Euro erhält der Turnierzweite, 300 Euro gibt’s für den Rangdritten und 250 Euro für den Vierten. Zudem dürfen die in den Viertelfinal-Duellen unterlegenen Mannschaften je 50 Euro mit nach Hause nehmen. Sonderpreise erhalten der beste Torschütze, der beste Torwart und der beste Turnierspieler.

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