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Fußballkreis Friedberg: Mit Minitoren und Rotationsprinzip

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Von: Christoph Sommerfeld

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Am Wochenende beginnt im Fußballkreis Friedberg der Spielbetrieb der Jugend. © Andreas Chuc

Es ist eine Zäsur für den Kinderfußball. Ab sofort spielen F- und G-Junioren in der Wetterau nur nach den neuen Regeln. Dabei wird fleißig rotiert, und Minitore kommen zum Einsatz.

Die kleinsten und jüngsten Kicker werden künftig anders an den Fußballsport herangeführt. Minitore, Schusszonen und Penaltys prägen ab sofort das Bild im Kreis Friedberg. Für die drei untersten Altersklassen sind die neuen Spielformen spätestens zur Saison 2024/25 umzusetzen - soweit die Vorgabe des DFB. In der Wetterau führt man die Regeln für die Jüngsten schon zur Saison 2022/23 ein, die an diesem Wochenende auch auf Kreisebene startet.

Mit 292 gemeldeten Mannschaften (davon 31 nur für Freundschaftsspiele) beim männlichen und weiblichen Nachwuchs lässt sich zunächst ein Aufwärtstrend im heimischen Raum ausmachen (Vorjahr: 258). Für F- und G-Junioren ist die neue Spielform verbindlich. In der abgelaufenen Runde lief die Funino-Variante in diesen Altersklassen noch parallel zum herkömmlichen Betrieb. »Für die G-Jugend kommt die Vorgabe vom HFV. Im Kreis haben wir uns zusammen mit den Vereinen entschlossen, die neuen Formen ab sofort ohne Alternative auch für die F-Junioren anzuwenden«, erklärt Dörthe Wacker, die Stellvertretende Kreisjugendwartin.

Die Bambini spielen in Dreier-Teams auf mehreren verkürzten Feldern (25 x 20 m), verteidigen jeweils zwei Minitore und attackieren je zwei Minitore. Nach jedem Treffer wird rotiert, spätestens nach zwei Minuten, damit alle zum Einsatz kommen. Ein Club bildet pro Spieltag - je nach Anzahl der anwesenden Kinder - bspw. vier oder fünf Dreier-Teams. Diese Teams wechseln immer nach sieben Minuten das Feld und bekommen ein anderes Team als Gegner. In der G-Jugend sollen maximal sieben Runden à sieben Minuten gespielt werden. »Diese Zeiten gewährleisten, dass die Gesamtpartie nach einer Stunde zu Ende ist, weil der Sportplatz danach womöglich belegt ist«, erklärt Wacker.

Wenn vier G-Jugend-Felder abgesteckt und in den sieben Runden auch durchweg belegt sind, kommen also insgesamt 28 einzelne Minipartien zustande. Die Wertung eines Spiels kann im Kreis Friedberg erfolgen, indem der Gewinner jeder dieser Minipartien einen Punkt erhält, bei einem Unentschieden jeder Verein einen Zähler. Das entstandene Ergebnis wird im DFB-Net eingetragen. Bei »Fußball.de« werden die Begegnungen weiterhin »ohne Ergebnis« angezeigt. »Durch die neue Wertung vermeiden wir, dass Vereine z. B. 99:1 als Resultat melden. Das ist respektlos gegenüber dem Gegner«, sagt Wacker.

Die F-Junioren spielen auf mehreren 45x-25-m-Feldern vier gegen vier auf Minitore oder fünf gegen fünf auf die herkömmlichen (möglicherweise oben abgehängten) Tore oder auf verkleinerte Tore (ähnlich zum Handball). Im Fünf-gegen-fünf ist ein Keeper vorgesehen. Maximal sollen hier fünf Runden à zehn bis zwölf Minuten absolviert werden. In den Pausen wechseln die Vierer- oder Fünfer-Teams die Felder. Die im DFB-Net einzutragende Wertung sollte analog zur G-Jugend erfolgen.

Für beide Altersklassen sind Schusszonen festgelegt. Nur innerhalb dieses Bereichs können Tore erzielt werden. Ein Regelverstoß in der eigenen Zone hat einen Strafangriff (Penalty) für den Gegner zur Folge. Wichtig außerdem: Ab einer Differenz von drei Toren spielt die unterlegene Mannschaft mit einem zusätzlichen Spieler, bis der Unterschied wieder kleiner als drei ist.

Um den Vereinen die Umstellung leicht zu machen, ist größtmögliche Flexibilität geboten. »Die Dreier- oder Vierer-Teams können auch am Spieltag noch mal geändert werden - je nach Spielstärke der Kinder. Bei den F-Junioren sind auch mal Dreier-Teams in Ordnung«, macht Wacker klar und ergänzt. »Die Betreuer, die an unseren Schulungen teilgenommen haben oder die Trainer-C-Lizenz besitzen, können sich mit den neuen Spielformen bislang eher anfreunden.« Einige Vereine hätten gerne nach dem bisherigen Modus weitergespielt, tragen die Entscheidung aber mit.

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