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Spielabbruch in der Kreisliga B

Urteil nach Spielabbruch in der Kreisliga B Friedberg: Der "Corona-Fall" und die Hintergründe

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Das vorzeitige Ende eines Spiels in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2, entpuppt sich vor dem Kreissportgericht als "Corona-Fall".

Die Partie zwischen dem FC Olympia Fauerbach II und der SKG Albanischer Verein Friedberg war in der 89. Minute beim Stand von 4:4 durch Schiedsrichter Claus Pfeffer (Oberau) abgebrochen worden und wurde nun von Karl-Ernst Kunkel (Melbach) sowie seinen Beisitzern Egon Antmansky (Münzenberg) und Rene Enzmann (Ober-Mörlen) mündlich verhandelt. Das Urteil: Das Spiel wird mit 4:4 Toren und jeweils einem Zähler für beide Mannschaften gewertet. Dardan Krasniqi (SKG) wurde wegen Unsportlichkeit für zwei Spiele gesperrt. Zudem wurde der SKG wegen Unsportlichkeit durch Offizielle eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro aufgebrummt.

Beim Stand von 4:4 kommt es nach einem Abseitspfiff zum Tumult

Was war passiert? Ein langer und teils emotionaler Fußballabend auf dem Elachfeld neigte sich am 22. September dem Ende entgegen. Früh spielten die Gäste in Unterzahl, ein Flutlichtausfall hatte zwischenzeitlich eine 45-minütige Wartezeit verursacht, und der SKG-Coach war vom Unparteiischen bereits wegen Reklamierens der Trainerbank verwiesen worden.

Beim Stand von 4:4 erkannte Referee Pfeffer eine Abseitsstellung der SKG. Nach seinem Pfiff beschwerte sich Gäste-Spieler Krasniqi und berührte den Unparteiischen am Arm; an einer Stelle, an der sich nach eigener Aussage tags zuvor eine Verletzung zugezogen hatte, weshalb er Schmerzen verspürte. Angesichts einer nun zunehmenden Zahl von aufgebrachten Spielern um sich herum sah Pfeffer den Mindestabstand nicht mehr gewahrt und ging aus Furcht vor einer Corona-Infektion zu Boden. Vom Ordnungsdienst des Gastgebers wurde er zur Kabine geleitet und dabei von Zuschauern der Gästemannschaft beleidigt.

Kunkel: "Es handelt sich um einen Ausnahmefall"

In der mündlichen Verhandlung versicherte der Schiedsrichter dem Gericht, dass er das Spiel nicht wegen der Berührung abgebrochen habe. Mit einem Alter von über 60 Jahren zähle er aber zur Corona-Risikogruppe und habe sich in jener Situation durch Missachtung des Abstands gesundheitlich bedroht gefühlt.

Inklusive der geplanten Nachspielzeit von fünf Minuten hätte die Partie zwar eine Wendung nehmen können, beide Vereine äußerten aber den Vorschlag einer 4:4-Wertung und übten fairen Umgang miteinander. "Es handelt sich hier um einen Ausnahmefall. Der Verband hat mir unter den gegebenen Umständen die Möglichkeit einer Wertung anstelle eine Neuansetzung gegeben", sagt Kunkel.

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