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Zweikampf um den Ball zwischen Visar Gashi vom FV Bad Vilbel (l.) und Lukas Hautzel (TuS Dietkirchen). Letzterer darf am Samstagnachmittag vor heimischer Kulisse den Auftaktsieg über die Wetterauer bejubeln.

Fußball-Hessenliga

Fußball-Hessenliga: Corona bremst FV Bad Vilbel aus

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Trainer und zwei Spieler an Corona erkrankt, ersatzgeschwächt zum TuS Dietkirchen und eine Niederlage - den Saisonstart in der Fußball-Hessenliga hatte sich der FV Bad Vilbel anders vorgestellt.

Das Gegenteil eines Auftaktes nach Maß erlebte der FV Bad Vilbel zum Start der neuen Saison in der Fußball-Hessenliga: Corona-bedingt ohne Trainer und zwei Spieler unterlagen die Brunnenstädter in Gruppe B der zweigeteilten höchsten hessischen Spielklasse beim TuS Dietkirchen mit 0:2 (0:1). Überragender Mann auf dem Platz war Dietkirchens Steffen Moritz, der mit einem Tor und einer Vorlage zum Matchwinner avancierte.

Zuvor hatte der Verband die erhoffte Spielverlegung der Brunnenstädter abgeschmettert. Zum Hintergrund: Die Regel besagt, dass ein Spiel erst abgesagt, wenn fünf oder mehr Spieler wegen einer Corona-Infektion oder einer Quarantäne-Maßnahme nicht zur Verfügung stehen - sehr zum Leidwesen von FV-Co-Trainer Ajdin Maksumic, der nach dem Spiel meinte: »Das war natürlich ein harter Schlag für uns, doch wir mussten uns der Herausforderung stellen.«

TuS-Coach Thorsten Wörsdörfer hatte vor der Partie gefordert, nicht frühzeitig in Rückstand zu geraten. Dieses Vorhaben wäre nach gerade einmal fünf Sekunden (!) beinahe schon in die Hose gegangen: Anstoß Bad Vilbel, langer Ball, Stellungsfehler, Ayoub Lahchaychi tauchte halblinks frei vor Torwart Raphael Laux auf, schoss aber knapp vorbei. Die Gäste gefielen in der Anfangsphase durch frühes und aggressives Pressing, womit der TuS so seine Probleme hatte. Nach gut zehn Minuten befreite sich die Wörsdörfer-Elf aber aus dieser Umklammerung. Beinahe hätte Steffen Moritz nach einem Ballgewinn Maximilian Zuckrigls das Führungstor markieren können, doch Bad Vilbels Torwart Niklas Schulze bedrängte den Stürmer frühzeitig und klärte (11.). Deutlich gefährlicher wurde es sechs Minuten danach, als Zuckrigl eine Kratz-Flanke aus dem Halbfeld Richtung Tor köpfte, Schulze das Spielgerät jedoch über den Querbalken zu lenken verstand (17.).

Bad Vilbels Torhüter Niklas Schulze verhindert höheren Rückstand

Mittlerweile hatte sich eine Partie auf Augenhöhe entwickelt, wobei die Hausherren sogar leichte Vorteile zu verzeichnen hatten. Und dann kam das, was Dietkirchen brauchte: Ein eher als Befreiungsschlag gedachter Ball erwischte die ohnehin anfällige Bad Vilbeler Defensive im Tiefschlaf, Steffen Moritz sagte artig »Danke« und schloss zum 1:0 ab (31.). Von den Gästen kam im Spiel nach vorne recht wenig, auch weil der Abwehrverbund des TuS konsequent agierte.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn hätte erneut Moritz den Puls der TuS-Fans senken können, doch der prächtig reagierende Schlussmann Schulze verhinderte das 2:0. Nach gut einer Stunde wurde Bad Vilbel aktiver. Prompt schoss Rayan Bouembe Youondjeu aus 16 Metern knapp drüber (63.), kurz darauf rettete Laux gegen denselben Spieler kompromisslos (66.). Dietkirchen war oftmals in der Lage sich entscheidend zu befreien, versäumte durch einen zu kurzen Abschluss von Moritz aber die Vorentscheidung (80.).

Die Schlussphase hatte es dann noch einmal gewaltig in sich: Erst versiebte Mario Shuteriqi nach einem feinen Pass in die Tiefe eine Chance, als er in Laux seinen Meister fand (81.), dann leistete sich Nicola Meloni im eigenen Strafraum ein äußerst unnötiges Foulspiel an Kaito Shimoda - Elfmeter. Situationen, wie sie ein Raphael Laux liebt. Den gar nicht mal schlecht geschossenen Strafstoß von Haris Jakubovic entschärfte der TuS-Keeper bravourös (82.). Durchatmen war angesagt. 120 Sekunden danach die Erlösung: Moritz hebelte mit ganz feinem Pass die komplette Gäste-Defensive aus, Dennis Leukel war nicht mehr zu halten - 2:0 (84.), die Messe war gelesen, und die ersten drei Zähler im Kampf um den Ligaerhalt für das Team aus dem Limburger Stadtteil eingefahren.

Bad Vilbels Co-Trainer Ajdin Maksumic sieht »verdienten Sieger«

»Insgesamt war das Spiel sehr hektisch, zudem haben wir es nicht hinbekommen, unser angedachtes Pressing länger durchzuziehen. Unsere Jungs sind in viele Konter gelaufen, und erst in der zweiten Halbzeit wurde es nach ein paar Umstellungen spürbar besser. Beim Elfmeter hatten wir Pech, am Ende war es aber ein verdienter Sieg für Dietkirchen«, resümierte Makusmic hinterher.

TuS-Trainer Thorsten Wörsdörfer war natürlich mit dem Ergebnis zufrieden. Er sagte: »Zwar hätten wir schon nach fünf Sekunden hinten liegen können, doch gegen einen technisch starken Gegner haben Moral und Einstellung gestimmt. Ich bin natürlich glücklich über die drei Punkte, weiß aber auch, dass wir uns noch steigern müssen. Mit unseren Möglichkeiten haben wir das Maximum herausgeholt.«

TuS Dietkirchen: Laux, Nickmann, Böcher, Hautzel, Kratz, Dankof, Zuckrigl (73. Schmitz), Moritz (87. Weis), Mink (46. Leukel), Meloni, Bergs.

FV Bad Vilbel: Schulze, Boeger (7. Bouembe Youondjeu/69. Shuteriqi), Ushiyama, Gashi, Knauer, Polak, Jakubovic, Emmel, Shimoda, Safaridis, Lahchaychi.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Pfeiffer (Nieder-Wöllstadt). - Zuschauer: 220. - Tore: 1:0 Moritz (31.), 2:0 Leukel (84.) - Bes. Vorkommnis: Raphael Laux hält Foulelfmeter von Haris Jakubovic (82.).

(Patrick Jahn)

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