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Fürchterliche 90 Minuten von Türk Gücü Friedberg

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(ub) Geplant war, durch einen oder sogar drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt an Boden zu gewinnen. Doch für die Fußballer von Türk Gücü Friedberg, die bei der ebenfalls im Tabellenkeller steckenden Reserve der Offenbacher Kickers Farbe bekennen mussten, kam alles ganz anders. Der heimische Verbandsligist versagte auf der ganzen Linie, ging nach 90 fürchterlichen Minuten mit sage und schreibe 0:9 (0:4) unter und hinterließ dabei Fragen, die für Coach Klaus Dörner eigentlich ganz einfach zu beantworten waren.

»Natürlich ist dieses Resultat ein Debakel«, erklärte er, »aber von nichts kommt halt nichts«. Wer nicht richtig trainiert, der braucht sich nicht über Niederlagen dieser Art zu beschweren, klagte er. »Es fehlt etlichen Spielern an der nötigen Fitness.«

Es bestehe, so Dörner, teamintern dringend Redebedarf: »Im nächsten Training werde ich die Spieler fragen, ob sie überhaupt willens sind, sich gegen den drohenden Abstieg zu stemmen. Sollte ich den Eindruck haben, dass dies nicht der Fall ist, sind Konsequenzen meinerseits nicht ausgeschlossen«.

In Offenbach fing für die Kreisstädter alles ganz harmlos an. Türk Gücü versteckte sich nämlich keineswegs, hatte durch Neuzugang Befort Ceqiri (zuletzt in Schweden tätig) sogar die erste Gelegenheit der Partie. Die frühe Verletzung von Abwehrchef Alexander Clark, der das Feld schon nach zehn Minuten räumen musste, sowie sich schnell abzeichnende Schwächen im defensiven Mittelfeld sollten sich für Türk Gücü als Anfang vom Ende erweisen.

Offenbach roch den Braten, operierte vorwiegend mit schnellen Konter-Attacken und ließ die Gäste-Abwehr ein ums andere Mal »alt« aussehen. Bezeichnend, dass Friedbergs Keeper Kamber Koc zum mit Abstand besten Spieler seiner Mannschaft avancierte. »Ohne ihn hätten wir zweistellig verloren«, meinte Dörner. Kocs Pech: Bereits bis zur Pause waren seine Künste in vier Fällen vergebens gewesen – und später wurde es noch krasser.

Erster Profiteur der TG-Lethargie war OFC-Stürmer Luca Lippert, der mit einem Hattrick zwischen der 20. und 40. Minute früh klarstellte, welche Mannschaft den Platz als Sieger verlassen würde. Kara erhöhte kurz vor der Pause auf 4:0. Dörners Versuch, mit internen Umstellungen in den zweiten 45 Minuten für mehr Ordnung und Disziplin zu sorgen, verpufften wirkungslos.

Gleich nach Wiederanpfiff traf Robin Scheu per verwandelten Foulelfmeter, den Saletnik an Lippert verursacht hatte zum 5:0 ins Schwarze, während Maik Vetter weitere drei Minuten später das halbe Dutzend voll machte. Kara (55.), Yücel (85.) und Lübig (87.) ließen sich ebenfalls nicht zwei Mal bitten – 9:0. Fazit: Türk Gücü Friedberg wurde gestern Nachmittag erst glatt überrollt, ergab sich mit zunehmender Spieldauer quasi widerstandslos und steuert, so scheint’s, angesichts des nicht eben einfachen Restprogramms (bei Rot-Weiß Frankfurt, in Urberach, zu Hause gegen Somborn) schnurstracks in Richtung Gruppenliga.

Kickers Offenbach II: Rühl, Marx, Botschek (85. Bonifer), Gerken, Vetter, Kara (70. Calabrese), Auer, Scheu, Lippert, Yücel, Wüst (75. Lübig).

Türk Gücü Friedberg: Kamber Koc – Saletnik, Clark (10. Oduro), Sahinler, Akkas – Azougagh (80. Kahsay), Fachat, Ucar, Ceqiri – El Haj Ali (80. Üstündag), Yesil.

Tore: Steno: 1:0 (20.) Lippert, 2:0 (36.) Lippert, 3:0 (40.) Lippert, 4:0 (44.) Kara, 5:0 (47.) FE Scheu, 6:0 (50.) Vetter, 7:0 (55.) Kara, 8:0 (85.) Yücel, 9:0 (87.) Lübig. – Schiedsrichter: Markus Halbrucker (Lahntal). – Zuschauer: 50.

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