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Niklas Otto und die HSG Mörlen sind mit einer Serie von 11:1 Punkten in Folge in die Winterpause gegangen. FOTO: NICI MERZ

Handball-Bezirksoberliga

Fünfkampf an der Spitze - HSG Mörlen führt Wetterau-Trio an

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Das verspricht eine heiße Saisonschlussphase. In der Handball-Bezirksoberliga ist gleich fünf Vereinen der Titelgewinn zuzutrauen.

Spannend wie selten präsentiert sich in dieser Spielzeit die Handball-Bezirksoberliga. Im Laufe der ersten Saisonhälfte hat sich eine Spitzengruppe herauskristallisiert, die aus fünf Mannschaften besteht. Allerdings - und das ist wohl ein offenes Geheimnis - darf der mit dem Gewinn der Meisterschaft verbundene Aufstieg in die Landesliga in sportlicher Hinsicht als besondere Herausforderung angesehen werden.

Die Tatsache, dass Spitzenreiter HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III (21:5 Punkte) und die Mannschaften auf den Plätzen drei, vier und fünf - HSG Wettenberg II, HSG Kleenheim/Langgöns II und nur HSG Dilltal (alle 18:8) - nur drei Punkte auseinander liegen, weckt die Vorfreude auf den weiteren Saisonverlauf. Verfolger Nummer eins des Spitzenreiters ist die HSG Hungen/Lich, die 20:6 Punkte aufweist und ihre Platzierung auch der enormen Heimstärke verdankt.

Carsten Schäfer, Trainer des Tabellenzweiten, schätzt die Liga im Großen und Ganzen als recht ausgeglichen ein. "Es reicht nicht, in ein Spiel zu gehen und nur 80 Prozent zu liefern. Dann kannst Du nicht gewinnen", stellt Schäfer fest. Und das, obwohl sich in dieser Saison eine Mehr-Klassen-Gesellschaft herauskristallisiert hat. Neben dem Quintett an der Spitze gibt es ein nicht sonderlich breites Tabellenmittelfeld, mit Mannschaften, die jedem anderen Team der Liga zum Stolperstein werden können: HSG Mörlen (14:12), HSG Marburg/Cappel, HSG Wettertal, SG Rechtenbach (jeweils 13:13). Die HSG Großen-Buseck/Beuern und die MSG Florstadt/Gettenau stehen (beide 11:15) an der Grenze zur Abstiegszone, die die HSG Linden II (7:19), die MSG Kirchhain/Neustadt (5:21) und der TV Wetzlar (0:26) bilden.

Einen eigenen Blickwinkel hat Conrad Melle, Trainer der HSG Linden II: "Die Bezirksoberliga zeigt einmal mehr, wie unberechenbar sie ist und dass nahezu jeder Spieltag eine Überraschung in sich birgt." Schäfer setzt noch einen drauf. "Kein Spieler, aber auch kein Trainer kann in den 26 Spielen die optimale Leistung bringen."

Die genaue Zahl der Absteiger steht nicht fest und richtet sich auch danach, wie viele Mannschaften aus der Landesliga Mitte in die Bezirksoberliga abgegeben werden. Sicher ist aber eins: Der Tabellenletzte steigt ab. Angesichts der Situation am Tabellenende in der Landesliga (mit Friedberg und Lollar/Ruttershausen stehen zwei Teams aus dem heimischen Bezirk auf dem letzten und vorletzten Platz) kann mit weiteren Direktabsteigern gerechnet werden kann.

HSG Mörlen: Pause zur falschen Zeit

Durchwachsen ist die Bilanz der drei Vereine aus dem Wetteraukreis. Dabei steht die HSG Mörlen als Tabellensechster aus diesem Trio am besten da. "Die Winterpause kommt zum falschen Moment", bemerkte Mörlens Trainer Philipp Petriesas angesichts der 11:1 Punkte aus den letzten sechs Spielen. Zu Krönung bezwangen die Mörler am letzten Spieltag des alten Jahres Tabellenführer Dutenhofen/Münchholzhausen III mit 34:33 und sorgten damit erstmals in dieser Saison für eine positive Punktebilanz. Auch gegen den Tabellenzweiten HSG Hungen/Lich holte Mörlen beim 25:23 beide Punkte und knöpfte der HSG Kleenheim/Langgöns beim 29:29 immerhin einen Zähler ab. Die Bilanz gegen Mannschaften aus der Spitzengruppe kann sich also sehen lassen. Die Integration der Neuzugänge hat geklappt, "es geht in eine gute Richtung", sagt Petriesas. Ziel im weiteren Saisonverlauf wird sein, den Platz im vorderen Mittelfeld zu verteidigen. Im ersten Spiel nach der vierwöchigen Pause haben die Mörler in Kirchhain anzutreten und treffen dabei auf eine Mannschaft, die im Kampf gegen den drohenden Abstieg dringend Punkte benötigt.

HSG Wettertal: Ziel bleibt Klassenerhalt

Eine ausgeglichene Punktebilanz vorweisen kann Sven Tauber, Trainer der HSG Wettertal. Dennoch bleibt er bescheiden. "Unser Ziel ist der Klassenerhalt", erklärt Tauber. In den letzten sieben Spielen der Vorrunde kamen die Wettertaler auf eine Bilanz von 11:3 Punkten. Damit hat sich die Mannschaft aus der Abstiegszone ins Tabellenmittelfeld abgesetzt. Und dabei hat sich der Coach als Meister des Improvisierens erwiesen. "Wir konnten nie zweimal die gleiche Formation aufbieten", berichtet Tauber. Ausfälle warfen die personellen Planungen immer wieder zurück. Doch das warf den Trainer nicht um. Er bediente sich bei der zweiten Mannschaft, bei der Jugend, reaktivierte den einen oder anderen Handballer und holte auch einen Fußballer wieder an Bord. Das Erstaunliche: Die Sache funktionierte. 13:13 Punkte können sich angesichts dieser Hintergründe sehen lassen. Zum Start in die Rückrunde haben es die Wettertaler zunächst einmal mit drei Titelanwärtern (Wettenberg II, Dilltal, Dutenhofen/M. III) zu tun.

Florstadt/Gettenau: Guter Start wichtig

Personelle Probleme plagten auch Christian Sacks, dem Trainer der MSG Florstadt/Gettenau. Rang elf stellt sicherlich nicht die Wunschplatzierung der MSG nach der ersten Saisonhälfte dar, doch aufgrund der Personalsituation ist Sacks durchaus nicht unzufrieden. Doch sind mit Beginn der Rückrunde die Probleme nicht gelöst. "Im Spiel bei der HSG Wettertal haben sich Yannic Wenisch und Henning Starck wieder verletzt", berichtet Sacks. Zwei Stammkräfte und Leistungsträger müssen also wieder ersetzt werden, keine gute Nachricht für die MSG. "Wichtig ist für uns ein guter Start", ergänzt der Trainer, dessen Mannschaft am Samstag in Florstadt auf die starke HSG Marburg/Cappel trifft und dann bei der HSG Linden II anzutreten hat. Letzteres dürfte von beiden Seiten als Schlüsselspiel angesehen werden. Danach wartet auf Florstadt/Gettenau ein durchwachsenes Programm mit Spielen gegen Rechtenbach und Kirchhain/Neustadt sowie in Mörlen und in Wetzlar.

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