Fünf Hessen-Titel nach Fauerbach

(jn/mw/pm) Christiane Klopsch verpasste das Triple nur denkbar knapp, Felix Göltl ist der Sprintkönig und zwei Staffeln demonstrierten ihre Stärke. Bei den Hessischen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften der Aktiven und U18 in Hanau holten die Athleten der LG Ovag Friedberg-Fauerbach fünf Titel, dazu kam ein zweiter Platz.

Im Aktivenbereich sind einige Starter des TV Rendel angekommen, auch wenn sie teilweise noch hochgestartet sind. Drei Bronze-Medaillen bei den Erwachsenen zeigen, dass der Sprung für Marc Tortell und Co. gelingen kann. U18-Zweite über 200 Meter wurde Michelle Macker, das Sprint-Aushängeschild des TV Assenheim.

Klopsch verpasst Triple knapp

Team-Europameisterin Christiane Klopsch sicherte sich über 200 und 400 Meter das ungewohnte Sprintdouble. Über die Hallenrunde gab es für Klopsch Gold in 24,80 Sekunden. Die doppelte Strecke lief die 24-Jährige in 54,61 Sekunden und hatte damit dreieinhalb Sekunden (!) Vorsprung auf die Konkurrenz. »Ich bin mit diesem Saisonauftakt sehr zufrieden«, freute sich die 24-Jährige, die damit im Bereich der Vorjahresleistungen blieb und sich auf dem Weg zu einer neuen Hallenbestzeit gut aufgestellt sieht. Diese liegt bei 53,69 Sekunden, gelaufen im vergangenen Jahr bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften. Klopsch ist aufgrund dieser Leistung für den Länderkampf zwischen Großbritannien, Frankreich, Schottland und Deutschland am 24. Januar in Glasgow nominiert und soll dort mit der Staffel über 4x400 Meter zum Einsatz kommen.

Felix Göltl sicherte sich den Meistertitel über 60 Meter bei den Männern. Der Kreisstädter siegte in 6,77 Sekunden – ohne dabei wirkliche Konkurrenz zu haben. Göltl blieb als einziger Athlet unter sieben Sekunden. Sechster im Finale wurde Teamkollege Florian Daum in 7,17 Sekunden. Nur hauchdünn am Endlauf scheiterten Lars Hieronymi und Steffen Schattner (jeweils 7,11 sec.), eine Hundertstelsekunde fehlte.

Gleich zwei Bronzemedaillen und einmal Gold holte der international erfahrene Steffen Schattner im LG-Trikot. Über 200 Meter rannte er in 22,66 Sekunden auf Rang drei. Über die doppelte Hallenrunde stoppte die Uhr für ihn bei 49,39 Sekunden. Mit der 4x200 Meter-Staffel war Steffen Schattner nicht zu schlagen. Gemeinsam mit Florian und Tobias Daum sowie Lars Hieronymi finishte das Quartett in 1:31,53 Minuten hauchdünn vor der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain. Staffelläufer Hieronymi landete im 200 Meter-Einzel bei 22,71 Sekunden und Rang fünf, Tobias Daum wurde Siebter (23,01 sec.). Knapp an einer Medaille vorbei sprang Daum im Weitsprung. Er kam mit 6,80 Metern auf Platz vier. Direkt dahinter reihte sich Lars Hieronymi ein (6,45 m).

Gleich dreimal Zweite wurde Gesa Kratzsch. Über 60 Meter Hürden gab’s Silber (8,98 sec.), genau wie im Weitsprung auf der schwer zu bespringenden Anlage (5,66 m) und mit der 4x200 Meter-Staffel. Christiane Klopsch, Kratzsch, Alina Schneider und Milena Garhammer blieben in 1:44,91 Minuten nur zwei Hundertstelsekunden hinter der LG Eintracht Frankfurt. Klopsch verpasste damit das Triple knapp. Bestzeit bei den Frauen lief die erst 15-jährige Gina Schürg über 3000 Meter in 10:33,52 Minuten. Dies reichte zu Platz fünf.

Einen weiteren Titel konnte wie im Vorjahr die weibliche U18-Staffel zur Kreisstädter Ausbeute beitragen. Abike Tabel, Anna Hülsmann, Selina Weber und die erstmalige Jugend-Hessenmeisterin Alicia Schmidt waren in 1:47,33 Minuten selbst von den starken Frankfurterinnen nicht zu schlagen. Silber und Bronze gab’s zudem über 400 Meter durch Anna Hülsmann (60,35 sec.) und Abike Tabel (60,47 sec.).

Weitere Ergebnisse – Männer, 60 Meter Zwischenlauf: Kevin Lee 7,25 sec, Sven Vesmanis 7,31 sec, Vorlauf: Ansgar Wachenfeld 7,60 sec; 4x200 Meter: LG II (Kevin Lee, Jens Langer, Janis Schmidt, Bernd Lachmann) disqualifiziert. – mU18, 60 Meter, Zwischenlauf: Robin Flach 7,62 sec, Vorlauf: Manuel Christof 7,89 sec; 60 Meter Hürden, B-Finale: 3. Flach 8,90 sec (Vorlauf 8,87 sec); 200 Meter: 9. Flach 24,74 sec; 800 Meter: 6. Christof 2:08,26 min; Stabhochsprung: 6. Teetje Thomas 3,00 m. – wU18, 60 Meter, Vorlauf: 200 Meter, Vorlauf: Alicia Schmidt 8,41 sec, Anne Schröder 8,46 sec, Wiebke Linek 8,58 sec; 200 Meter, Vorlauf: Selina Weber 28,02 sec; Kugelstoßen: 7. Lea Wielitsch 10,34 m.

Marc Tortell überragt

Die Rendeler Athleten mussten zwar anerkennen, dass bei den Titelkämpfen ein schärferer Wind weht als bei den zuletzt erfolgreich bestrittenen Hallensportfesten; doch unter dem Strich scheint der einstige reine Nachwuchs-Dorfverein mit 700 Mitgliedern in der Erwachsenen-Leichtathletik angekommen zu sein. Am Ende gingen drei Medaillen in den Karbener Stadtteil. Hochsprung-Trainerin Beate Spruck erklärt: »Lange Jahre ist es uns nicht gelungen, talentierte Kinder in den Jugend- und Erwachsenen-Bereich hochzuziehen oder bei uns zu halten. Heute haben wir 27 Trainingsangebote und leistungssportlich trainierende Gruppen in den Disziplinbereichen Sprint, Lauf, Stabhochsprung, Hochsprung und Wurf«. Als Folge gäbe es jetzt mehr Wechsel in den Verein hinein als aus ihm heraus. Jüngstes Beispiel ist der 15-jährige Tim Berberich, der aus Dortelweil gekommen ist. Der talentierte Mehrkämpfer wusste besonders im Hürdenlauf als Zehnter mit neuer Bestzeit von 8,95 Sekunden zu gefallen.

Überragend war einmal mehr der Auftritt von Marc Tortell. In den Erwachsenen-Wettbewerb hochgemeldet, mischte das Ende Dezember erst 17 gewordene Lauftalent gemeinsam mit dem ebenso talentierten gleichaltrigen Tilman Garthe (LG Eder) die Konkurrenz mächtig auf. In 1:56,4 Minuten kamen die Youngster als Zweiter bzw. Dritter ins Ziel; Tortell durfte seine erste Hessenmeisterschaftsmedaille im Erwachsenenbereich feiern, und nur zwei Zehntelsekunden fehlten am Ende zu Silber.

Bronze sicherte sich Hochspringerin Verena Reuel. In den vergangenen beiden Jahren durch Verletzungen ausgebremst, hat Reuel nun im Erwachsenenbereich den Wiederanschluss an die hessische Spitze geschafft. In Hanau überflog sie 1,67 Meter. Dies reichte zum bestmöglichen Rang drei, zu weit weg waren freilich Carolin Schäfer (TV Friedrichstein/Schwester des ehemaligen Fauerbachers Sebastian Schäfer und starke Mehrkämpferin) und Spezialistin Nathalie Buschung (Königstein). Im selben Wettbewerb Sechste wurde Teamkameradin Nathalie Reis mit 1,61 Meter. Mit 2,70 Meter Dritte im dünnen Stabhochsprung-Teilnehmerfeld der wU18 wurde Verena Roth, die damit 20 Zentimeter unter ihrer Bestleistung blieb.

Weitere Ergebnisse – Frauen: Stabhochsprung: 4. Sarah Lindemann 2,80 m. – wU18, 60 Meter Hürden: 15. Rebecca Stephan 10,05 sec; Weitsprung: 11. Lara Tortell 4,46 m. – Männer: 60 Meter: 19. Espen Wick 7,43 sec; 60 Meter Hürden: 4. Wick 8,55 sec; Hochsprung: 4. Florian Jadatz 1,84 m. – mU18, 60 Meter: 31. Tim Berberich 7,91 sec; Kugelstoßen: 8. Berberich 10,56 m.

Macker Zweite über 200 Meter

In 25,78 Sekunden erreichte Michelle Macker vom TV Assenheim in der wU18 den zweiten Platz. Konstant zeigte sich Macker über 60 Meter. Im Vor- und Zwischenlauf sprintete sie 8,04 Sekunden, im Finale war sie lediglich eine Hundertstelsekunde langsamer. Dies bedeutete Rang sechs. Im Vorlauf rannte Merle Schrader von der TG Groß-Karben 8,76 Sekunden.

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