FSV-Angriff auf die Spitzenpositionen?

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(fri). Es lief die 87. Spielminute, da gab es eine Premiere im Stadion am Bornheimer Hang. Im Wechsel skandierten Fans und Sympathisanten des FSV Frankfurt auf der Haupt- und Gegentribüne "Effessvau". Wenn die sonst eher kritische Anhängerschaft des Clubs so ihre Zurückhaltung ablegt, muss einiges passiert sein. Und ein paar Spielsequenzen danach hatten die 842 Zuschauer, mehr durften nach Vorgaben des Gesundheitsamtes nicht kommen, Gewissheit: Mit dem 3:1 (1:0) über Hessen Kassel gewann der FSV auch sein viertes Heimspiel dieser Saison, siegte somit zum dritten Mal in Folge und rückte - gewissermaßen als Belohnung - auf den dritten Rang der Fußball-Regionalliga Südwest vor. Bornheimer Glückseligkeit, die es zuletzt zu Zweitliga-Zeiten gab.

Als er den ausgiebigen Jubel im Kreise der Spieler aufgesogen hatte, drückte Präsident Michael Görner seine Zufriedenheit aus: "Die Zuschauer waren begeistert. Es macht Spaß, ins Stadion zu kommen. Jeder läuft für jeden, jeder ist für jeden da." Mit dem hoch verdienten und weitgehend auch souverän erzielten Erfolg über die bis dato auswärts ungeschlagenen Kasseler reicherte der Fußballsportverein seine freilich noch junge Erfolgsgeschichte um ein Kapitel an. Es war schon beeindruckend, wie die Frankfurter den Rivalen aus Nordhessen über lange Phasen im Griff hatten und nur durch eigene Nachlässigkeiten ihm etwas Entfaltungsmöglichkeiten gestattete.

Folgt jetzt der Angriff auf die Spitzenposition? In den folgenden anspruchsvollen Partien am Samstag in Homburg und am 20. Oktober gegen Elversberg werde es sich zeigen, "wohin die Reise geht", sagte Brendel. Gefestigt wirkt jedenfalls seine Mannschaft.

Auch schon so sehr, um auf Dauer im Aufstiegsrennen mitzumischen? "Wir können nicht mit Steinbach und Offenbach konkurrieren", sagte Präsident Michael Görner dazu. Gerade in einer Mammutsaison wie dieser, drückte er es aus. 42 Spieltage gilt es zu absolvieren, dies wird es vermutlich nie mehr geben. Es muss also schon alles oder zumindest sehr viel passen, um diesen beiden hessischen Konkurrenten auf Dauer die Stirn bieten zu können. In den nächsten Gegnern Homburg und Elversberg sowie Ulm gibt es auch weitere Drittliga-Aspiranten.

"Jetzt wollen wir erst mal weiter attraktiven Fußball spielen. Wenn das uns gelingt, bin ich von einem Platz im ersten Drittel überzeugt", betonte Görner. Schade nur für den FSV, dass derzeit nicht mehr als 842 Zuschauer ins Stadion dürfen. Bei dieser Ausgangslage wären unter normalen Umständen gegen Hessen Kassel sicherlich etwa 2500 Fans gekommen - Einnahmen fehlen deshalb. Görner: "Da hilft kein Lamentieren, wir müssen das Beste daraus machen."

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