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Florian Fünffinger ist Vorsitzender der FSG Burg-Gräfenrode und coacht auch die Gruppenliga-Mannschaft.

Fussball

FSG Burg-Gräfenrode: Sportliche Zukunft offen

Gruppenliga oder Kreisoberliga? Seitens der FSG Burg-Gräfenrode gibt es diesbezüglich noch kein klares Statement mit Blick auf die Fußball-Saison 2021/22.

Ob die FSG Burg-Gräfenrode auch in der kommenden Saison in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West spielen wird oder sich vielleicht doch freiwillig in die Kreisoberliga Friedberg zurückzieht, ist nach wie vor offen. Der Verein aus dem Karbener Stadtteil »Roggau« vermied es in den letzten Wochen, öffentlich Stellung zu diesem Thema zu beziehen. Auf Nachfrage war der Vorsitzende Florian Fünffinger nun dazu bereit, immerhin etwas über den Status quo in der Angelegenheit mitzuteilen. Er verwies auf eine anstehende Vorstandssitzung, in der »wir eine gute Entscheidung treffen wollen.«

Die Tendenz lieferte Fünffinger aber auch gleich mit: »Wir spielen mit dem Gedanken, eine Etage tiefer in die Kreisoberliga zu gehen. In ein bis zwei Wochen werden wir die Entscheidung dann öffentlich machen.« Bis zum 6. Juni muss die Entscheidung beim bisherigen Klassenleiter Thorsten Bastian eingehen.

Nachdem die Fußball-Spielgemeinschaft das Kunststück geschafft hatte, binnen drei Jahren aus der Kreisliga B bis in die Gruppenliga durchzumarschieren, erwies sich die überregionale Spielklasse eindeutig als eine Nummer zu groß, zumal der Aufstieg ja durch den wegen der Corona-Pandemie verursachten Saisonabbruch nur durch die Anwendung der Quotientenregelung zustande gekommen war.

Fünffinger konnte den kuriosen Aufstieg schon damals realistisch einschätzen und sah sich dann im Herbst bestätigt: »Uns war ja bewusst, dass das eine Riesen-Herausforderung sein würde. Um in dieser Liga zu bestehen, hätte vieles passen müssen. Und viele Dinge waren eben leider nicht passend, zumal die Mannschaft seit den B-Liga-Zeiten immer nur punktuell verstärkt worden war.«

Der 38-Jährige ist sich im Nachhinein bewusst: »Dieser letzte Sprung kam zu schnell, zumal der Unterschied zwischen Kreisoberliga und Gruppenliga doch deutlich ist.« Das spiegelte sich dann auch in den Ergebnissen wider. In den zwölf Begegnungen holten die FSG-Kicker nur vier Punkte. Der einzige »Dreier« gelang gegen Olympia Fauerbach (1:0), später gab es noch ein 1:1 gegen Mit-Aufsteiger SV Steinfurth, die restlichen zehn Spiele gingen verloren. Mager war die Torausbeute: Nur sechs Treffer wurden markiert, im Schnitt fiel alle zwei Partien ein Tor für Burg-Gräfenrode.

Auf dem letzten Tabellenplatz stand man nur deshalb nicht, weil dem TSV Vatanspor Bad Homburg zwölf Zähler abgezogen wurden und der Hochtaunus-Club deshalb auf Rang 20 abfiel.

Zudem erfolgte Anfang Oktober die Trennung von Aufstiegstrainer Torsten Hertz, in den letzten drei Partien vor dem Lockdown stand dann Fünffinger mit seinem Co-Trainer Sebastian Göktas an der Seitenlinie. Das wird auch in der kommenden Runde unabhängig von der Klassenzugehörigkeit so sein, denn der Verein verzichtete auf die Verpflichtung eines externen Trainers. »Aufgrund der Ungewissheit in Sachen Neustart bleiben wir bei der gewohnten Konstellation«, erklärt Fünffinger, der spätestens zum 100-jährigen Vereinsjubiläum dann als Vorsitzender kürzer treten will, zumal er beruflich durch seine Stelle in leitender Funktion beim Frankfurter Sportamt schon genug ausgelastet ist.

Mit einer jungen Gruppe hatte Fünffinger die Geschicke des Vereins im Jahr 2015 übernommen, da war die FSG gerade in die B-Liga abgestiegen und verkörperte in der Spielzeit 2015/16 mit Rang sieben selbst da nur Mittelmaß.

»Wir haben es geschafft, den Verein in ordentliche Bahnen zu rücken«, ergänzt der Funktionär und betont, dass unabhängig von der anstehenden Entscheidung kein personeller Aderlass zu erwarten sei. »Der Großteil der Mannschaft bleibt zusammen, es gibt keinen signifikanten Abgang zu vermelden«, sagt Fünffinger. Zudem gibt er den Wechsel von Nderim Shabani bekannt, der aus der Kreisoberliga Hanau vom TSV Niederissigheim an die Berliner Straße wechselt.

Der eine oder andere Zugang soll noch ankommen, jedoch gibt Fünffinger zu verstehen, dass »viele Vereine aus der Umgebung bessere Möglichkeiten als wir haben.« Die Abgelegenheit des Ortes und der bei regnerischem Wetter schwer zu bespielende Rasenplatz seien nicht unbedingt als Argumente geeignet, um weitere auswärtige Fußballer nach Burg-Gräfenrode zu locken.

Zur Entscheidung vom letzten Sommer, das Abenteuer Gruppenliga auch wahrzunehmen, steht Fünffinger derweil bedingungslos: »Wir wollten es der Mannschaft ermöglichen, das Erlebnis mitzunehmen.« Ob dies ein zweites Mal passieren wird, darf nach den Erlebnissen vom letzten Herbst zumindest bezweifelt werden.

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