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Fronten verhärtet: DEB plant ohne zwei Hessen

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(mw) DEB-Liga oder DEL II? Das Sommertheater auf struktureller Ebene um den Namen und die Zuständigkeiten der Zweiten Eishockey-Liga geht weiter. Kein endgültiges Ergebnis brachte eine fast siebenstündige Sitzung zwischen Zweitligisten, Landesverbänden und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) am Mittwoch in Frankfurt.

Mit dabei war auch Andreas Ortwein, der Geschäftsführer des Zweitligisten EC Bad Nauheim. »Für uns haben sich keine Veränderungen ergeben. Die Fronten bleiben verhärtet«, sagt Ortwein. Der DEB hat unterdessen seine Antragsfrist für eine Zweite Bundesliga unter seiner Führung bis 31. Mai verlängert.

Die Diskussion habe sich versachlicht, der Austausch sei gut und interessant gewesen – so der Tenor aus dem Teilnehmerkreis. Dennoch wurde klar: Der DEB will ohne Wenn und Aber sein Ziel durchsetzen, den Spielbetrieb der Zweiten Liga wieder unter sein Dach zu holen. Aber auch die DEL macht Druck und lockt mit einer Verzahnung zwischen DEL und DEL II binnen drei Jahren.

Für die DEB-Liga hatten sich bislang nur die Klubs aus Riessersee und Kaufbeuren beworben. Dennoch gehen Präsident Harnos und Co. davon aus, mit zwölf Mannschaften am 13. September an den Start zu gehen. Oberliga-Meister EC Bad Nauheim kommt hoch, während die Schwenninger Wild Wings die Lizenz der Hannover Scorpions gekauft haben und damit in die DEL gehen. Die Scorpions wiederum haben sich für die Zweite Liga beworben, ein Neustart in der Oberliga scheint aber nicht ausgeschlossen.

Möglicherweise fällt noch ein arrivierter Zweitligist heraus – Stichworte sind die Finanzprobleme in Dresden und die Hallenproblematik in Kaufbeuren.

Für die wirtschaftliche Planung der Bad Nauheimer von Bedeutung: Während in der DEL II mit Frankfurt und Kassel geplant wird, ist in einer DEB-Liga offensichtlich die Tür für die beiden hessischen Rivalen zu. Marc Berghöfer, Vorsitzender der Kasseler Eishockey-Jugend und Vertreter der Huskies am Mittwoch in Frankfurt, sagte der HNA: »Die Chance, [in eine DEB-Liga] nachzurücken, ist momentan nicht erkennbar«. Trotz der unsicheren Ligen-Situation haben Danny Albrecht, Manuel Klinge, Kyle Doyle sowie mit Ausstiegsklausel Brad Snetsinger ihren Verbleib bestätigt, Geschäftsführer Stefan Traut plant mit rund zehn Spielern aus dem Vorjahreskader. Da Gesellschafter Dennis Rossing die Bürgschaft für den Hallenmietvertrag übernommen hat, steht Zweitli-ga-Eishockey in Kassel aus Huskies-Sicht nichts im Wege. Auch die Frankfurter Löwen wären 2013/14 gerne zweitklassig.

In Bad Nauheim will man derweil weiter abwarten. Am heutigen Freitag ist eine Telefonkonferenz der Zweitligisten angesetzt, in der über das künftige Vorgehen beraten werden soll. EC-Pressesprecher Christian Berger sagt: »Solange wir nicht wissen, wieviele Mannschaften an den Start gehen, ist für uns nicht erkennbar, unter welchem Dach wir besser aufgehoben sind – Derbys hin oder her. Wir haben noch nichts unterschrieben«. Fakt ist nach der Niederlage des Eissport-Verbandes Nordrhein-Westfalen (LEV NRW) vor dem Landgericht München gegen einen Aufstieg der Roten Teufel, dass die Bad Nauheimer ab Herbst zweitklassig sind. Die Tagung der West-Oberliga, deren Zusammensetzung ebenso noch unsicher ist, am 7. Juli müssen sich die Bad Nauheimer Verantwortlichen demnach nicht in den Kalender eintragen.

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