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Arif Mustafa Karakoc (links) spielt mit dem Türkischen SV Bad Nauheim als Aufsteiger eine starke Saison in der Gruppenliga. Yasir Bashir und der SC Dortelweil sind als Mitfavorit schwer in Tritt gekommen und werden wohl nicht mehr in die Titelentscheidung eingreifen können. (Foto: Chuc)

Fußball

Wie die "Friedberger" Hessen- und Gruppenligisten in die Rückrunde gehen

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Die zwei Hessen- und vier Gruppenligsten aus dem Fußballkreis Friedberg bereiten sich auf die Rückrunde vor. Wer wurde verpflichtet? Wer hat die Klubs verlassen? Hier gibt’s die Übersicht.

Jenen Zeitgenossen, die überregional beschäftigte Klubs auf ihrer Hitliste ganz weit vorn führen, hat der Fußballkreis Friedberg eine ganze Menge zu bieten: In der Hessenliga kämpfen die nach der Saison 2017/2018 gemeinsam aufgestiegenen Klubs des FV Bad Vilbel (Rang 10/23 Punkte) und von Türk Gücü Friedberg (11./23) ums sportliche Überleben, während zwei Etagen tiefer, in der Gruppenliga Frankfurt-West, mit dem SKV Beienheim (3./41) und dem Türkischen SV Bad Nauheim (4./40) zwei der vier dort startenden Wetterauer Teams vom Aufstieg in die Verbandsliga Süd träumen dürfen. Der SC Dortelweil (8./27) war auf der Gruppenliga-Bühne von August bis Anfang Dezember zwar nicht ganz so erfolgreich unterwegs, ist dort aber inzwischen frei von Abstiegssorgen – ganz im Gegensatz zum FC Olympia Fauerbach (14./21), der im Tabellenkeller ein karges Dasein fristet und sich deshalb Mitte Dezember von Trainer Lars Osadnik trennte.

Für alle sechs heimischen Vereine gilt: Weil am letzten Februar-Wochenende mit den ersten Pflichtspielen der Rest-Rückrunde wieder der Ernst des Fußballerdaseins beginnt, ist die Winterpause ab sofort Geschichte. So wird bereits eifrig trainiert, und jede Menge Testspiele sollen dafür sorgen, dass der Start ins Fußballjahr 2019 nicht in die Hose geht. Gut zu wissen: Nach Ansicht aller Teambetreuer, die in Bad Vilbel, bei Türk Gücü Friedberg, in Beienheim, Bad Nauheim, Dortelweil und auf dem Fauerbach Elachfeld Verantwortung tragen, stehen die Chancen, die gesteckten Ziele (noch) zu erreichen, nicht schlecht. Die Übersicht:

FV Bad Vilbel: Trainer Amir Mustafic will Platz zwölf erreichen

Weil in der Regionalliga mit Eintracht Stadtallendorf, Hessen Dreieich und dem FSV Frankfurt drei hessische Teams akut abstiegsgefährdet sind, gehen sie in Bad Vilbel wegen der gefürchteten Gleitklausel von möglicherweise fünf Hessenliga-Absteigern aus. "Also müssen wir Platz zwölf erreichen, um allen Eventualitäten aus den Weg zu gehen. Ich denke, das ist machbar", sagt FV-Trainer Amir Mustafic, der sich von seinen Leuten vor allem mehr Cleverness im Abschluss wünscht. Personalbezogen sicher ein Gewinn: Stürmer Zoran Djordjevic ist nach langer Verletzungspause wieder im Training. Von Eintracht Stadtallendorf kommt Ivan Bozina als Verstärkung für das defensive Mittelfeld. Im Tor ist mit einem spannenden Dreikampf zwischen Sadra Sememy , Vladan Grbovic (bisher Türk Gücü Friedberg) und Tim Wissler (kam vom FSV Frankfurt U 19) zu rechnen. Dass die Abgänge von Ugur Aslan in Richtung Türk Gücü Friedberg und Keeper Patrick Rühl (VfB Unterliederbach) negative Spuren hinterlassen haben, ist nach Mustafics Überzeugung nicht zu befürchten. – Termine / Trainingsauftakt: 14. Januar. – Testspiele: Turnier in Oberrad am 26. und 27. Januar (1. Spiel am 26. Januar um 16 Uhr gegen den VfB Ginsheim), SG Bornheim/GW (29. Januar/19 Uhr/H), Rot-Weiß Frankfurt (2. Februar/14 Uhr/A), Turnier in Zeilsheim (3. Februar mit Spielen gegen SV Zeilsheim und TuS Lehnerz II), SV Neuhof (9. Februar/14.30 Uhr/H), Rot-Weiß Walldorf (16. Februar/15 Uhr/H). – Erste Punktspiele: FSC Lohfelden (23. Februar/H), FC Gießen (2. März/A), Viktoria Griesheim (9. März/A).

Türk Gücü Friedberg: Zwei weitere Verpflichtungen möglich

Von einem regen Personalaustausch, wie ihn die Verantwortlichen des Hessenliga-Neulings in der Vergangenheit bereits des Öfteren als notwendig erachteten, kann diesmal nicht die Rede sein. Florian Decise, der verletzungsbedingt in der Vorrunde ohnehin kein Thema war, hat sich abgemeldet, Keeper Vladan Grbovic wechselte zum FV Bad Vilbel. Dafür können die TG-Trainer Mustafa Fil und Gültekin Cagritekin mit Defensivspezialist Ugur Aslan (FV Bad Vilbel) und Mittelfeldspieler Gianni Petrone (Rot-Weiß Hadamar) zwei neue Spieler begrüßen, die allerdings bei 25 Kaderspielern teamintern auf starke Konkurrenz treffen. Ob auch Marvin Diehl (Vatanspor Bad Homburg) und Luca Coric (TSV Bad Nauheim) verpflichtet werden, ist noch unklar. Wichtig fürs erste Pflichtspiel bei Buchonia Flieden: Vuk Toskovic, Younes Bahssou und Ertugrul Erdogan, die im ertragreichen Saisonmonat November (drei Siege in Serie) verletzt passen mussten, sind wieder voll belastbar, während Mittelfeldaußen Kazuki Takahashi noch drei Spiele sowie Lukas Zarges letztmals gesperrt sind. – Termine / Trainingsauftakt: 9. Januar. – Testspiele (Heimspiele in Ober-Rosbach): FSV Friedrichsdorf (heute/20 Uhr/H), Viktoria Urberach (26. Januar/15 Uhr/H), Germania Dörnigheim (30. Januar/19.45/A), 1. Hanauer FC (2. Februar/15 Uhr/H), SV Zeilsheim (10. Februar/A), Rot-Weiß Darmstadt (16. Februar/14 Uhr/A). – Erste Punktspiele: Buchonia Flieden (23. Februar/A), Bayern Alzenau (2. März/H), FC Ederbergland (9. März/A).

SKV Beienheim: Trainer Sebastian Spisla muss selbst wieder die Schuhe schnüren

Dass Beienheims Trainer Sebastian Spisla beabsichtigt, wieder selbst die Stiefel zu schnüren, hat einen ganz speziellen Grund: Marco Mouzong (zur DJK Bad Homburg) und Advan Cakiqi (zum SV Gronau) wechselten die Fronten, Daniel Friede und Johannes Eder stehen aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Disposition. "Neue Leute für unseren Gruppenliga-Kader? Fehlanzeige. Eben deshalb müssen wir vor den richtungsweisenden Duellen gegen die Spitzenklubs aus Bad Nauheim und Oberrad andere Lösungen finden", sagt der 36-jährige Übungsleiter, der sich selbst neben den bislang im Reserveteam kickenden Dominik Friede, Marcel Bilkenroth, Yannick Wolf, Johannes Schnell, Marc Reif und Furkan Kale als eine von mehreren Alternativen bezeichnet. Titelambitionen? "Wir liegen auf Rang drei, und der Verein hat in seiner Geschichte noch nie besser dagestanden. Aber vom Aufstieg redet hier keiner. Können wir unsere derzeitige Position halten, wäre das ein Riesending", meint Spisla. – Termine / Trainingsauftakt: 23. Januar. – Testspiele (alle auswärts): SF Friedrichsdorf (2. Februar/14 Uhr), FSV Fernwald (6. Februar/20 Uhr), SV Seulberg (10. Februar/14 Uhr), FC Karben (17. Februar/15 Uhr). – Erste Punktspiele: TSV Bad Nauheim (24. Februar/H), Spvgg. 05 Oberrad (2. März/A), FC-TSG Königstein (8. März/A).

Türkischer SV Bad Nauheim: Nach Klassenerhalt ist der Rest ein Bonus

Bad Nauheims Spielertrainer Tufan Tosunoglu damit zu konfrontieren, er und seine mit 40 Punkten gerade mal zwei Zähler hinter Gruppenliga-Spitzenreiter Oberrad rangierende Mannschaft seien als Tabellenvierter ein potenzieller Aufstiegskandidat, bringt nichts, denn man beißt auf Granit. "Dafür kommen andere Mannschaften infrage. Und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ein solcher Sprung für den Verein überhaupt sinnvoll wäre. Unser Ziel war der Klassenerhalt. Den haben wir in der Tasche. Was jetzt noch kommt, ist Zugabe", lässt er wissen. Spielausschuss-Boss Deniz Can sieht es ähnlich, "aber wir würden, wenn es so käme, bestimmt nicht auf den Aufstieg verzichten". Das Spieljahr 2019 beginnt der Türkische SV mit nahezu unverändertem Kader. Luca Coric hat sich abgemeldet und trainiert inzwischen beim Hessenligisten Türk Gücü Friedberg – mehr war nicht. Allerdings kam Corics Abgang bei den TSV-Verantwortlichen gar nicht gut an. "Er hat uns kein Wort d gesagt", beklagt sich Can. – Termine / Trainingsauftakt: 14. Januar. – Testspiele (alle in Rödgen): Türk Gücü Frankfurt (27. Januar/15 Uhr), SC 1960 Hanau (3. Februar/15 Uhr), Viktoria Nidda (10. Februar/15 Uhr), SV Gronau (17. Februar/15 Uhr). – Erste Punktspiele: SKV Beienheim (24. Februar/A), FC Neu-Anspach (2. März/H), FC Oberstedten (10. März/A).

SC Dortelweil: Schon die nächste Saison aus dem Niemandsland der Liga vorbereiten

Dortelweils Co-Trainer Julian Mistetzky ist trotz der stolzen Serie von sechs Siegen, vier Remis und nur einer Niederlage ab dem neunten Spieltag Realist: "Für uns ist die Saison gelaufen. Nach vorne geht nichts mehr, weil wir den Saisonstart vergeigt haben, und die paar Punkte, die wir zum Klassenerhalt benötigen, sollten in den noch ausstehenden Partien locker drin sein." Mistetzky und Chefcoach Markus Beierle wollen sich darauf konzentrieren, perspektivisch bereits für die kommende Meisterschaftsrunde zu planen. Der aktuelle Stand der Dinge: Keiner hat den Verein verlassen, keiner wurde neu verpflichtet. Pflichtspiel eins nach der Winterpause führt die Bad Vilbeler zum Rangzweiten SV BKC Bosnien. "Inklusive Robin Dobios, der nach längerer Auszeit wieder Spaß am Fußball hat, kann die Mannschaft dort beweisen, was in ihr steckt", meint Mistetzky. – Termine / Trainingsauftakt: 22. Januar. – Testspiele: FC Karben (3. Februar/15 Uhr/A), Rot-Weiß Frankfurt (9. Februar/15 Uhr/H), SV Nieder-Weisel (12. Februar/20.15 Uhr/H), Germania Klein-Krotzenburg (17. Februar/14.30 Uhr/A). – Erste Punktspiele: SV BKC Bosnien (24. Februar/A), FC Kalbach (2. März/H), FCO Fauerbach (17. März/H).

FC Olympia Fauerbach: Mit neuem Trainer soll der Klassenerhalt geschafft werden

Virginio Bazzoli, neuer Trainer des stark abstiegsgefährdeten Gruppenligisten, hat gegenüber Vorgänger Lars Osadnik einen Vorteil: Mit Lennart Retzloff und Kapitän Michael Walther stehen zwei wichtige Stammkräfte wieder zur Verfügung, die den Fußballern aus dem Friedberger Stadtteil im Oktober und November verletzungsbedingt gefehlt hatten. Schwerpunkt in den Trainingseinheiten, die notgedrungen auf dem Friedberger Burgfeld durchgeführt werden müssen, ist ein besseres Defensivverhalten. "Vorne sind wir mit Cristian Bodea, Andreas Baufeldt und Paul Wischtak stark besetzt. Läuft es hinten besser, sollten aus den ersten drei Spielen sechs Punkte drin sein", sagt Fauerbachs Spielausschussvorsitzender Jürgen Güssgen. Den Abgängen von Ramil Taitschinov (FC Karben) und Avdo Hajdarevic (VfR Meerholz) steht ein Neuzugang gegenüber. Ob Clement Gyamfi (zuletzt SF Friedrichsdorf) allerdings den Sprung ins Gruppenliga-Team packt, bleibt abzuwarten. – Termine / Trainingsauftakt: 21. Januar. – Testspiele: SG Nieder-Mockstadt/Stammheim (9. Februar/13 Uhr/H), SV Gronau (10. Februar/15 Uhr/A), FC Ober-Rosbach (12. Februar/20 Uhr/A), SF Friedrichsdorf (16. Februar/15 Uhr/A). – Erste Punktspiele: FG Seckbach (24. Februar/H), DJK Bad Homburg (2. März/A), FC Neu-Anspach (10. März/H).

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