Friedberger EM-Träume platzen

(mw) Schwarzes Wochenende für die Athleten der LG Ovag Friedberg-Fauerbach bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig: Die Athleten von Volker und Sieglinde Weber fuhren auf dem Papier das schlechteste Ergebnis seit 2003 in Ulm ein, zudem mussten drei Sprinter ihre EM-Träume begraben.

Zwar nominiert der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) erst am heutigen Nachmittag sein Aufgebot für die am kommenden Dienstag beginnende Europameisterschaft in Barcelona, doch ein Friedberger wird nicht im Team stehen. Till Helmke vergab seine Chancen auf die Staffel als Sechster über 200 Meter ebenso deutlich wie 400-Meter-Läufer Niklas Zender, der als Vorlauf-13. sogar den Finaleinzug verpasste. Für die beste Fauerbacher Platzierung sorgte überraschenderweise Nils Müller, der über die halbe Stadionrunde erstmals bei einer großen Meisterschaft seinen Vereinskollegen Till Helmke schlagen konnte und in 21,46 Sekunden Fünfter wurde.

Bei Helmke sitzt die Enttäuschung über die verpasste Qualifikation für Barcelona nun tief. "Nach den letzten Einheiten hatte ich noch ein Fünkchen Hoffnung, in Braunschweig doch wieder gute Leistungen anbieten zu können. Aber schon im Vorlauf habe ich gemerkt, dass es wieder nicht rund läuft - auch wenn ich am Ende etwas rausgenommen habe, um ein paar Körner für das Finale zu sparen", sagte Helmke, der sich in 21,33 Sekunden für das Finale qualifizierte. Dort musste er auf den letzten Metern Vereinskollege Nils Müller ziehen lassen, der zuletzt in starker Verfassung laufende Müller setzte sich in 21,46 zu 21,48 Sekunden durch und wurde direkt vor Helmke Fünfter.

Über 4x100 Meter verpatzte das Duo dann den zweiten Wechsel von Helmke auf Müller - die Medaillenchancen waren damit zunichte. Michael Weber war am Start gelaufen, Christian Klein wartete vergeblich.

Keine Chance aufs Finale hatte Niklas Zender. Der 400-Meter-Läufer war mit einer schmerzhaften Sehnenverletzung im Knie gestartet. So blieben die Uhren im Vorlauf erst nach 47,71 Sekunden stehen. Für das Finale hätte der 19-Jährige 46,97 Sekunden laufen müssen. "Ich wollte kontrolliert anlaufen und hinten heraus Boden gutmachen. Das haben die Schmerzen im Knie aber nicht zugelassen", sagte Zender, der auf der ersten Streckenhälfte mithielt. Für einen EM-Platz hätte er wohl mindestens den fünften Platz anbieten müssen, um für den Staffelpool über 4x400 Meter berücksichtigt zu werden. Zender konnte damit auch nicht der LG-Langstaffel helfen und beendete die Saison. "Heute wird ein MRT gemacht, danach steht eine Untersuchung in München an".

Kleine Hoffnungen auf Barcelona hatte auch Christiane Klopsch, die dafür jedoch mindestens ihre Bestzeit von 57,00 Sekunden über 400 Meter Hürden hätte pulverisieren müssen. In 58,09 Sekunden verbesserte sie im Finale ihre Vorlaufzeit von 58,34 Sekunden und bestätigte ihren sechsten Rang mit einem guten Lauf.

Drei siebte Plätze gab es für Hochspringerin Bianca Schmid mit 1,80 Meter, Daniel Rabstein über 400 Meter Hürden (52,64 Sekunden) sowie die 4x400-Meter-Staffel mit Christian Klein, Sven Langer, Rabstein und Julius Schmidt, die in 3:15,93 Sekunden ein solides Rennen ablieferten.

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