VfB Friedberg mit sensationellem 6:6

(hlu) Die Szenen nach dem Schlusspfiff erinnerten an eine vorgezogene Karnevalsfeier: Die Spieler fielen sich um den Hals und bei den Zuschauern auf der Tribüne schwappte die Welle "La Ola": Die Wasserballer des VfB Friedberg haben in der Zweiten Liga für eine Sensation gesorgt, dem bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter SV Ludwigsburg beim 6:6 (1:3, 2:1, 1:0, 2:2) einen Punkt abgenommen und einen der größten Prestige-Erfolge der jüngsten Vereinsgeschichte gefeiert.

"Ich bin einfach nur stolz auf diese Mannschaft", sagte Spielertrainer Olaf Vetter nach dem Thriller mit Happy-End sichtlich bewegt: "Wir haben uns weder von dem vermeintlich übermächtigen Gegner, noch von unserem Verletzungspech beeindrucken lassen. Ich kann allen nur ein riesengroßes Kompliment machen."

Das gebührte an diesem denkwürdigen Tag im Usa-Wellenbad vor allem Thomas Schmidt. Der Torhüter brachte den Gegner mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung und stellte den als besten Keeper der Liga geltenden Robert Kovacs aus Ludwigsburg deutlich in den Schatten. "Das war nicht nur Zweitliga-Spitzenformat, das war Weltklasse", zollte Routinier Holger Luhmann dem VfB-Schlussmann ein Extralob und nahm Schmidt ganz fest in die Arme.

Der konnte das Glück kaum fassen. "Das ist unglaublich und unbeschreiblich. Damit hätten wir nicht gerechnet", sagte Schmidt und suchte nach dem Überraschungscoup nach den passenden Worten.

Dabei hatte sich der VfB den Punkt redlich verdient. In der Anfangsphase waren die Gäste noch überlegen, doch Schmidt mit seinen Paraden und Vetter mit zwei seiner insgesamt drei Tore hielten Friedberg auf Tuchfühlung. Nach dem Seitenwechsel legte der VfB dann jegliche Zurückhaltung ab. Als Schmidt im dritten Viertel sogar ohne Gegentor blieb und Vetter zum 4:4 ausglich, war die Spannung kaum noch zu überbieten.

Im "letzten Akt" ließen sich die Friedberger auch von fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen nicht beeindrucken. Das 4:5 in Unterzahl konterte Luhmann prompt mit einem seiner sehenswerten Rückhandtore. Nach dem 5:6 durch einen völlig unbegründeten Strafwurf, behielt Patrice Hütt die Nerven und verwandelte einen ebenfalls verhängten Strafwurf 30 Sekunden vor dem Spielende zum verdienten Remis.

Dabei hatte der VfB, der schon in der Woche zuvor beim 8:11 in Neustadt an einer Überraschung geschnuppert hatte und nun auf Platz sieben liegt, erneut mit Personalproblemen zu kämpfen. Kapitän Florian Hondrich verfolgte die Zitterpartie nach seinem Bänderriss mit einem Gips und auf Krücken ebenso am Beckenrand wie der gesperrte Stephan Schmidt. Zudem fiel Harald Klein verletzt aus.

"Deshalb ist diese Leistung und das Ergebnis umso höher einzuschätzen. Alle haben zusammengehalten und auch die jungen Spieler haben ihre Sache bei ihren kurzen Einsatzzeiten gut gemacht", erklärte Vetter.

Am Samstag (20.15) empfängt Friedberg mit Austiegs-Topfavorit SG Leimen/Mannheim einen weiteren Hochkaräter. Die Leimener haben zwar mit einem Tor in Ludwigsburg verloren, doch Vetter dämpft zu hohe Erwartungen: "Wir freuen uns über den Punkt gegen Ludwigsburg, aber wir bleiben auf dem Boden. Wir werden wieder unser Bestes geben, aber wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass uns ein solches Husarenstück immer gelingt."

VfB Friedberg: Schmidt; Vetter (3), Luhmann (2), Hütt (1), Dietz, Scerbinin, Roth, Duch, Zinnel, Scholl, Hahn.

Zweite Bundesliga in Zahlen

Friedberg - Ludwigsburg 6:6

Worms - Neustadt 7:25

1. WSV Ludwigshafen 6 +23 10:2

2. SV Ludwigsburg 08 5 +42 9:1

3. Neustadt/Weinstraße 6 +15 8:4

4. Wasserfreunde Fulda 4 +10 6:2

5. Leimen/Mannheim 4 +46 6:2

6. 1.FC Nürnberg 5 -27 4:6

7. VfB Friedberg 4 +2 3:5

8. SV 1921 Weiden II 2 +6 2:2

9. Stadtwerke München 4 -16 2:6

10. WV Darmstadt 70 4 -43 0:8

11. Poseidon Worms 6 -60 0:12

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