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TG Friedberg schließt berauschende Saison ab

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Von: Peter Hett

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Die TG Friedberg hat eine berauschende Saison hingelegt und kehrt in die Handball-Landesliga zurück. Der Rückblick in Kurzform: Sportlicher Meister, Punktabzug, Entscheidungsspiele, Relegation, Party.

Vor Beginn der abgelaufenen Spielzeit in der Handball-Bezirksoberliga gab es für die Kenner der Szene keine Zweifel. Für die Meisterschaft kamen nur zwei Vereine in Frage, die TG Friedberg und die TSF Heuchelheim. Dass sich am Ende beide über den Aufstieg freuen konnten, bestätigt die Vorhersagen. Wie dies allerdings zustande kam, hatte mit Sicherheit niemand auf der Rechnung. Insgesamt 30 Spiele mussten die Handballer aus der Kreisstadt bestreiten, ehe sie dem Meister aus Heuchelheim noch über das Hintertürchen Relegation in die Landesliga folgen durften.

Zum Ende der Saison war Friedberg – rein sportlich betrachtet – mit 46:6 Punkten Meister vor den TSF (44:8). Da Friedberg jedoch noch zwei Punkte abgezogen wurden, weil das Schiedsrichter-Soll nicht erfüllt war, lagen beide nach Pluspunkten gleichauf. Da auch der direkte Vergleich unentschieden ausgegangen war, kam es zu zwei Entscheidungsspielen. In beiden Spielen erwiesen sich die Männer aus dem Gleiberger Land überlegen, gewannen mit 30:24 und 28:22 und kürten sich damit zum Meister.

Obwohl Friedberg eine überragende Saison gespielt hatte, in der es nicht nur zwei Serien von zwölf und sieben Siegen in Folge, sondern zu Hause auch eine blütenweiße Weste zu verzeichnen gab, mussten zwei Relegationsspiele gegen die TG Schierstein, den Vizemeister des Bezirks Wiesbaden/Frankfurt, darüber entscheiden, ob die Rückkehr in die Landesliga gelingt. Diese beiden Spiele übertrafen alles, was im Laufe der Saison geboten wurde. Sie zeigten auf, weshalb der Handballsport seine Anhänger derart fasziniert. »Seit 40 Jahren bin ich dem Handball verbunden, so etwas habe ich aber noch nicht erlebt. Es war zweimal Hitchcock mit einem tollen Drehbuch, wobei das Rückspiel die Dramaturgie des Hinspiel noch mal getoppt hat«, bewerte Friedbergs Co-Trainer Thomas Keck die beiden Spiele. Im Hinspiel verspielten beide Kontrahenten jeweils klare Führungen und trennten sich mit 30:30. Im Rückspiel sah Friedberg nach 40 Minuten wie der sichere Sieger aus. Eine kurzzeitige Schwächephase brachte Schierstein zurück. Sechs Sekunden vor dem Abpfiff stand es 29:29 – ein Ergebnis, das aufgrund der Auswärtstorregelung für Friedberg den Aufstieg bedeutete. Der jetzt für die Gäste verhängte Siebenmeter wurde von Radu Balasz gehalten. Damit war der Aufstieg gesichert. Am Ende einer langen kräftezehrenden Saison hatte sich der Handballgott für die Kreisstädter entschieden. »Als Happy End nach insgesamt 1800 gespielten Minuten Handball«, bezeichnete TG-Trainer Sven Daxer den Erfolg. Der TGF-Clan feierte bis in die frühen Morgenstunden.

»In der regulären Saison waren wir der sportliche Meister und haben deshalb den Aufstieg mehr als verdient. Das am Ende ein Tor den Ausschlag gibt, ist tragisch. Letztes Jahr sind wir wegen einem Tor abgestiegen. Jetzt hat uns ein verworfener Ball wieder nach oben gebracht«, analysierte Friedbergs Abteilungsleiter Uli Kaffenberger. Den größten Anteil an diesem Erfolg misst er seinem Trainerteam bei. Das Tandem Daxer/Keck kennt sich seit Jahren. Mal haben sie zusammen gespielt, mal war der eine der Trainer des anderen. Sie funktionieren als Team und beiden macht die gemeinsame Arbeit Spaß. Es besteht blindes Vertrauen untereinander. Eine wichtige Rolle nehmen auch die Physiotherapeuten Axel Thielmann und Jana Pabst ein. »Ohne ihre medizinische Betreuung wäre es vor allem in der Endphase richtig eng geworden, da etliche Spieler angeschlagen waren«, unterstreicht Keck. Auch die Arbeit von Torwart-Trainer Eric Zerulla ist zu loben. »Durch Eric gibt es bei uns seit dieser Spielzeit ein konstantes Torwarttraining«, informiert Daxer.

»Für die Mannschaft steht jetzt erstmal Pause an. Das gesetzte Ziel ist erreicht. Zugleich herrscht Genugtuung darüber, dass man der zugeschriebenen Favoritenrolle gerecht wurde«, meint Kaffenberger. »Wir können der Mannschaft nur dankbar sein. Da viele der Spieler im Jugendbereich als Trainer arbeiten, haben sie den Jugendlichen eine neue Orientierung gegeben. Der Aufstieg hat eine Integrationswirkung und gibt allen im Verein neue Motivation, unseren Weg weiter zu beschreiten«, bewertet Kaffenberger den Stellenwert des Erfolgs.

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