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TG Friedberg hofft auf einen Impuls für die Kreisstadt

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Peter Schubert
Peter Schubert © Red

Die TG Friedberg, der Dino der Handball-Bezirksoberliga Gießen, klopft an die Tür zur Landesliga. Fünf Spieltage vor dem Rundenende liegen die Kreisstädter einen Zähler hinter Tabellenführer TSV Lang-Göns, der am Samstag (18.30 Uhr) in Friedberg gastiert.

Angesichts der Bilanz von bislang nur sieben (TSV), beziehungsweise (TGF) acht Minuspunkten aus 21 Spielen könnte in der Halle am Seebach vielleicht schon eine Vorentscheidung im Titelkampf fallen. Vor dem Gipfeltreffen hat WZ-Redakteur Michael Nickolaus mit Professor Peter Schubert, dem Handball-Abteilungsleiter der TG Friedberg, über die bisherige Saison, das Top-Spiel und Aufstiegsträume gesprochen.

Peter Schubert, die TG Friedberg könnte in diesem Jahr mit dem erstmaligen Aufstieg in die Landesliga Vereinsgeschichte schreiben. Eine Überraschung oder das Resultat kontinuierlicher Arbeit?

Peter Schubert : »Für den Außenstehenden mag das eher überraschend kommen, für uns nicht. Wir ernten jetzt die Früchte unserer Nachwuchsarbeit. Die A-Jugendlichen, die vor zwei, drei Jahren in den Senioren-Bereich übergegangen sind, setzen die Impulse. Dazu haben wir einige Routiniers aus einem anderen starken Jahrgang einige Jahre zuvor. Ich denke, die Mischung macht’s.«

Was zeichnet die Mannschaft 2013/14 aus?

Schubert: »Das Team ist in der Lage, ein Spiel in der Schlussphase zu drehen, zu entscheiden. Das ist das Resultat einer guten Saisonvorbereitung und des Athletik-Trainings, von dem wir zehren. Unser Stammkader ist vergleichsweise klein, ist aber in der Lage, über die komplette Spielzeit konzentriert zu agieren. Spiele wie gegen Florstadt, Rechtenbach oder zuletzt gegen Mainzlar, die wir zum Ende hin gedreht haben, sind beste Beispiele.«

In welchen Spielern sehen Sie die Schlüsselfiguren?

Schubert: »Boris Langer spielt zwischen den Pfosten sicher ein überragende Saison. Fabian Wolf und Marco Zinnel zählen sicherlich zu den erfolgreichsten Torschützen der Liga, dazu kommt ein Steffen Rosenschon als Spielmacher. Teamintern hat aber keiner eine Sonderrolle. Ein Spieler lebt vom anderen. Der Torjäger vom Vorbereiter und umgekehrt.«

Wenn Ihnen die jetzige Konstellation vor Saisonstart prognostiziert worden wäre …

Schubert: »Dann hätten wir uns natürlich gefreut. Wir sehen darin die positive Entwicklung in unserer Abteilung bestätigt. Für die Stadt Friedberg wäre ein Aufstieg sicher ein toller Impuls, zumal in einer Stadt mit dieser Einwohnerzahl auch das entsprechende Zuschauer-Potenzial zu rekrutieren sein dürfte. Wir wollen bei aller Begeisterung aber nicht zu euphorisch sein, sondern die Situation und das Spiel am Samstag genießen. Selbst bei einem Sieg: Wir haben vor allem mit den Spielen in Münzenberg und beim derzeit unberechenbaren TSV Södel noch sehr schwere Partien zu bestreiten. Die Erwartungshaltung bei unserem Gast aus Langgöns ist aber sicher noch um einiges höher. Der TSV kommt aus der Landesliga und will dort auch wieder hin. Entsprechend rechnen wir auch mit Gäste-Fans, die ihr Team unterstützen werden.«

Welche Konsequenzen würde ein Aufstieg mit sich bringen?

Schubert: »Das ist für uns – da wir eine Mannschaft mit Einheimischen haben – eine rein sportliche Geschichte. Entweder es reicht oder eben nicht. Oft wird nach einem Titel die Frage gestellt, ob ein Rückschlag bei eventuellem Misserfolg eine Liga höher den Verein nicht weiter zurückwirft, als der Aufstieg ihn nach vorne gebracht hat. Wir sehen das optimistisch. Griedel ist ein positives Beispiel; der TSV kann, wie wir sehen, durchaus höherklassig mitspielen, wenn alle Spieler gesund sind. Natürlich würden wir uns einen Effekt auf unsere an sich schon recht erfolgreiche Nachwuchsarbeit erhoffen – immerhin spielen die männlichen Jugendlichen der D- und der A-Jugend in Entscheidungsspielen um die Bezirksoberliga-Meisterschaft. Derzeit sind wir dabei, die Kooperation mit Schulen zu intensivieren, um Schüler und Jugendliche für unsere Sportart zu gewinnen. Positiv ist, dass – das haben unsere Gespräche ergeben – die Mannschaft im kommenden Jahr grundsätzlich zusammenbleibt, sofern das mit der beruflichen Situation oder den Studienorten zu vereinbaren ist. Einzig Torwart Boris Langer wird aus gesundheitlichen Gründen wohl nicht mehr dabei sein.

Vor allem sind wir froh, dass der Trainer Gert Eifert seine hervorragende, engagierte Arbeit fortsetzen wird, die sicher – das will ich gerne hinzufügen – auch dadurch möglich ist, weil ihm Michael Metzger eine intakte Mannschaft hinterlassen hat.«

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