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Fred Carroll erhält Zwei-Jahres-Vertrag

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(mn) Der EC Bad Nauheim hat die sportliche Leitung für die kommenden beiden Spielzeiten dem Deutsch-Kanadier Fred Carroll übertragen. Der 45-Jährige einigte sich mit dem Eishockey-Oberligisten - den Erhalt der Drittklassigkeit vorausgesetzt - auf einen Vertrag bis 2010, der sich automatisch um eine weitere Saison verlängert, sollten die Roten Teufel im zweiten Jahr die Play-off-Runde erreichen.

»Ich bin sehr froh. Für den Standort Bad Nauheim ist dies die richtige Entscheidung«, sagt Wolfgang Kurz, der als Alleingesellschafter der Spielbetriebs GmbH die Verhandlungen geführt hat. Fred Carroll hatte am 27. November 2007 nach der Demission von Michael Eckert dessen Nachfolge angetreten, den Kader kostendämpfend modifiziert und mit elf Siegen aus 30 Spielen das Heimrecht in der ersten Play-down-Serie verteidigen können. »Fred leistet hier gute Arbeit. Er ist ein Kenner der Szene und - ganz wichtig - ein Realist. In unseren Gesprächen ging es weniger um Geld, Auto oder Wohnung, sondern um sportliche Ziele und Möglichkeiten, die Zuschauer zu begeistern. Fred lebt für das Eishockey«, nennt Kurz die Qualitäten, die ihm eine Entscheidung leicht gemacht haben, zumal der »Macher« auch ein positives Feedback aus der Mannschaft bekommen hatte und auch die Werbepartner auf seiner Seite stehen hat. »Ich bin sicher, dass man hier wieder etwas aufbauen kann - Schritt für Schritt. Bad Nauheim hat bundesweit als Eishockey-Stadt einen guten Ruf. Hier vor Ort ist es entscheidend, das Vertrauen zurückzugewinnen. Und da sind wir auf einem guten Weg«, sagt Carroll, der mit seiner Familie den Lebensmittelpunkt von Hannover in die Wetterau verlegen will. Bad Nauheim ist für Fred Carroll, der zwischen 1986 und 1988 insgesamt 100 Spiele für die Roten Teufel in der damaligen zweiten Bundesliga absolviert hatte, die fünfte Trainer-Station nach Selb, Leipzig, Neuwied und Weißwasser. »Die Arbeit hier macht mir Freude«, sagt Carroll, der bei allem sportlichen Ehrgeiz die finanziellen Voraussetzungen durchaus einzuordnen weiß und die Aufgabe, mit einem zur aktuellen Situation vergleichbaren Personal-Etat sportlich erfolgreicher abzuschneiden, annimmt. »Okay, im Augenblick können wir keine großen Sprünge machen. Aber vielleicht kann sich über erste kleinere Erfolge auch der eine oder andere Werbepartner wieder mit uns identifizieren.« Personelle Fragen blockt Carroll mit Blick auf die entscheidende Saisonphase ab, WZ-Informationen aus dem Umfeld zur Folge soll das Team auf vier bis sechs Positionen verändert werden. Vor dem abschließenden Wochenende der Meisterschaftsrunde (Bad Nauheim empfängt am Freitag den Nord-Tabellenführer Dresden und ist am Sonntag in Rostock zu Gast) richtet sich das Interesse der Oberligsten der Zusammenkunft aller ESBG-Klubs morgen in München. Insbesondere die Nord-Konkurrenz steht in diesen Tagen mehr und mehr in den Schlagzeilen. Unlängst hatten die Blue Lions Leipzig ein zu erwartendes Minus im sechsstelligen Bereich eingestehen müssen und die Rostock Piranhas, wo der Ex-Nauheimer Henry Thom als neuer Coach vorgestellt wurde, angesichts der enormen Reisestrapazen ihre Oberliga-Zugehörigkeit vom künftigen Spielmodus abhängig gemacht. Jetzt wurden auch in Halle und Erfurt die Planungen vorübergehend auf Eis gelegt. Beim abgeschlagenen Aufsteiger aus Thüringen hat Trainer Thomas Belitz aus finanziellen wie organisatorischen Gründen den Abstieg in die Regionalliga als einzig vernünftiges Zukunfts-Modell deklariert, bei den Saale Bulls in Sachsen-Anhalt will Präsident Andreas Werkling die ESBG-Tagung abwarten. »Dann werden wir sehen, wie wir uns bei einer möglichen eingleisigen Liga positionieren.« Wolfgang Kurz wird in der bayrischen Landeshauptstadt das Gespräch mit Andreas Hobuß, dem Geschäftsführer der Eisbären Berlin Juniors, des wahrscheinlichen Play-down-Gegners, suchen. Der Hintergrund: der geplante Beginn der Serien-Spiele zwei (12 Uhr) und vier (14 Uhr) in Berlin.

»Uns bleibt nichts anderes übrig. Andere Termine stehen uns nicht zur Verfügung«, sagt Hobuß, während insbesondere RT-Trainer Fred Carroll von »Wettbewerbsverzerrung« spricht. »Wir lassen die Eisbären ja auch nicht morgens um 10 Uhr bei uns antreten.« Nicht morgens, dafür aber vorgezogen um 15 Uhr wollen die Roten Teufel ihr zweites Abstiegsrunden-Heimspiel der Serie am Ostermontag bestreiten. Die Stadt Bad Nauheim habe dieser Verlegung bereits zugestimmt.

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