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Nun auch wieder offiziell für die Frankfurt Universe im Dienst: Quarterback Steve Cluley (l.) Head-Coach Brian Caler. Gemeinsan wollen sie in der kommenden Saison in der German Football League wieder angreifen ? wenn bis dahin die Lizenz da ist. (Foto: Hübner)

Hängepartie

Frankfurt Universe und das Warten auf die GFL-Lizenz

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Football-Erstligist Frankfurt Universe hat das Insolvenzverfahren hinter sich, Spieler und Trainer gehen an die Arbeit, die Verantwortlichen bereiten die neue Saison vor, doch ein entscheidendes Puzzleteil fehlt.

Alles ist angerichtet. Der Kader des Football-Erstligisten Frankfurt Universe steht bis auf eine Lücke in der Offensive Line, für die noch in den USA nach einer Lösung gesucht wird. Headcoach Brian Caler hat nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens das Training vor eineinhalb Wochen wieder in die Hand genommen und freut sich "riesig" darüber, auch offiziell wieder ein Teil des Vorjahresfinalisten der German Football League (GFL) zu sein. Selbst die beiden Stadionsprecher für die laut Plan mit einem Heimspiel am 5. Mai gegen die Allgäu Comets beginnende Saison, Christian Seelmann und Steffen Popp, wurden bereits vorgestellt. Was jetzt noch fehlt, das ist die Lizenz.

Frankfurt Universe: 80.000 Euro Kaution sind hinterlegt, nun muss der Verband entscheiden

"Ich gehe zu 99 Prozent davon aus, dass wir zumindest eine vorläufige Spielberechtigung bekommen", sagt Daniel Zeidler, einer der drei neuen Geschäftsführer der für die Profis verantwortlichen Frankfurt Universe Betriebs GmbH. Doch noch hat der American Football Verband Deutschland (AFVD) nichts Entscheidendes verlauten lassen. Stattdessen wollten die Verantwortlichen sich noch einige Positionen im Haushaltsplan verifizieren lassen. Keine leichte Aufgabe, meint Zeidler. Manches beruhe einfach auf Annahmen. Eine geforderte Kaution von 80.000 Euro hatten die Frankfurter immerhin schon vor zwei Monaten gezahlt.

Mit Blick auf die Verhandlungen mit potenziellen Partnern sei das Dasein in der Warteschleife "kontraproduktiv", sagt Zeidler. Um die treuesten Fans nicht abzuschrecken, hat man sich derweil etwas einfallen lassen. In der vergangenen Saison wurden etwa 770 Dauerkarten erworben. Die Käufer kamen durch die Insolvenz nicht ins Stadion. Diesmal bleiben die Einnahmen aus dem Vorverkauf beim Ticketanbieter, sodass die GmbH sie nicht ausgeben kann, bevor die entsprechende Gegenleistung erbracht wurde. Bei bislang 280 Anhängern hat sich diese Taktik bislang ausgezahlt: Sie haben sich auch für die neue Spielzeit schon ihre Plätze gesichert. Beim Fan-Day in einem Kino reagierten aber einige der etwa 150 Angereisten verhalten, wenn die Töne der Universe-Verantwortlichen gar zu euphorisch klangen. Zeidler unterstreicht dies: "Wir werden einen oder zwei Schritte zurück machen müssen, damit sich Dinge nicht wiederholen, die in der Vergangenheit passiert sind", sagte er.

Frankfurt Universe: Mit Headcoach Brian Caler und Quaterback Steve Cluley in die neue Saison

Spieler und Trainer ließen sich aber nicht anmerken, dass man sie vor dem ersten Kick-off noch bremsen könnte. Caler will sich zu keinem Zeitpunkt nach einem anderen Job umgesehen haben, obwohl er bereits seit Januar arbeitslos gemeldet war. In Patrick Griesheimer lockte er sogar den früheren Marburger Konkurrenzkollegen als Offense-Coach zurück zu den "Men in purple" an den Main.

Unter den 16 Abgängen, die die Universe verzeichnet, befinden sich allerdings einige sehr schmerzhafte: Sonny Weishaupt etwa, der am Donnerstag auf Glück beim Draft der kanadischen Liga hofft, Andreas Betza, der über Grenoble nach Berlin ging, Joe Bergeron, der nun in Serbien spielt, David Giron, der in den USA einen Job angenommen hat, sowie John Tidwell, der sich in Übersee als Coach üben will. Dagegen gehört der 2018 von einer Knieverletzung gestoppte Quarterback Steve Cluley nun wieder dazu. "Wenn alle gesund bleiben, haben wir einen der besten Kader Europas", kündigte Caler an – allerdings aktuell einen ohne Lizenz. Katja Sturm

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