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An ein intensives Coaching ist für Thomas Kösling derzeit nicht zu denken. FOTO: HÜBNER

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Frankfurt Universe: Spekulationen im Schwebezustand

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Das Coronavirus hat auch die Pläne bei Frankfurt Universe vorerst über den Haufen geworfen

An vergangenen Samstag sollte erstmals wieder das Ei über den Rasen fliegen. Ein sogenanntes Preseason Game, ein Testspiel für die neue Saison in der German Football League (GFL), war für den Vorjahreshalbfinalisten Frankfurt Universe beim Nord-Team Cologne Crocodiles vorgesehen. "Alles war vorbereitet", erklärt Alexander Korosek, einer der beiden Geschäftsführer der Gäste. "Wir hätten nur noch in den Bus steigen müssen."

Doch das Coronavirus hat sämtliche Pläne für den Sommer über den Haufen geworfen. Der Ligaauftakt wurde vorerst um drei Wochen nach hinten, aufs Pfingstwochenende verlegt. Spätestens seit der Ankündigung der Bundesregierung, Großveranstaltungen bis Ende August zu verbieten, scheint auch dieser Termin hinfällig geworden zu sein. Wobei noch nicht feststeht, wie die Länder den Begriff jeweils definieren. Es könnte also sein, so Korosek, dass in Hessen schon vorher mit bis zu 3000 Zuschauern gespielt werden könnte, während man woanders bereits bei 1000 eine Grenze zieht. Dies würde nach Ansicht des Luftfahrtunternehmers, dessen Kleinflugzeuge bis nächste Woche ebenfalls noch am Boden bleiben müssen, zu einem Ungleichgewicht führen, das einen auch nur annähernd regulären Ligabetrieb nicht zulassen würde.

Ähnliches gilt für die Situation bei den Import-Spielern. Während die der Frankfurter, 15 an der Zahl, darunter vier Amerikaner, alle noch in ihren Heimatländern weilen und nicht einreisen dürfen, haben andere Clubs die Verstärkungen bereits vor Ort.

Bislang sei all dies, was man sich an Szenarien ausmalen und an Lösungen einfallen lassen würde, jedoch nur Spekulation. "Wir befinden uns im Schwebezustand", sagt Korosek. Immerhin: Universe hat vorgesorgt. "Zufall oder Glück", alle Saisonverträge wurden frühzeitig ausgearbeitet und geprüft, Zahlungen werden jedoch erst fällig, "wenn der erste Ball fliegt".

Die Spieler werden nach vier Mini-Camps mit den einheimischen nun mit Videoschulungen zu Taktik und Spielzügen sowie Trainingsplänen für die Fitness bei Laune gehalten. Obwohl es den "Men in Purple" gemäß der Regelung für Berufssportler erlaubt sein würde, in Kleingruppen zu trainieren, sehen die Verantwortlichen wenig Sinn darin. Derzeit prüfe das hessische Innenministerium jedoch einen Antrag auf eine Sondergenehmigung für Teameinheiten.

Vier bis sechs Wochen gemeinsames Training seien nötig, will man richtig Football spielen. Ziel der Frankfurter war ursprünglich, diesmal im German Bowl vor der Haustür mitzumischen. 500 Fans hatten bereits Dauerkarten gebucht, um sie auf dem Weg dorthin zu begleiten. Diese sind bezahlt, das Geld würde ganz oder anteilig zurückfließen, sollte es keine Spiele geben. Finanziert wurde das, was an Ausgaben bislang nötig war, von den Rücklagen, die in der vergangenen Saison, der ersten nach der zwischenzeitlichen Insolvenz der Spielbetriebs GmbH, unter neuer Führung erwirtschaftet wurden. Ein kleiner Betrag, der laut Korosek ausreicht.

Erspielt habe sich Universe dank soliden Wirtschaftens und Transparenz auch wieder Vertrauen. Während der bereits im Oktober begonnenen Vorarbeiten wurden neue Partner gewonnen, die es nicht nur möglich machten, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Auch die Aktionen rund um die Heimpartien wie die Power Partys sollten wieder hochgefahren werden. Eventuell müsse man jetzt einen Schritt zurückgehen und sich noch einmal so zurückhaltend wie 2019 präsentieren. Die bisherigen Signale sprechen jedoch dafür, dass die Geldgeber, die Lust auf Football haben, den Sportlern die Stange halten.

Allein in Sachen Stadion war man sich noch nicht einig geworden, hatten die Universe-Macher die Vereinbarung mit den Hausherren vom FSV Frankfurt noch nicht unterschrieben. Die Bedingungen, so Korosek, seien "nicht akzeptabel" gewesen. Jetzt müsse man sowieso eine andere Lösung finden, notfalls würden die Footballer sogar umziehen. Denn selbst wenn man den Spielbetrieb und auch die Tribünen teilweise freigeben würde, wäre noch nicht klar, wie viel Publikum dies angesichts der Ängste vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus locken würde.

Zumal es als Alternative einen kostenlosen Livestream gibt. Den verlangt die Liga seit dem vergangenen Jahr. Im Schnitt sahen ihn 12 000 bis 15 000 Zuschauer pro Heimpartie „Wir zahlen also dafür, dass die Fans zu Hause bleiben“, sagt Korosek. Auch das müsste seiner Meinung nach auf den Prüfstand gestellt und die Übertragung für die Nutzer kostenpflichtig werden, sollte doch noch eine Saison stattfinden. 

Katja Sturm

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