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Frankfurt Universe: Kick-off für den Neuanfang

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Frankfurt Universe startet am Sonntag mit dem Spiel gegen die Allgäu Comets in die German Football League. Trainer Brian Caler hat nach turbulenten Monaten ein ehrgeiziges Ziel.

Brian Caler strotzt vor Optimismus und Angriffslust. Der oft eher zurückhaltend wirkende Cheftrainer der Frankfurt Universe hat für die neue Saison der German Football League (GFL) kein anderes Ziel ausgegeben, als den Meister und Vorjahresfinalgegner Schwäbisch Hall Unicorns zu bezwingen und den Titel endlich an den Main zu holen. Ganz ungeachtet all der Unwägbarkeiten, die die Hessen seit Monaten begleiten.

Frankfurt Universe: Saisonstart am Sonntag gegen die Comets

Erst wenige Tage vor dem ersten Heimspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen den Vorjahresdritten Allgäu Comets hatte der für die Liga zuständige American Football Verband Deutschland (AFVD) die Verantwortlichen darüber informiert, dass ihr Team mit einer vorläufigen Spielberechtigung am Kampf um den German Bowl teilnehmen darf. Mit einer Zurückweisung ihres Lizenzantrags hatten diese laut Geschäftsführer Daniel Zeidler zwar nicht gerechnet. Als zu wertvoll wird der Standort für die höchste nationale Spielklasse angesehen, zumal am 12. Oktober auch noch das Endspiel in der hiesigen Fußball-Arena ausgetragen wird. Darüber hinaus hatte das neue Führungsduo der für den Spielbetrieb verantwortlichen Frankfurt Universe Betriebs GmbH (FUB), zu dem neben Zeidler der Luftfahrt-Unternehmer Alexander Korosek gehört, eigenen Angaben nach solide kalkuliert.

Frankfurt Universe: Abstriche im Etat

Doch nach den Höhenflügen, die unter Vorgänger Michael Schwarzer absolviert wurden und auf einem Schuldenberg in Höhe von 1,5 Millionen Euro endeten, ließ man die "Men in Purple" trotz Aufhebung des Insolvenzverfahrens im März länger zappeln. Schuld daran war, wie Zeidler einräumt, wohl auch eine weitere Unstimmigkeit in den eigenen Reihen. Der ursprünglich zum dritten Geschäftsführer bestimmte, aber mittlerweile ausgeschiedene Werbefachmann Arnoulf Keil habe in seinem Verantwortungsbereich Marketing und Sponsoring Erwartungen geweckt, die sich nicht erfüllen sollten. "Das hat uns zurückgeworfen", sagt Zeidler. Der ursprünglich auf etwa 800 000 Euro bezifferte Etat musste erneut heruntergeschraubt werden. "Wir haben an allen Stellen noch mal Abstriche gemacht", so Zeidler.

Frankfurt Universe: Funktionäre in Vorkasse

Bereits eingereichte Unterlagen wurden korrigiert. Zudem fordert die Liga von der Universe, monatlich Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben abzulegen. Zeidler bleibt zuversichtlich, dass alles gut ausgeht und sich im Laufe des Sommers weitere Partner finden, die die Footballer unterstützen. "Wir mussten von Anfang an so agieren, als wäre die Saison sicher", erklärt Zeidler. Dazu gehörte, neben der geforderten Kaution von 80 000 Euro die gleiche Summe noch einmal in Organisatorisches wie die Wohnungen der Spieler oder Reisekosten zu investieren. "Natürlich muss man da in Vorkasse gehen", ohne sich sicher sein zu können, dass man am Ende etwas verdient. Aber im Sport ginge eben nichts ohne ein gewisses Risiko.

Frankfurt Universe: Mehr als 450 Dauerkarten verkauft

Der Saisonauftakt in der Süd-Staffel soll ein abgespeckter sein – ohne richtige Power Party und mit vermutlich deutlich weniger Zuschauern als den "konservativ" geplanten 2000 pro Spiel. Mehr als 450 verkaufte Dauerkarten und sechs oder sieben Logen im Stadion am Bornheimer Hang wertet der Geschäftsführer aber als Erfolg.

Frankfurt Universe: Coach Caler mit ehrgeizigem Ziel

Caler rühmt das gute Training mit dem Team, das vor allem in der bewährten Defensive schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen hatte. "Wir haben das so gut wie möglich ausgeglichen", so der Trainer. Und dabei mehr auf "deutsche Jungs" gesetzt. So befinden sich erst mal nur zwei Amerikaner im Kader. Einer davon ist Quarterback Steve Cluley, der sich zu Beginn der vergangenen Spielzeit so schwer am Knie verletzte, dass er für den Rest der Partien ausfiel. Jetzt steht er wieder auf dem Feld, um mitzuhelfen, an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. "Wer nur mittelmäßig sein will", sagt Caler, "ist bei der Universe fehl am Platz."

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