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Frankfurt Universe: Grahn soll zurückzahlen

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Die Post kurz vor Weihnachten enthielt Unerfreuliches. Markus Grahn, der ehemalige Cheftrainer des Football-Erstligisten Frankfurt Universe, soll bis heute Geld zurückzahlen, das er im März von der mittlerweile insolventen Betriebs GmbH der Profis (FUB) bekam.

Es geht um 4000 Euro, die laut Grahn Beiträge zur Altersvorsorge sind, die man ihm schuldig geblieben war, als er die "Men in Purple" 2016 und 2017 betreute.

Einen Monat vor den Überweisungen hatte sich der gebürtige Braunschweiger, der das hessische Team während seines zweiten Engagements bei diesem in die German-Football League und dort bis ins Halbfinale führte, bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Frankfurt zusagen lassen, dass ihm die FUB noch 18 000 Euro schuldet. Durch Zahlungsverzug und die damit verlorenen Zinsen und Zuschüsse zur Betriebsrentenversicherung summierte sich die Forderung später auf 22 000 Euro, von denen der Großteil im Juli über das Insolvenzgeld abgewickelt wurde, wie Grahn erklärt. Doch eben diese 4000 Euro, die er vorher bekam, soll er nun zurückgeben.

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"Ich bin mir keiner Schuld bewusst und fühle mich trotzdem als Verlierer", sagt der frühere NFL-Europe-Coach, der noch immer in der Wetterau wohnt und sich als Sportberater in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen, auch international, selbstständig gemacht hat. Er überlege, ob er das Geld nicht bei FUB-Geschäftsführer Michael Schwarzer einklagen sollte, den Grahn für die Misere bei den Footballern verantwortlich macht. Es habe sich bis heute nicht mal jemand für all die Unannehmlichkeiten entschuldigt, mit denen seine Arbeit in Frankfurt entlohnt wurde. "Ich habe deshalb auch zu niemanden dort mehr Kontakt."

Thomas Rittmeister, der als vorläufiger Insolvenzverwalter aktuell die Geschäfte bei der FUB führt und die Forderung bei Grahns Anwalt Rüdiger Danowski eingereicht hat, betont, dass es dabei nicht um einen Einzelfall gehe. "Der Gesetzgeber will ein Windhundrennen vermeiden", bei dem die Gläubiger in der Reihenfolge bedient werden, in der sie ihre Forderungen geltend machen. "Alle sollen gleich behandelt werden", betont der Jurist. Er sei überzeugt, dass Grahn bereits von der wirtschaftlichen Schieflage wusste, als er das Geld anmahnte. Der Coach stehe damit nicht allein. "Wir haben 30 Fälle ermittelt, in denen wir genauso vorgehen", sagt Rittmeister. Zwar bekämen die betroffenen Gläubiger über die Quote eine Teilrückzahlung. Doch mehr als drei bis fünf Prozent der Summe, um die es geht, könnten sie erfahrungsgemäß nicht erwarten. Katja Sturm

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