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Frankfurt Universe: Mit Bescheidenheit, Lob und Unterstützung

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Frankfurt Universe feiert eine gelungene Heimpremiere. Die Allgäu Comets werden mit 20:0 bezwungen. Am Bornheimer Hang regiert Bescheidenheit statt Größenwahn.

Es war fast ein symbolischer Akt, mit dem die Footballer von Frankfurt Universe am Sonntag ihr erstes Spiel in der neuen Saison der German Football League (GFL) begannen. Statt eines Hubschraubers, wie schon mal in der Vergangenheit, brachte nur eine kleine Drohne das Ei ins Stadion am Bornheimer Hang. Bescheidenheit statt Größenwahn – das war das richtige Signal nach all den finanziellen Problemen der Vergangenheit und dem erst im März beendeten Insolvenzverfahren.

Auf dem Feld schien vieles beim Alten. Gegen den Vorjahresviertelfinalisten und Südstaffel-Kontrahenten Allgäu Comets aus Kempten musste sich das runderneuerte Team von Headcoach Brian Caler zwar erst kurz finden. Dann jedoch dominierte der Endspielteilnehmer von 2018 das Geschehen klar. 20:0 (17:0) stand es am Ende, obwohl sich die heimischen Spieler zum Leidwesen ihres Trainers ein paar leichtsinnige Fehler, vor allem aber einige Strafen zu viel erlaubten. Auch das erinnerte an frühere Zeiten.

Doch obwohl der Amerikaner gleich mal ankündigte, diese Ausfälle im Training abarbeiten zu wollen, da sie bei knapperen Begegnungen "unnötig schlechte Ergebnisse" nach sich ziehen könnten, fiel sein Gesamturteil positiv aus. Viel besser als beim Auftakt im vergangenen Jahr habe sich sein Team präsentiert, sagte Caler. "Es ist, bis auf ein paar Kleinigkeiten, wirklich gut gelaufen." Nur drei persönliche Fouls machten ihm zu schaffen, "die dürfen überhaupt nicht passieren".

Ein Sonderlob verdiente sich Quarterback Steve Cluley. Der Amerikaner habe ein überragendes Spiel geliefert. "Er ist erst vor etwas mehr als zwei Wochen dazugestoßen", so Caler; da fehle es in der Regel noch an Timing.

Die Punkte machten andere. Kicker Marius Duis, im verlorenen Finale gegen die Schwäbisch Hall Unicorns noch als tragischer Held vom Platz gegangen, versenkte diesmal zwei Field Goals. Wide Receiver Sebastien Sagne sorgte für den ersten Touchdown, David Merkl für den zweiten. "Ich habe einfach nur gefangen", spielte der gelernte Running Back seinen Anteil an dem Erfolg herunter.

Caler, der am Ende einige Wechsel vornahm und so auch der zweiten Garde Spielpraxis ermöglichte, zeigte sich zudem von den Anhängern begeistert. 1786 waren gekommen, nachdem erst eine Woche lang feststand, dass die Universe überhaupt in der höchsten Klasse auflaufen darf. "Unsere Fans sind Wahnsinn", sagte der Familienvater. "Von Anfang an war laute Unterstützung da." Das stärke der Universe den Rücken. Und zeigt, dass eine stattliche Zahl Vergangenes nicht nachträgt.

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