FSV Frankfurt einigt sich mit Stadt und Trainer

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Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Miteinander zwischen den Kommunen und ihren professionell orientieren Sportvereinen, die für die Nutzung der im städtischen Besitz befindlichen Anlagen Miete bezahlen. Oder auch nicht. Im April vor zwei Jahren geriet das Dreiecksverhältnis zwischen der Stadt Frankfurt, dem damals in die 3. Fußball-Liga abgestiegenen FSV Frankfurt und den Football-Spielern der Frankfurt Universe aus den Fugen.

Zunächst musste die FSV Frankfurt Fußball GmbH, ganz nebenbei auch noch Betreiber des Stadions am Bornheimer Hang, nach Jahren der Misswirtschaft einen Insolvenzantrag stellen. Zu allem Überfluss zahlte schon damals die Universe als wichtigster Untermieter des FSV keine Miete mehr. Weder in der Saison 2017 noch in der Spielzeit 2018, die die Universe noch zu Ende brachte, obwohl die Frankfurt Universe Betriebs GmbH (FUB) bereits im April 2018 Insolvenz anmeldete.

"Es gab damals einige Stadtverordneten, die mir geraten haben, endlich den Stecker zu ziehen", erinnert sich Markus Frank, der Sport- und Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt, an die Zeit, als im Hintergrund bereits fieberhaft an einem Finanzierungsmodell gearbeitet wurde. Denn Frank wollte beide Vereine am Leben erhalten. "Für uns war es sportpolitisch, aber auch wirtschaftlich sinnvoll, dem FSV und der Universe zu helfen. Die Alternative konnte nur sein, beide Vereinen eine Perspektive zu bieten", begründet Frank die nicht unumstrittene Maßnahme, der FSV Frankfurt Fußball GmbH finanziell zu helfen.

Diese Lösung, formuliert in einer Magistratsvorlage, sieht vor, dass der GmbH des FSV rund 200 000 Euro erlassen werden. Dieser Betrag soll in etwa dem entsprechen, was die Universe dem FSV an Miete noch schuldet. Außerdem will die Stadt ab der kommenden Saison dem FSV Frankfurt, dessen Insolvenzverfahren wie bei der Universe auch mittlerweile wieder aufgehoben wurde, bei der Stadionmiete, die sich dem Vernehmen nach im sechsstelligen Bereich belaufen soll, entgegenkommen. "Der FSV zahlt aber immer noch eine beeindruckende Miete", begründet Frank diese Maßnahme, von der letztlich auch die Stadt Frankfurt und damit der Steuerzahler profitiert. Der Grund: Ein leeres Stadion im Frankfurter Osten würde der Stadt nur Kosten bescheren, denn neben der Miete, die der FSV bezahlt, kümmert sich die GmbH des Fußball-Regionalligisten auch um die Pflege der kleinen Arena.

So wird der mittlerweile schuldenfreie FSV Frankfurt seine dritte Regionalligasaison in Folge erneut mit einem Personaletat von 750 000 Euro angehen.

Dazum kommt eine Überraschung auf dem Trainerposten: Thomas Brendel bleibt den Bornheimern erhalten. Brendel, der seit dem Sommer des vergangenen Jahres als Sportlicher Leiter arbeitet, hatte Anfang April als Interimstrainer die Nachfolge des beurlaubten Alexander Conrad angetreten und bei den vom Abstieg bedrohten Bornheimern mit noch die dringend notwendige Trendwende eingeleitet. "Wir sind davon überzeugt, dass Thomas Brendel die richtige Besetzung für diese Position ist", erklärte Görner.

Der 43 Jahre alte Brendel, der im Besitz der notwendigen A-Lizenz ist und zuvor Borussia Fulda, die zweite Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden und den FC Eschborn in der Oberliga trainierte, wird wie in der abgelaufenen Spielzeit auch in der kommenden Saison mit Taner Yalcin als Assistenten zusammen arbeiten. "Wir haben das gemeinsam entschieden, weil es einfach derzeit die beste Lösung für den gesamten Verein ist", sagte Brendel. Verlassen wird den Klub derweil Christoph Becker. Der Verteidiger wechselt zum Ligarivalen Astoria Walldorf. Michael Helms

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