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Frank Ziegler: »Müssen Unsicherheit loswerden«

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Will die FSG Burg-Gräfenrode aus dem Tabellenkeller führen: Frank Ziegler, der neue Trainer.	(Foto: Nici Merz)
Will die FSG Burg-Gräfenrode aus dem Tabellenkeller führen: Frank Ziegler, der neue Trainer. (Foto: Nici Merz) © Nicole Merz

Frank Ziegler hat im Winter den Fußball-B-Ligisten FSG Burg-Gräfenrode übernommen – in keiner komfortablen Situation. Das Team aus dem Karbener Stadtteil befindet sich im Abstiegskampf. Im Interview spricht Ziegler über das unglückliche 3:4 vom Sonntag, was er von Ex-Profi Markus Beierle gelernt hat und wie er den Klassenerhalt schaffen möchte.

Florian Fünffinger, Spieler der ersten Mannschaft und Vorsitzender, ist unterdessen zufrieden mit Ziegler. »Frank ist ein sehr umgänglicher Typ, legt viel Wert auf das Vereinsleben, arbeitet sehr akribisch und bereitet uns perfekt auf die Spiele vor. Wir sind alle sehr angetan.«

Vor zwölf Jahren kam Ziegler ins Rhein-Main-Gebiet und spielte zunächst Verbands- oder Gruppenliga – in Königstein, Zeilsheim, Kalbach und Niederhöchstadt. Nach seinem Umzug nach Kloppenheim kam der 36-Jährige zum SC Dortelweil; zunächst als Spieler, später war er Co-Trainer von Markus Beierle. Mit den Bad Vilbeler Vorstädtern feierte er unter anderem den Aufstieg in die Verbandsliga 2012. Mit dem SSV Heilsberg stieg er zwei Jahre später in die Kreisoberliga auf, ehe er nach einem halben Jahr dort sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Frank Ziegler, am Sonntag gab’s das erste Pflichtspiel der FSG Burg-Gräfenrode unter Ihrer Regie. Eine 2:0- und 3:1-Führung wurde noch aus der Hand gegeben, das Spiel in Assenheim endete 3:4. Wie kam es dazu?

Ziegler: Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen und wollten nur noch verwalten. Dazu kam die Gelb-Rote Karte in der 79. Minute, die uns verunsichert hat. Assenheim hat dann zwei Sonntagsschüsse hingelegt, das klappt auch nicht jede Woche.

Wie war Ihre Zeit bisher in Burg-Gräfenrode, insbesondere die Vorbereitung?

Ziegler: Wir hatten eine gute Trainingsbeteiligung, im Schnitt 14 Spieler. Die Jungs haben gut mitgezogen, sie sind lernwillig und eifrig. Allerdings konnten wir meistens nur auf unserer kleinen Kunstrasenfläche neben dem Rasenplatz trainieren. Da können wir maximal sieben gegen sieben Spielen. Wir haben im taktischen Bereich nur in der Theorie arbeiten können.

Wie beurteilen Sie das Umfeld in »Roggau«?

Ziegler: Da ist alles in Ordnung. Florian Fünffinger und Sven Meisinger, das Duo an der Vereinsspitze, sind beide Fußballer und haben hier fast Legendenstatus. Das ist eine komfortable Situation für einen Trainer. Alle wollen, dass es nach zwei Abstiegen wieder aufwärts geht.

Das Team hat vor Weihnachten viele Gegentore kassiert. Wie wollen Sie dieses Problem in den Griff kriegen?

Ziegler: Mit Ted Obermann und Markus Steinbrenner sind im Winter zwei Spieler aus Heilsberg gekommen, die unsere Viererkette stabilisieren werden. Mit der Kette geht es mir darum, Überzahl in der Abwehr zu schaffen – gar nicht mal so sehr, auf einer Linie zu stehen. Denn das ist gegen einen schnellen Stürmer natürlich gefährlich. Ich habe am Sonntag schon Fortschritte erkannt, auch wenn es letztlich vier Gegentore waren.

Sie waren in Heilsberg Spielertrainer. Stehen Sie für ein mögliches Comeback bereit?

Ziegler: Nein, die Gelenke machen nicht mehr mit. Es ist natürlich schwieriger, von außen auf die Viererkette einzuwirken. Das war auf dem Platz einfacher.

Wie kann es wieder aufwärts gehen bei der FSG Burg-Gräfenrode?

Ziegler: Wir brauchen natürlich ein Erfolgserlebnis, um wieder Selbstvertrauen zu bekommen und die Unsicherheit abzulegen. Die Basis ist da. Ich denke, dass wir uns noch aus dem Tabellenkeller rausarbeiten werden. Neun Spieler haben in der Vorbereitung höchstens drei Einheiten verpasst. Ziehen die Jungs weiter so mit, packen wir es.

Sie waren in Dortelweil Co-Trainer unter Markus Beierle. Was haben Sie von ihm, einem Ex-Profi, gelernt?

Ziegler: In erster Linie den Ehrgeiz. Immer dran zu glauben, dass bis zur letzten Sekunde etwas möglich ist. Das hat uns damals im Fernduell mit Kalbach um die Gruppenliga-Meisterschaft 2011/12 ausgezeichnet. Das musst du als Trainer vorleben.

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