Folgen die nächsten Coups in der Fremde?

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(ub). Mannschaften, die in der Fußball-Hessenliga nach fünf Spieltagen über eine zweistellige Punktezahl verfügen, sind rar gesät und beschränken sich auf Spitzenreiter SG Fulda/Lehnerz (13 Punkte), den ebenfalls noch ungeschlagenen Ex-Regionalligisten Eintracht Stadtallendorf (11) sowie den Rangdritten SC Waldgirmes (10). Zumindest auf den Positionen eins und zwei sind zum August-Kehraus Änderungen eher unwahrscheinlich, weil sowohl Fulda/Lehnerz vor eigenem Publikum gegen Rot-Weiß Hadamar als auch Stadtallendorf im Gastspiel beim Tabellenvorletzten SC Viktoria Griesheim klare Favoriten sind. Schwieriger wird’s sehr wahrscheinlich für den SC Waldgirmes, zumal die Velte-Elf auf fremdem Terrain beim Rangvierten FC Eddersheim mit heftigem Gegenwind rechnen muss.

Den eigenen Zählerstand im Rahmen des sechsten Spieltages von jeweils sieben auf zehn erhöhen, wäre aus der Sicht der zuletzt recht erfolgreichen Wetterauer Hessenligisten FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg natürlich eine feine Sache, hat aber einen Haken: Beide Klubs müssen auswärts Farbe bekennen, wobei aus der Tatsache, dass die Konkurrenten FSV Fernwald und SV Steinbach im unteren Tabellendrittel rangieren, gewiss kein Freibrief erstellt werden kann.

FSV Fernwald - FV Bad Vilbel (Samstag, 15 Uhr):Fünf Niederlagen, die den mit großen Erwartungen gestarteten Mittelhessen einen kapitalen Fehlstart und im Gesamtklassement die "Rote Laterne" bescherten, folgte das, was auch im Amateurfußball nichts (mehr) Ungewöhnliches ist: Fernwalds Coach Karl-Heinz Stete, unter dessen Regie der FSV in der vergangenen Saison als Meister der Verbandsliga Mitte für Furore gesorgt hatte, wurde unter der Woche von seinen Aufgaben entbunden und vorläufig durch Co-Trainer Benjamin Lock ersetzt. Stetes Kollege auf Bad Vilbeler Seite, Amir Mustafic, braucht sich mit Problemen ähnlicher Art nicht zu befassen. Er und seine Spieler setzten den Saisonauftakt zwar in den Sand, wechselten dann jedoch auf die Überholspur und können nach den Siegen über Dreieich und TuS Dietkirchen durchaus vom Sprung in die Spitzengruppe träumen. Speziell die Gala-Vorstellung beim 4:0-Heimsieg über Dietkirchen hat im grün-weißen Lager Hoffnungen geweckt, die Mustafic vor dem Duell beim Hessenliga-Aufsteiger freilich relativiert: "Wer denkt, in Fernwald könne man quasi mit halber Kraft gewinnen, dem ist nicht zu helfen. Wir müssen uns auf ein stark besetztes Team gefasst machen, das nicht am aktuellen Tabellenstand gemessen werden darf." Zweifellos ärgerlich für den Bad Vilbeler Übungsleiter: Mit Ajdin Maksumic (Gelb-Rot-Sperre) und Davor Babic (privat verhindert) muss er am Samstag auf zwei Mittelfeldspieler verzichten, die gegen Dietkirchen maßgeblichen Anteil am souveränen Erfolg hatten. Teaminterne Verschiebungen, etwa Jonas Grüter aus der Abwehr ins Mittelfeld zu beordern, schließt der FV-Coach daher nicht aus. Wer nachrücken wird, ließ Mustafic offen, "aber wir verfügen über genügend Möglichkeiten".

FV Bad Vilbel: Sememy (Klahr), Tochihara, Alik, Emmel, Grüter, Dananovic, Bauscher, Knauer, Zampach, Brauburger, Farid Affo, Railean, Saso, Huwa, Atzberger, Dogan, Moubarak Affo, Biehrer.

SV Steinbach - Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr):Erfahrungswerte, wie man der Steinbacher Truppe möglichst effektiv den Zahn ziehen kann, reduzieren sich für Friedbergs Trainer Carsten Weber ausschließlich auf Video-Aufnahmen, denn direkte Duelle beider Klubs gab’s bislang keine. "Eines weiß ich aber genau: Uns erwarten schwierige Platzverhältnisse mit relativ kleinen Abmessungen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die taktische Marschroute", verrät Weber, der ansonsten mit dem aktuellen Stand der Dinge zufrieden sein kann. Die Mannschaft habe sich, so Weber, von Spiel zu Spiel gesteigert: "Sieben Punkte, die wir aus den Partien gegen Dietkirchen, Baunatal und Eddersheim geholt haben, kommen jedenfalls nicht von ungefähr." Den Trip zu den Osthessen, deren fünf eingespielte Punkte auf einem Auswärtssieg (3:2 in Neuhof) sowie zwei Heim-Remis gegen Rot-Weiß Walldorf und Liga-Leader Fulda/Lehnerz basieren, können die Kreisstädter mit Ausnahme der Langzeitverletzten Ceyhun Dinler und Ertugrul Erdogan personell komplett bestreiten. Kleinere Blessuren, die nach Webers Auskunft die Offensiv-Kräfte Shelby Printemps und Erdinc Solak zu einer Trainingspause zwangen, sollten bis zum Wochenende allerdings kein Thema mehr sein. Gut möglich, dass der beim 2:1-Sieg gegen Eddersheim aus beruflichen Gründen fehlende Jonatan Tesfaldet wieder in die Startelf rückt. Auf Tesfaldets Stammposition, im zentralen Mittelfeld, verfügt Weber jedoch über mehrere Optionen. Ein Problem für den TG-Coach? "Nein", sagt er, "eher das Gegenteil ist der Fall, denn dadurch können wir von Woche zu Woche auf spezielle Eigenarten des jeweiligen Rivalen passend reagieren".

Türk Gücü Friedberg: Sahin (Kamber Koc), Outtara, Weigand, Dudda, Biber, Usic, Eren, Marra, Toskovic, Solak (?), Printemps (?), Tesfaldet, Bell Bell, Miric, Aydilek, Gürsoy, Mitrovic, Tahirovic.

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