Florstädter Chaos bei Hallen-KM hat Folgen

Was den Fußball betrifft, haben im Januar diesbezügliche Aktivitäten unterm schützenden Hallendach bekanntlich Hoch-Konjunktur, wobei hierzulande einmal mehr die Hallenfußball-Kreismeisterschaft mit vier Terminen - Qualifikations-Runden am 7. und 14. Januar in fünf Sporthallen, Endrunde am 28. und 30. Januar in Friedberg in der Sporthalle "Am Seebach" - zweifellos als das herausragende Ereignis bezeichnet werden kann. Im Vorfeld der 24. Ausgabe der Hallenmasters, die der Kreisfußballausschuss mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Oberhessen ausrichtet, klappte freilich in organisatorischer Hinsicht nicht alles nach Wunsch.

Geplant war, exklusive des für die Endrunde gesetzten Titelverteidigers FV Bad Vilbel zur Ermittlung der restlichen 15 Endrunden-Tickets insgesamt 41 Mannschaften auf die Sporthallen Butzbach, Echzell, Florstadt und Petterweil/Karben zu verteilen.

Der Haken an der Sache: Zwar kam aus Butzbach, Echzell und Petterweil/Karben seitens der vor Ort ausrichtenden Vereine früh grünes Licht, doch in Florstadt sprang die Ampel entgegen der ursprünglichen Zusage des dort federführenden SV Leidhecken Ende November auf "Rot". Kreisfußballwart Rainer Dreut, seit 1988 ohne Unterbrechung Chef-Organisator der "Friedberger" Hallenfußball-Kreismeisterschaft, fiel aus allen Wolken - dem prestigebeladenen Indoor-Spektakel drohte die Komplett-Absage.

Rettung in höchster Not, die allen beteiligten Protagonisten eine peinliche Blamage ersparte, kam aus einer ganz anderen Ecke des Fußballkreises Friedberg, nämlich aus Ober-Rosbach. Nachdem alle Optionen, den Standort Florstadt als Plattform der Qualifikations-Gruppen 3 und 4 doch noch zu "retten", ausgereizt und letztlich gescheitert waren, kontaktierte Rainer Dreut nämlich Horst Kopp, den Vereinsvorsitzenden des FC Ober-Rosbach. Dreuts Anliegen: Besteht die Möglichkeit, die Ober-Rosbacher Eisenkrain-Halle am 7.

und 14. Januar für die Vorrunden-Staffeln 3 und 4 als Florstadt-Ersatz zu nutzen? Horst Kopp fackelte nicht lange, setzte sich umgehend mit der Stadt Rosbach in Verbindung und konnte dem in der Klemme steckenden Kreisfußballwart bereits zwei Stunden nach dessen Anfrage die definitive Zusage erteilen. "Wie Horst Kopp das so schnell hinbekommen hat, ist mir ein Rätsel", lobte Dreut das schnelle Handeln des FCO-Klubchefs. Dass zu viel Schnee auf dem Flachdach der deshalb bis dato gesperrten Eisenkrain-Halle die ganze Sache noch einmal gefährden könnte, hält Kopp für unwahrscheinlich: "Bis Freitag wird dieses Problem behoben sein. Das hat mir die Stadt versprochen".

Dem verständlichen Ober-Rosbacher Wunsch, aufgrund der geänderten Hallen-Belegung mit dem eigenen Team nunmehr nicht in Petterweil/Karben (Gruppe 7), sondern in der Eisenkrain-Halle an den Start gehen zu können, steht Rainer Dreut übrigens durchaus wohlwollend gegenüber. Das Problem dabei: Einer jener zehn Vereine der Gruppen 3 und 4, die einst für Florstadt vorgesehen waren, aber nunmehr in Ober-Rosbach starten werden, müsste sich dazu bereit erklären, auf die in Petterweil (7. Januar) und Karben (14. Januar) spielende Gruppe 7 auszuweichen. "Falls sich in der Kürze der Zeit noch jemand findet, werden wir unbürokratisch verfahren und dementsprechend umbesetzen", verspricht der Kreisfußballwart.

Zieht man Bilanz, bleiben zwei Dinge festzuhalten: Dass der FC Ober-Rosbach als Gastgeber für zwei der acht Qualifikations-Gruppen wohl nicht vor Ort, also in eigener Halle, sondern in Petterweil und Karben antreten muss, mag auf Grund der akuten Notlage, in der sich der Kreisfußballausschuss als ausrichtendes Organ der Hallen-Masters befand, noch nachvollziehbar sein. Mit den Begleitumständen, die zur Florstädter Hallenabsage führten und den Hallenmasters um ein Haar den Garaus gemacht hätten , verhält es sich anders - da wäre der Begriff "Provinzposse" durchaus angebracht. Die zentrale Rolle spielte dabei wohl der SV Germania Leidhecken, der für die Kreismeisterschaft zwar keine eigene Mannschaft gemeldet hatte, sich aber als Ausrichter vor Ort in Szene zu setzen beabsichtigte: Zunächst, im September, erklärte der Verein gegenüber Dreut, in Sachen Nutzung der Florstädter Sporthalle am 7. und 14. Januar sei alles geklärt. Dann, im November, eröffnete der Klub - inzwischen unter neuer Führung stehend - dem verdutzten Kreisfußballwart, am 14. Januar sei die Halle durch die Sport-Union belegt. "Dass sie in Leidhecken bezüglich der Hallennutzung ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht hatten, kann schon sein", erklärt Dreut, "aber vielleicht war’s auch ganz anders.

Es könnte ja sein, dass der SV Leidhecken bei der Stadt Florstadt einen diesbezüglichen Antrag stellte, sich damit auf der sicheren Seite wähnte, aber das Leidheckener Ansinnen bei der Stadtverwaltung erst mal in der Schublade liegenblieb".

Florstadts Hauptamtsleiter Klaus Kwiatkowski bestreitet diese Theorie vehement: "Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Es gibt einen Hallennutzungsplan für alle Florstädter Vereine. Den kennt auch der SV Leidhecken. Dessen Klub-Vertreter haben es jedoch anscheinend nicht für nötig erachtet, erst mal abzuklopfen, ob sie am 14. Januar, einem Trainingstag der SportUnion, überhaupt die Halle nutzen können". Mit etwas gutem Willen hätte man jedoch, so Kwiatkowski, eine Lösung - etwa in Form eines Ausweichtermins - finden können. "Nicht akzeptabel, denn dadurch wäre der Wettbewerbsverzerrung Tür und Tor geöffnet", schloss Rainer Dreut diese Möglichkeit von vorneherein aus.

Sein letzter Versuch, die verfahrene Situation durch ein "Machtwort" der Stadt Florstadt zugunsten des Hallenfußballs zu bereinigen, war direkter E-Mail-Austausch mit Florstadts Bürgermeister Herbert Unger. Vergeblich, denn Unger blieb trotz Dreuts Einwurf, die anstehende Hallenkreismeisterschaft sei keine x-beliebige, sondern eine der ganz wichtigen Veranstaltungen auf dem Terminplan der Fußballer, in der Sache hart, verwies auf den stadtinternen Hallennutzungsplan und entschied pro Sport-Union.

Vermutlich mit Folgen. Denn Rainer Dreut zeigte dafür kein Verständnis und bekräftigte umgehend, im Kreisfußballausschuss dafür zu plädieren, künftig die Florstädter Sporthalle bei wichtigen Events nicht mehr zu berücksichtigen: "Schließlich gibt‘s im Fußballkreis Friedberg genügend Hallen, auf die wir zurückgreifen können". Uwe Born

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