Schottenring

Flammen aus dem Auspuff und wilde Bergfahrten

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Der Bergpreis auf dem Schottenring war mal wieder ein Motorsportfest. 136 Rennfahrer machten aus dem kleinen Ort Rudingshain am vergangenen Wochenende einen großen Rennzirkus

Es war mal wieder ein Motorsportfest. Bereits zum 16. Mal fand in diesem Jahr der "ADAC Bergpreis Schottenring" statt und bildete den Saisonauftakt für gleich vier Meisterschaften. 136 Fahrer machten aus dem kleinen Ort Rudingshain, mitten im legendären "alten" Schottenring gelegen, wieder ein Mekka für Motorsportfans. Rennteams und Einwohner zelebrierten den Bergrennsport gemeinsam und sorgten für eine einmalige Atmosphäre. Wie immer gab es nur ein kleines Fahrerlager, ansonsten stellten die Rudingshainer den Aktiven Garagen, Scheunen und Hofeinfahrten für ihre Rennboliden zur Verfügung. So gab es auf dem Weg durch den Ort bis zum Start am Ortsende an jeder Ecke etwas zu sehen.

Hovemann gewinnt

Den Auftakt bildeten die Rennen um Punkte im "DMSB Berg Cup", "KW-Berg Cup", sowie die Läufe zum "ADAC Retro Berg-Cup". Die Bestzeitpiloten fuhren ihre Platzierungen in zwölf verschieden Klassen aus. Den Gesamtsieg sicherte sich Holger Hovemann vom MSC Erftal im Opel Kadett C GT/R V8. Er brannte eine Gesamtzeit von 5:23.083 Minuten in den Asphalt und fuhr in 1:18.868 Minuten auch den schnellsten Einzellauf. Bester heimischer Pilot wurde Jens Weber aus Ebsdorfergrund. Er fuhr in seinem Opel Kadett C in 6:02.559 Minuten auf einen hervorragenden 17. Platz von 72 gewerteten Piloten. In der mit den meisten Fahrzeugen besetzten Klasse 16 belegte er Rang sieben. Das beste Klassenergebnis aus heimischer Sicht erzielte BMW-Pilot Maurice Moufang in der Klasse 11. Der aus dem Rallyesport stammende Pilot, der zwischen Schotten und Nidda wohnt, kennt die Strecke des Bergpreises genau. Mit 6:16.181 Minuten stand er am Ende auf dem Podest und freute sich über Platz drei. Im Gesamtklassement bedeutet das den 30. Rang.

Stefan Bodin vom AMC Gießen startete mit seinem Porsche 944 turbo GTR in der höchsten Klasse für Fahrzeuge über 3000 ccm Hubraum. Hier musste er sich mit den großen Namen des Bergsports messen und hatte mit zwei "modernen" Porsche auch technisch extrem schwere Gegner. Am Ende belegte der Ober-Mörlener Rang vier in der Klasse und im Gesamten mit 6:10.944 Minuten Platz 24.

Flammen aus dem Auspuff

Zwei ausländische Starter stachen im Feld besonders heraus. Der Finne Mikko Kataja peitsche seinen kleinen Toyota Starlett extrem spektakulär den Berg hinauf und sorgte für viel Gesprächsstoff. Der Engländer Keith Murray ist bereits seit 22 Jahren im Bergrennsport unterwegs und nahm für seine Premiere am Schottenring 1000 Kilometer Anreise in Kauf. Mit Flammen aus dem Auspuff seines Audi R8 und ohrenbetäubendem Sound sorgte er bei den Zuschauern für große Begeisterung.

Anschließend wurden die Starter "GLP Bergmeisterschaft" auf die Strecke geschickt. Beim GLP geht es darum, eine vorher selbst gefahrene Referenzzeit in zwei Wertungsläufen möglichst genau zu wiederholen. Die Zeitdifferenz entscheidet dann über die Plätze. Hier gewann Christian Strott im VW Golf 2 mit einer Differenz von 0.325 Sekunden. Bester heimischer Pilot war Adrian Mirthes aus Grünberg mit seinem Opel Ascona B. Mit einer Gesamtdifferenz aus beiden Rennen von 3,6 Sekunden belegte Mirthes am Ende Rang zehn. Vier Fahrer aus dem Vogelsberg fanden sich in den Ergebnislisten. Edgar Lampas fuhr in seinem Toyota Celica von 1977 auf Platz 13. VW-Golf Pilot Christian Ratei aus Schlitz wurde 19., (Differenz: 4.8 Sekunden). Der Schottener Dennis Treml nutze im BMW E30 seinen Heimvorteil und fuhr mit 6,5 Sekunden Differenz auf Rang 24. Peter Dierssen aus Lauterbach kam im VW Golf mit einer Differenz von 14,2 14.2 Sekunden auf Platz 37, für Michele Carotenuto aus Buseck reichte es mit 17,8 Sekunden Differenz nur für Platz 41.

Keine schweren Unfälle

Fachkundigen Kommentar für die 2200 Zuschauer gab es bei den GLP-Rennen von Streckensprecher Johannes Hensel aus Wölfersheim. Ansonsten kommentierten Timo Neumann (Rudingshain) und Uli Kohl (Stephansposching). Organisationsleiter Alexander Hirth und sein Team vom veranstaltenden "MSC Rund um Schotten", sowie die vielen Helfer an und neben der Strecke sorgten für eine gelungene Veranstaltung. Lediglich der Auftakt mit den Trainingsläufen am Samstag hätte besseres Wetter verdient gehabt. Die teils kräftigen Regenschauer sorgten für zahlreiche Einsätze der Streckensicherung. Zum Glück gab es aber keine schweren Unfälle. Am Sonntag verhinderte dann nur etwas Nebel im Zielbereich einen pünktlichen Start der insgesamt vier Wertungsläufe.

Die nächste Veranstaltung des MSC ist der Classic Grand-Prix im Herzen von Schotten am dritten Augustwochenende.

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