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Final-Traum ist wahr

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(mn) Der EC Bad Nauheim hat in Selb das fünfte und entscheidende Playoff-Halbfinale der Eishockey-Oberliga in Selb gewonnen. Mit 4:2 (0:1, 1:1, 3:0) siegten die Roten Teufel in der auverkauften Autowelt-König-Arena und treffen im Endspiel am Freitag auf Kassel, das die Frankfurter Löwen mit 2:1 bezwang.

Die Hessen profitierten von ihrer Kadertiefe. Im Schlussabschnitt konnte ein 1:2-Rückstand mit einem Doppelschlag gedreht und die Führung schließlich verteidigt werden.

Drei Mal schon hatte der VER Selb im Viertel- und Halbfinale dieser Saison einen Matchball und damit das Saison-Aus abwenden können. Doch wie würden die Roten Teufel – erstmals mit dem Rücken zur Wand – auf die Niederlage 48 Stunden zuvor reagieren? Würde die Reihe im Chris Stanley, die am Freitag bei drei Gegentoren auf dem Eis gestanden hatte, diesmal eine spielentscheidende Rolle im positiven Sinne übernehmen können?

Erneut waren die Hessen am Vortag angereist, hatten vormittags eine Trainingseinheit in Selb absolviert. Neben Tim May (Knieverletzung) musste erneut Patrick Strauch zuschauen. Seine Matchstrafe aus Spiel zwei ist inzwischen mit einer Strafe von vier Partien (plus zwei Spiele auf Bewährung) sanktioniert worden. Er ist damit auch im ersten Finalspiel gesperrt. Bei den Gastgebern fehlten mit Nikolaus Meier (gesperrt) sowie Dennis Schütt und Ronny Schneider (beide verletzt) gleich drei Verteidiger.

Im Selber Hexenkessel entwickelte sich ein intensives, aber chancenarmes erstes Drittel, in dem die Hausherren einen Fehler der Gäste konsequent mit dem VER-Führungstreffer und Pausenstand bestraften. Als das RT-Duo Baum/Schreiber an der eigenen blauen Linie den Puck schon sicher glaubte und nicht entscheidend nachsetzte, schnappte sich Dan Heilman die Scheibe und setzte das Hartgummi in den Winkel (12.). Zuvor hatte Chris Stanley eine 100-prozentige Möglichkeit der Badestädter vergeben, als er nach einem Eddy-Rinke-Pass das leere Gehäuse vor sich hatte (7.).

Das zweite Drittel wurde durch einen Lattenschuss von Brad Miller eröffnet. Wenig später, im zweiten RT-Powerplay, zielte der Verteidiger genauer, fand die Lücke. Harry Lange hatte den US-Amerikaner mit Übersicht in Szene gesetzt (25.).

Zwei Minuten später war für Michel Maaßen die Partie beendet. Ein Bandencheck gegen Christopher Schadewaldt zog eine Spieldauer-Disziplinarstrafe nach sich (Sperre im ersten Endspiel). Schadewald wankte benommen in die Kabine, konnte nicht mehr weitermachen. Bad Nauheim überstand diese kritische Unterzahl-Phase, konnte im Spiel nach vorne aber überhaupt keine Akzente setzen. Es fehlte der Druck auf VER-Keeper Marko Suvelo. Als schließlich im eigenen Drittel nicht entschlossen genug geklärt werden konnte, nutzte Ricco Warkus die Konfusion zur erneuten Wölfe-Führung. VER-Routinier Dan Heilman hockte da bereits auf der Bank, hatte sich ohne gegnerische Einwirkung verletzt.

Im Schlussdrittel profitierte Bad Nauheim dann von der tiefen Besetzung im Kader. Beim 2:2-Ausgleich, dem zweiten RT-Powerplay-Treffer, nutzen die Roten Teufel den einzigen Fehler von Keeper Marko Suvelo. Die Kräfte der Gastgeber ließen nun merklich nach. Das RT-Führungstor wurde nur drei Minuten später von Vorlagengeber Daniel Oppolzer und Torschütze Sven Schlicht förmlich in das Gehäuse hineingearbeitet. Würde Selb noch einmal zurückkommen? Der Tank lief längst auf Reserve, doch durften die Gastgeber bis in die Schlussekunden hinein auf den Ausgleich hoffen.

Drei Sekunden vor Schluss markierte Oppolzer mit einem Schuss ins leere Tor den Endstand.

VER Selb: Suvelo – Jeschke, Schadewaldt, Tim Schneider, Roos, Fischer – Piwowarczyk, Mudryk, Geisberger, Neumann, Schiener, Heilmann, Lehmann, Hördler, Hendrikson, Warkus. – EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Ketter, Miller, Pöpel, Pietsch, Reckers – Rinke, Stanley, Oppolzer, Schlicht, Lange, Anderson, Kujala, Huhn, Maaßen, Striepeke, Baldys.

Tore: 1:0 (13.) Heilman (Geisberger, Schiener), 1:1 (25.) Miller (Lange – 5-4), 2:1 (35.) Warkus (Geisberger, Hördler), 2:2 (46.) Rinke (Baum – 5-4), 2:3 (49.) Schlicht (Oppolzer, Striepeke), 2:4 (60.) Oppolzer (Ower – 5-6).

Strafminuten: Selb 10, Bad Nauheim 6 plus fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe (Maaßen). – Zuschauer: 4000.

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