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Andreas Baufeldt (r.) ist seit Ende September wieder auf dem Elachfeld unterwegs. Er will den FCO Fauerbach als Spielertrainer zum Klassenerhalt führen.

FC Olympia Fauerbach

FC Olympia Fauerbach im Gruppenliga-Abstiegskampf: Keine Panik auf dem Elachfeld

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Man wächst mit seinen Aufgaben. Das im September auch Andreas Baufeldt gedacht haben, als er das Traineramt beim FCO Fauerbach übernahm. Bis zur Winterpause soll noch einiges passieren.

Fußball in der Gruppenliga Frankfurt-West ist seit Saisonbeginn vor allem dann, wenn man ausschließlich die Situation im Tabellenkeller betrachtet, eine außerordentlich spannende Angelegenheit. Aus regionaler Sicht allerdings eher betrüblich: Gleich drei der sechs Wetterau-Vertreter rangieren aktuell auf Abstiegsplätzen, und zwar neben den Aufsteigern FC Karben (Platz 16/13 Punkte) und SV Gronau (14./14), denen der Kampf um den Klassenerhalt von vorneherein ins Stammbuch geschrieben wurde, auch das Team des FC Olympia Fauerbach. 13 Zähler, die die Friedberger Stadtteilkicker seit Anfang August aus 15 absolvierten Pflichtspielen geholt haben, sind nicht die Welt und lassen angesichts von Position 15 gewiss schon jetzt alle Alarmglocken läuten.

Andreas Baufeldt: Vom Goalgetter zum Spielertrainer

Gleichwohl herrscht im FCO-Lager keine Panik, eher das Gegenteil ist der Fall. Ein Trainerwechsel und bessere Personalstrukturen sollen dafür sorgen, dass sie auf dem Sportplatz "Elachfeld" doch noch die Kurve kriegen. Und funktioniert rein sportlich betrachtet tatsächlich alles wie geplant, können in nicht allzu ferner Zukunft überregionale Überlegungen zu einem neuen Kunstrasenplatz in Angriff genommen werden. "Wann das sein wird, ist jedoch die große Frage. Die Gelder sind zwar bewilligt, aber ich habe den Eindruck, dass diesbezüglich alles ein wenig ins Stocken geraten ist", meint Fauerbachs Spielausschussvorsitzender Jürgen Güssgen. Andreas Baufeldt, der 35-jährige Coach, sieht es genauso, konzentriert sich aber aktuell auf die bis zum Jahresende noch anstehenden Partien gegen die Lokalrivalen SV Gronau, FC Karben und SKV Beienheim sowie auf die Auswärtshürden SF Friedrichsdorf und FG Seckbach.

Baufeldt für Bazzoli, ein notwendiger Schritt?- Trainerwechsel mitten in der laufenden Runde sind in Fauerbach nichts Ungewöhnliches. Seit der Saison 2013/14 ereilte nacheinander Berthold Vetter, Matthias Tietz, Lars Osadnik und Ende September auch Virginio Bazzoli dieses Schicksal. Getreu der Devise, dass nach längerer Erfolglosigkeit stets der Übungsleiter das schwächste Glied in der Kette ist, kann man die Maßnahme der FCO-Verantwortlichen durchaus nachvollziehen. Gerade mal zwei Siegen über Neu-Anspach und Vatanspor Bad Homburg standen acht Niederlagen gegenüber. Ex-Torjäger Baufeldt, in der vergangenen Runde mit 22 Treffern einer der besten Gruppenliga-Goalgetter und nach seinem eigentlich geplanten Laufbahnende als Beisitzer im erweiterten FCO-Vorstand tätig, sprang anstelle von Bazzoli in die Bresche. "Man hat mich gefragt, ob ich es machen würde, und ich habe zugesagt", verrät er.

Nur zwei Neuzugänge bislang als Option für die erste Elf

Überstürzte Maßnahme oder Dauerlösung?- Als Interimslösung sieht sich Baufeldt, der nach den Stationen KSV Klein-Karben, 1860 München, SV Darmstadt 98 und SG Ober-Erlenbach im Sommer 2014 zu den Fauerbachern wechselte, definitiv nicht. "Ich stehe bis zum Saisonende in der Verantwortung, danach werden die Karten neu gemischt", sagt der B-Lizenz-Inhaber. Seine bisherige Bilanz: Der 1:2-Niederlage in Fechenheim folgten sechs Punkte aus den Spielen gegen den FSV Friedrichsdorf (2:1) und gegen den FC-TSG Königstein (3:0). Hinzu kam das torlose Remis am vergangenen Sonntag gegen die TSG Niederrad, womit die Gäste aus Frankfurt gut bedient waren. Die in Usingen erlittene 0:9-Pleite blendet Baufeldt aus: "Da war ich aus beruflichen Gründen nicht da. Teamintern haben wir dieses Spiel abgehakt."

Die Neuzugänge, Top oder Flop?- Nimmt man es ganz genau, haben bislang lediglich Niklas Beier in der Offensive und Anikat Kumar als Mittelfeldaußen den Sprung in die Fauerbacher "Erste" gepackt. "Beide kann ich bedenkenlos bringen", sagt Baufeldt. Patrick Gompf, Marvin Glaßl, Antonio Lupica Coniglio und Tsuyoshi Ishii sind nach Baufeldts Meinung noch nicht ganz so weit, aber auf dem besten Weg dazu: "Wie lange das dauert, hängt von ihnen selbst ab. Das Zeug dazu haben sie, und ich betrachte es als eine meiner wichtigsten Aufgaben, sie nach Kräften zu unterstützen."

Ziel: Mindestens 20 Punkte bis zum Jahresende

Der Kader, ausreichend groß oder zu knapp bemessen?- Defensivspezialist Tim Botschek und Mittelfeldspieler Tarik Tosunoglu fehlten in den ersten beiden Saisonmonaten durchgehend, stehen aber seit Anfang Oktober wieder regelmäßig zur Verfügung. Hinzu kommt Baufeldt selbst - wenn auch bislang nur eingeschränkt. "Die Fitness ist noch nicht so, wie sie sein müsste", übt er ohne wenn und aber Selbstkritik. Insgesamt gebe es jedoch keinen Grund zur Klage: "Summa summarum kann ich auf 17 Spieler zurückgreifen. Wir verfügen über genügend Qualität, um die Gruppenliga zu halten." Über Verstärkungen müsse dennoch nachgedacht werden: "Gelingt es uns, in der Winterpause einen Abwehrspieler und einen Mittelfeldaußen an Land zu ziehen, wäre das natürlich von Vorteil." Ebenso sicher: Ohne Führungsspieler wie Kapitän Michael Walther oder die fürs Toreschießen verantwortlichen Stürmer Cristian Bodea und Paul Wischtak geht’s in Fauerbach nicht.

Ausblick: Was ist bis zur Winterpause noch machbar?- "13 Punkte haben wir, mindestens 20 sollen es bis zum Jahresende werden", lautet Baufeldts Rechnung. Vor allem die nächsten drei Duelle, zunächst beim SV Gronau und dann gegen Karben und Beienheim, seien wichtig: "Das sind direkte Rivalen. Da zählen die Punkte quasi doppelt."

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