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Faustschläge und Feuerwerkskörper

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(mn) Pyrotechnik wurde gezündet, Fäuste zwischen Spielern und Zuschauern sind geflogen, ein Zahn wurde ausgeschlagen - und auch von einem Messer, das gezückt worden sei, ist in diesem Zusammenhang die Rede. Zwei Spiele der Kreisliga A Friedberg beschäftigen in diesen Tagen die Fußball-Szene und das Kreissportgericht.

In beide Begegnungen involviert: der TSV Ostheim. »Das ist eine äußerst beschämende Situation. Sportlich stehen wir gut da. Und dann passiert so etwas und schadet unserem Image«, sagt Michael Belke, der Abteilungsleiter des Tabellenfünften, nach den Vorfällen rund um die Partien am vergangenen Freitag beim SV Germania Ockstadt (2:2) sowie zu Hause gegen die KSG 1920 Groß-Karben (2:1), die »extrem unangenehm« seien.

»Mit Fußball hat das nichts zu tun. Aus der Hessenliga, wo ich lange Jahre zu Hause war, kenne ich so etwas nicht. Da dreht sich mir der Magen um«, sagt Klassenleiter Harald Wilke, der am Dienstag im Zuge der WZ-Recherchen auf die Tumulte nach der Sonntagpartie aufmerksam geworden war und am Abend schließlich den erwartet umfangreichen Bericht von Schiedsrichter Ralf Schuchardt (Hadamar) erhalten hatte.

Karl-Ernst Kunkel (Melbach), der Vorsitzende des Kreissportgerichts, bestätigte gestern anhand der schriftlichen Ausführungen des Unparteiischen - Mitglied im Kreisschiedsrichterausschuss Limburg-Weilburg - gegenüber der WZ die außergewöhnliche Dimension der Ausschreitungen am Sonntag und hat bereits Stellungnahmen der Klubs angefordert. »Danach werde ich mich mit dem Einzelrichter zusammensetzen, und wir werden sehen, wie wir weiter verfahren.«

Am Freitagabend in Ockstadt hatte zunächst ein Feuerwerkskörper für eine rund fünfminütige Spielunterbrechung gesorgt. »So etwas ist in dieser Liga ein Novum, und ich hoffe, dass es auch ein Einzelfall bleibt«, sagt Steffen Ludwig vom gastgebenden SV Ockstadt, und auch sein TSV-Funktionärskollege Belke spricht in diesem Zusammenhang von einem »absoluten No go, bei dem glücklicherweise niemand verletzt worden ist.« Geflogen sei der Böller, der mit einem lauten Knall auf dem Spielfeld explodiert ist, im Anschluss an das Tor zum 2:0 für die Gastgeber. In der sechsten Minute der Nachspielzeit kamen die Gäste aus Ostheim noch zum 2:2-Ausgleich.

Emotionalen Zündstoff bot auch die zweite Wochenend-Partie des TSV, ein weiteres Verfolgerduell. Zu Gast im Butzbacher Stadtteil war am Sonntag die KSG 1920 Groß-Karben. Hochgeschaukelt hat sich die Partie spätestens nach dem offenbar berechtigten Platzverweis gegen Mehmet Ceylan vom TSV (Nachtreten) zu Beginn der zweiten Hälfte. Quasi mit dem Abpfiff sei der Ostheimer Henning Noll von einem KSG-Spieler ins Gesicht geschlagen worden und musste sich in (zahn-)ärztliche Behandlung begeben. Rund 30 bis 40 Zuschauer, Anhänger beider Seiten, seien anschließend auf den Platz gelaufen und in den folgenden Minuten wie auch die Spieler teils nur mit Mühe zu trennen gewesen. Ein Zuschauer soll WZ-Recherchen zufolge im Zuge der Auseinandersetzungen mit einem Messer gedroht, aber niemanden verletzt haben. Polizei sei nicht gerufen worden, von Anzeigen, die erstattet werden sollen, ist aber die Rede.

Belge und KSG-Trainer Michael Clarius haben sich inzwischen telefonisch ausgetauscht. Seitens der Gäste liege Videomaterial vor, das möglicherweise der Aufklärung dienen könne, heißt es.

Oliver Fritscher, Spielausschussmitglied und Pressesprecher der KSG 1920, wollte auf WZ-Nachfrage gestern keine Stellungnahme abgeben.

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