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FCO Fauerbach unterliegt Vatanspor im »Knaller«

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Der FCO Fauerbach hat in der Fußball-Gruppenliga die erste Niederlage kassiert. Im Heimspiel gegen Tabellenführer Vataspor Bad Homburg verlor die Tietz-Elf mit 1:3 (0:1), wobei die Gäste 60 Minuten eine effektive Vorstellung boten und damit ihre Spitzenposition festigten.

Matthias Tietz, der Trainer des FCO Fauerbach, setzte sich erstmal ein bisschen abseits, ließ das Ergebnis auf sich wirken und griff zur Zigarettenschachtel. Runterkommen war nach einer intensiven Partie auf dem Fauerbacher Elachfeld angesagt, auf dem exakt 100 Minuten lang verbissen um jeden Zentimeter gekämpft sowie sich verbal und körperlich heftig beharkt wurde. Am Ende hatte der FCO Fauerbach sein Heimspiel gegen Vatanspor Bad Homburg mit 1:3 (0:1) verloren – es war die erste Niederlage für die Olympianer in dieser Gruppenliga-Saison.

Die starken Gäste bauten unterdessen mit dem zweiten Spitzenspiel-Sieg in dieser Woche nach dem 3:1 gegen Griesheim am Mittwoch die Tabellenführung aus.

Für Tietz lagen die Gründe nach der verdienten Niederlage gegen die 60 Minuten lang starken Gäste auf der Hand. »Wenn man die Dinger nicht reinmacht, kann man nicht gewinnen«, haderte er mit den Chancen, die insbesondere Maxi Oberschelp gestern vergab. Zudem vermisste Tietz einen Typen wie Marc Witte, der derzeit im Urlaub weilt. »Das hat uns gefehlt«.

Fauerbach agierte mit dem letzten Aufgebot, denn kurz vor der Partie gab Tarik Tosunoglu rotes Licht und gesellte sich damit zum prallgefüllten Lazarett. Sarkisjan, Balaj und Wischtak gingen angeschlagen in die Partie. Alternativen auf der Bank? Kaum. Vor der gewohnten Viererkette agierte Balaj als einziger Sechser, während Michael Walther nach vorne rückte; Ferdijan Idic gesellte sich zumeist mit Paul Wischtak in den Sturm, über die offensiven Außenpositionen kamen wie gewohnt Oberschelp und Florian Müller.

Zunächst gab es in beiden Strafräumen kaum nennenswerte Szenen. Vatanspor deutete an, dass sie taktisch und technisch die reifere Spielanlage besitzen und sich gerne nach vorne kombinieren, der FCO stand jedoch hinten sicher und ließ kaum etwas zu. Die Gastgeber schlug viele lange Bälle, das Mittelfeld kam damit kaum zur Geltung. Die Zweikämpfe wurden intensiv geführt, wobei Schiedsrichter Recep Akcura mit seinen Entscheidungen nicht immer richtig lag. Insbesondere auf die Schauspieleinlagen des cleveren und lautstarken Vatanspor-Kapitäns Parves Naziri fiel er immer wieder rein. In diese Kategorie passte auch ein vermeintliches Foulspiel aus der 45. Minute, als Akcura einen fragwürdigen Freistoß für die Gäste gab. Naziris Ausführung war perfekt; das Leder kam gut getimt zu Haben Tesfamicael, der aus kurzer Distanz zum 0:1 einköpfte.

Exakt 62 Sekunden waren nach der Halbzeit gespielt, als sich Radu durch die Fauerbacher Abwehr getankt hatte, dann leicht abgedrängt wurde, aber das Leder noch in die Mitte zum nachgerückten Maziar Namavizadeh brachte. Da sich FCO-Torwart Roos auf der Verfolgung von Radu befand, hatte dessen Sturmpartner keine Mühe – 0:2. Nach etwa 60 Minuten verflachte die bis dato gutklassige Gruppenliga-Partie. Vatanspor wurde etwas nachlässig, und Marco See nutzte dies mit einem 20-Meter-Strahl zum vermeintlichen 1:2. Doch das Tor fand wegen angeblicher (passiver) Abseitsstellung keine Anerkennung. Es folgten die drei hochkarätigen Möglichkeiten von Maxi Oberschelp, der freistehend jeweils vergab (68./81./88.). Weil auch Florian Müller zwei Chancen nicht nutzte (41./87. – Kempf hielt jeweils), lief dem FCO die Zeit davon. Erst ein Elfmetertor brachte die Tietz-Elf heran, wobei das Foul von Tesfamicael an Oberschelp vor dem Strafraum passierte. Michael Walther verwandelte sicher zum 1:2 (90.

+5). Die Gäste hatten in der Zwischenzeit drei frische Kräfte gebracht – einer davon, Steffen Fuchs, spritzte in einen Fauerbacher Fehlpass und markierte mit dem 1:3 die endgültige Entscheidung (90.+8) zugunsten der effektiven Mannschaft von Enis Dzihic. Kurz danach fällte Akcura erneut eine zu harte Entscheidung, als er Florian Müller nach einer harmlosen Attacke an Kempf außerhalb des Fünf-Meter-Raums die Gelbe Karte und damit »Gelb-Rot« zeigte.

Fauerbach hatte Vatanspor »gut die Stirn geboten« (Tietz) und hätte bei besserer Chancenauswertung die in der zweiten Halbzeit nachlassenden Gäste bestrafen müssen. So setzte es die erste Saisonniederlage, die dennoch bei Tietz die abschließende Erkenntnis brachte: »Sie wollen Meister werden. Kommt das so, landen wir nach dem Eindruck aus dem direkten Duell nicht weit dahinter.«

FCO Fauerbach: Roos – Sarkisjan, Atkinson, Hues, See – Balaj – Oberschelp, Walther, Müller –Idic, Wischtak (61. Hajdarevic).

Vatanspor Bad Homburg: Kempf – Arslan, Tesfamicael, Weiersbach, Paci – Mokrzycki (73. Kuru), Krieg, Naziri, Buentemeyer – Namavizadeh (90. Fuchs), Radu (83. Günay).

Steno: Tore: 0:1 (45.) Tesfamicael, 0:2 (47.) Namavizadeh, 1:2 (90.+5) FE Walther, 1:3 (90.+8) Fuchs. – Gelb-Rote Karte: Müller (90.+9/Fauerbach/Foul). – Schiedsrichter: Recep Akcura (Frankfurt). Michael Wiener

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