Fauerbach empfängt Petterweil zum Gipfeltreffen

(mw) Erster gegen Zweiter, Dritter gegen Vierter, Sechster gegen Siebter: In der Fußball-Kreisoberliga Friedberg sind die Vereine mit Chancen auf einen der ersten beiden Plätze am Saisonende mit Ausnahme des VfB Friedberg (Rang fünf) unter sich.

Während in Nieder-Florstadt zwei Mannschaften mit zuletzt unterschiedlichen Tendenzen (FC: 15 Punkte aus sechs Spielen; Steinfurth: drei Spiele ohne Sieg) um den Anschluss kämpfen, ist der SV Staden nach der unerwarteten Niederlage in Friedberg bereits am heutigen Freitag beim SKV Beienheim unter Druck. Und zum absoluten Gipfeltreffen kommt es beim Spitzenreiter FCO Fauerbach.

Die Olympianer (37 Punkte) empfangen am 15. Spieltag den VfB Petterweil, der fünf Zähler zurückliegt. Während der FCO zuletzt elfmal in Serie gewann, wurden die Mannen von Rainer Pausch vergangenes Wochenende beim Heim-1:2 gegen den FC Hessen Massenheim unerwartet ausgebremst.

Petterweils Trainer Rainer Pausch weiß die Gründe für die Niederlage. »Wir waren nicht bei der Sache, waren nicht spritzig genug. Da ist es auch egal, dass ein, zwei Leute gefehlt haben«, sagt er. Das Fehlen von Spielern akzeptiert er generell nicht als Ausrede. »Hintendran stehen immer Spieler, die auch in der ersten Mannschaft ran wollen. Und die müssen dann Leistung zeigen«. Für den VfB war die Niederlage gegen Massenheim erst der zweite »Nuller« in dieser Spielzeit. »Wenn uns das vor der Saison jemand gesagt hätte, hätten wir es nicht geglaubt.

Es herrscht eine gute Harmonie in der Mannschaft. Unsere jungen und neuen Leute haben eingeschlagen, die Umstellung auf Viererkette hat geklappt«, nennt Pausch die Gründe für den Aufschwung im Karbener Stadtteil. Konstant gepunktet haben die Petterweiler gegen die Teams aus der zweiten Tabellenhälfte, hier steht nur ein Punktverlust gegen den SV Bruchenbrücken vom ersten Spieltag (1:1) zu Buche. Souveräne Vorstellungen gab es auch in einigen Spitzenspielen, gegen Steinfurth und in Staden gewann die Pausch-Elf jeweils cool mit 2:0.

Längerfristig verzichten muss Rainer Pausch aktuell nur auf seinen zweiten Torwart Alexander Zirm, der einen Kreuzbandriss erlitten hat. Fraglich an diesem Sonntag sind Alexander Dalhoff (Weisheitszähne) und Florian Münch (Oberschenkel). Für das Topduell sieht sich Pausch mit seinem Team nicht unter Druck. »Wir können befreit aufspielen. Es ist überraschend, dass wir überhaupt dort oben dabei sind«, sagt der Übungsleiter, der sich noch an B-Liga-Spitzenspiele gegen die Olympianer vor knapp zehn Jahren erinnert.

Doch während die Petterweiler nach einem kurzen Intermezzo in der A-Liga später raketenartig per Durchmarsch von der B-Liga in die Kreisoberliga schossen und dort bislang noch nie einen einstelligen Tabellenplatz am Saisonende erreicht haben, haben sich die Fauerbacher stetig nach oben gekämpft – bis auf KOL-Rang drei in der Vorsaison. »Sie haben ihre hochkarätigen Abgänge gut verkraftet. Ein Plus ist zudem die sehr gute Kameradschaft, das habe ich schon einige Male auf und neben dem Platz beobachtet«, sagt Pausch.

In der Tat haben die Olympianer den Verlust von Torjäger Florian Müller (Klein-Karben) und Stratege Sascha Hartmann (Usingen) besser als zunächst angenommen verkraftet. Die Vorbereitung verlief desaströs, das erste Punktspiel ging sang- und klanglos – ausgerechnet im Derby – gegen den VfB Friedberg mit 0:3 verloren; aber die Mannschaft rappelte sich auf. »Ich habe zu Saisonbeginn viel im psychologischen Bereich arbeiten müssen. Es bestand die Gefahr, dass die Spieler nach einer tollen vergangenen Saison glauben, es könnte aufgrund der Abgänge nicht mehr für ganz oben reichen. Da bleiben schnell ein paar Prozent Leistung auf der Strecke«, erklärt Vetter sein Wirken im mentalen Bereich.

Es scheint geholfen zu haben. Der Knackpunkt kam am heißesten Tag des Jahres, gegen den damals noch als Titel-Top-Favorit geltenden SV Staden. Nach 22 Minuten stand es 4:1 für die Vetter-Elf, Endstand war 5:1. Es war der Beginn einer Serie von bislang elf Siegen in Folge, wobei lediglich der vorerst letzte in Bad Vilbel (2:1) mit weniger als zwei Toren Differenz ausfiel. Dass dort nicht alles nach Wunsch lief, darüber hat sich Vetter freilich informiert. »Wir sind wohl in der zweiten Halbzeit konditionell etwas eingebrochen«, sagt Vetter, der zu dieser Zeit in der Türkei weilte. »Das ist kein Wunder, denn unsere Trainingsbedingungen sind wie gewohnt nicht einfach«, spielt er auf das Dauerthema im Friedberger Stadtteil an – die Platzproblematik, die bei fast jeder Vorstandssitzung des Vereins auf der Tagesordnung steht.

Die Gründe für die starken und konstanten Leistungen der Fauerbacher sind das eingespielte Team (seit vielen Jahren wenig Fluktuation im Kader), die bereits von Rainer Pausch angemerkte tolle Kameradschaft und freilich die hohe Qualität im Kader, wobei in Gesprächen mit Fauerbacher Anhängern zwei Namen herausstechen: der verbandsligaerfahrene Stürmer Paul Wischtak, mit 13 Treffern auf Rang zwei der KOL-Torjägerliste; und Zugang Jamel »Melly« Atkinson, der der Abwehr hohe Stabilität verleiht. »Das Umschaltspiel klappt hervorragend, alle arbeiten sehr gut defensiv mit. Daher haben wir die wenigsten Gegentore«, ergänzt Vetter. Nach dem 0:3 gegen den VfB Friedberg kassierte der FCO in 13 Partien nur noch sechs Tore, doppelt traf nur der SV Ockstadt.

Personell gesehen fehlt Vetter längerfristig nur Marco See (Knie). Nur bei Spielen zur Verfügung steht Abwehrmann Florian Weber, der in Mainz wohnt und studiert. Gegen Petterweil erwartet der FCO-Trainer »ein hartes Stück Arbeit. Sie spielen sehr geduldig und nutzen ihre Chancen eiskalt. Wir wollen mindestens einen Punkt holen«.

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