Fatih Uslu dreifacher FV-Torschütze in Usingen

"Keine Experimente", hatte Harald Zöll schon vorab klare Vorstellungen darüber, wie man das vorgezogene Gastspiel bei der Usinger TSG möglichst unbeschadet zu überstehen gedachte.

Zöll, seit Anfang dieser Woche beim heimischen Verbandsligisten FV Bad Vilbel der neue sportliche Leiter und bis zum Rundenende für den nicht mehr zur Verfügung stehenden Daniel Krieg auch als Interimstrainer in Amt und Würden, setzte am Donnerstagabend auf das bewährte 4-4-2-System. Den Gegner kommen lassen und immer dann, wenn sich die Gelegenheit dazu bieten sollte, mit schnellen Kontern die Usinger Defensive aushebeln, lautete seine erklärte Absicht. Weil die Taunusstädter auf diese Taktik hereinfielen, also munter nach vorne spielten und dabei zuweilen die eigene Defensive vernachlässigten, ging Zölls Plan auf: Unter den Augen von "Zaungast" Amir Mustafic, der den FV Bad Vilbel ab Sommer trainieren wird, verbuchten die Grün-Weißen einen knappen 3:2 (0:0)-Auswärtssieg, verbesserten sich durch die Punkte Nummer 39 bis 41 im Gesamtklassement vorübergehend von Platz neun auf Position fünf und brauchen sich ab sofort in Sachen Klassenerhalt wohl keine Sorgen mehr machen.

Während Usingens Coach Michael Deuerling und seine Leute, die seit der Rückrundenfortsetzung zum siebten Mal in Folge sieglos blieben (zwei Remis, fünf Niederlagen), hinterher mit dem Schicksal haderten, überzeugte Bad Vilbel mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, wobei allerdings vier Spieler der besonderen Erwähnung bedürfen: Fatih Uslu, am Donnerstagabend auf dem Usinger Kunstrasenplatz dreifacher Torschütze und mit nunmehr 22 Treffern Verbandsliga-Goalgetter Nummer eins, Oleg Huwa als pfeilschneller Wirbelwind auf der rechten Außenbahn, der im zentralen Mittelfeld mit viel Übersicht und hoher Laufbereitschaft agierende Nuh Uslu, und – trotz einiger Schwächen in der Strafraumbeherrschung – Torwart Robin Orband.

Dem A-Jugend-Keeper gelang nämlich kurz vor dem Abpfiff das Kunststück, einen eigentlich unhaltbaren Ball (platzierter Kopfball von Heilbronner nach einer Schäfer-Flanke) mit einem Reflex aus dem rechten Eck zu fischen und somit den Usinger 3:3-Ausgleich zu verhindern. "Er hat nervös begonnen, wurde aber im Lauf der Partie immer sicherer", lobte Harald Zöll die Leistung des Nachwuchs-Keepers.

Halbzeit eins blieb zwar torlos, hätte jedoch auf beiden Seiten reichlich Treffer bringen können. Für Usingen vergaben Torben Selzer (8. – Pfostenschuss nach Vorarbeit von Kopp und Taugner), Marcel Kopp (35. – Schuss aus acht Metern, Steven Cue klärte auf der Linie) und Pascal Bretschneider (38. – traf aus sechs Metern das leere Tor nicht) drei glasklare Gelegenheiten, auf Bad Vilbeler Seite hatten Philipp Groda (7.), Oleg Huwa (9.) und Sebastian Weigand (23.) kein Glück. Alle drei Versuche wurden von der TSG-Abwehr in letzter Sekunde abgeblockt. Derweil deutete FV-Torjäger Fatih Uslu seine Fähigkeiten erstmals kurz vor der Pause an, als er eine Huwa-Flanke mittels Kopfball knapp über Alberts Kasten zirkelte.

Die zweiten 45 Minuten begannen furios: Gerade mal zwei Minuten waren gespielt, als Fatih Uslu einen riskanten Taugner-Rückpass erlief, TSG-Torwart Lukas Albert austrickste und zum 0:1 vollendete. Allerdings ließ die Usinger Antwort nicht lange auf sich warten: Nuh Uslus Attacke gegen Taugner bestrafte Referee Grunenberg in der 49. Minute mit Elfmeter. Christian Liebig erwies sich als sicherer Vollstrecker – 1:1 in der 49. Minute. Strafstoß Nummer zwei folgte fünf Minuten später, allerdings auf der anderen Seite nach einem Foul von Usingens Kapitän Sven Stravs an Nuh Uslu.

Fatih Uslu blieb cool – 1:2. Die Vorentscheidung zugunsten der Wetterauer Gäste datierte aus der 65. Minute. Usingens Martin Taugner war erneut nicht auf der Höhe der Zeit, vertändelte das Leder im Mittelfeld und ermöglichte dadurch Bad Vilbels Philipp Groda, Fatih Uslu auf die Reise zu schicken. Gegen dessen knallharten Schrägschuss, der halbhoch im rechten Eck zum 1:3-Zwischenstand einschlug, war für den bedauernswerten Albert kein Kraut gewachsen.

Es spricht für die Moral der Platzherren, dass sie dennoch nicht resignierten und versuchten, den Druck zu erhöhen. Freilich ohne großen Erfolg, denn im Bad Vilbeler Abwehrzentrum bewahrten die Innenverteidiger Sebastian Weigand und Steven Cue in nahezu allen Situationen Ruhe und Übersicht. Ein weiterer Elfmeter, der dritte des Abends, musste herhalten, um den Taunusstädtern in der 88. Minute eine Ergebniskorrektur zu gestatten. Sebastian Weigand hatte den eingewechselten Marco Schäfer unsanft ausgebremst. Zwar vollendete Christian Liebig sicher zum 2:3, doch weil FV-Keeper Robin Orband in der Schluss-Minute Eric Heilbronners Kopfball so spektakulär entschärfte, entpuppte sich Liebigs zweites Elfmeter-Tor für die Deuerling-Elf als wertlos.

Den Sieg und die Punkte durfte Bad Vilbel mit nach Hause nehmen.

Usinger TSG: Albert – Bueno Oliva, Stravs, Heilbronner, Lewalter (62. Schäfer) – Strohmann (82. Trivilino), Taugner, Bretschneider (85. Kanschat), Liebig – Selzer, Kopp.

FV Bad Vilbel: Orband – Taylor, Steven Cue, Sebastian Weigand, Alexander Weigand (71. Knell) – Groda, Nuh Uslu, Trumpp, Huwa – Gärtner (90. Knauer), Fatih Uslu.

Tore : 0:1 (47.) Fatih Uslu, 1:1 (49.) FE Liebig, 1:2 (54.) FE Fatih Uslu, 1:3 (65.) Fatih Uslu, 2:3 (88.) FE Liebig. - Schiedsrichter: Markus Grunenberg (Rodgau). – Zuschauer: 100. Uwe Born

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