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Mit Ex-Davis-Cup-Spieler zum DM-Titel ?

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20 Siege in Serie, ungeschlagen seit dem 3. Juli 2005 (!), drei Titel in Folge, ein Durchmarsch von der Verbandsliga in die 1. Regionalliga: Die Herren 40 des TC Bad Vilbel, die ranghöchste Tennis-Mannschaft im Wetteraukreis, kann nun, zum Auftakt des Sommers 2009, sogar von der Deutschen Meisterschaft träumen.

Am kommenden Samstag wird das Team um Kapitän Andreas Binder erstmals in der Süd-West-Staffel, einer von vier Gruppen der höchsten nationalen Spielklasse, aufschlagen. Gegner ist ab 13 Uhr auf der Anlage in der Huizener Straße der TSV Künzelsau. Parallel dazu empfangen die Herren 50 aus der Brunnenstadt - ebenfalls um 13 Uhr - den TEVC Kronberg zum Vergleich in der 2. Liga Nord auf ihrer Neun-Platz-Anlage. Komplettiert wird das Trio überregional aktiver Mannschaften durch die Herren 65 des KSV Klein-Karben. Zum Zweitliga-Auftakt ist das Sextett um Dieter Zimprich bereits am Freitag (13 Uhr) bei der SG TC Illtal Illingen/TC Merchweiler zu Gast. Der Spielbetrieb auf Landesebene beginnt erst am Wochenende 9./10. Mai.

Herren 40, TC Bad Vilbel

Die Herren 40 sind die Vorzeige-Mannschaft der Wetterau und damit auch des rund 500 Mitglieder starken TC Bad Vilbel, der mit insgesamt 29 Teams am Spielbetrieb teilnimmt.

Als »geplant und gewünscht« beschreibt Sportwart Helmut Herbolsheimer die sportliche Entwicklung der einstigen 2005er-Verbandsliga-Truppe, aus der mit Ingo Söhngen und Andreas Binder zwei Spieler noch heute, drei Klassen höher, auf den Positionen fünf und sechs der Meldeliste des TCBV zu finden sind. Angeführt wird das Ranking von Tomas Carbonell. Der 40-jährige Spanier gewann zwei Einzel- und 22 Doppel-Konkurrenzen der ATP-Tour und stand 1994 im Davis-Cup an der Seite von Sergi Bruguera dem deutschen Doppel Karsten Braasch/Michael Stich gegenüber. Zwei Jahre später wurde Carbonell auf Position 40 der Weltrangliste geführt, im Doppel gar auf Rang 22. Seine Profi-Karriere endete im Jahr 2001. Vom SKV/TV Büttelborn kommt Ludek Vidmann, die Nummer zwei. Der 41-jährige Tscheche gewann 2001 den Ü35-Titel seines Heimatlandes, wurde 2003 Dritter der Ü35-Doppel-Weltmeisterschaft und erreichte im Vorjahr Rang drei bei den Einzel-Europameisterschaften in der Altersklasse Ü40. Der B-Lizenz-Inhaber ist seit mehr als zehn Jahren als Tennis-Lehrer tätig. Von Position eins auf drei wurde Vaclav Toman versetzt. Der Tscheche, der in der Deutschen Rangliste der Senioren M45 auf Rang 80 geführt wird, geht in sein drittes Jahr in der Brunnenstadt.

Bislang blieb der 45-Jährige ungeschlagen. In seine vierte Saison für Bad Vilbel geht Josef Cihak, der sich seitdem lediglich in einem einzigen Doppel einmal geschlagen geben musste. Auch Cihak konnte sich auf der ATP-Tour in den zweistelligen Ranking-Bereich nach vorne spielen. Im Oktober 1987 wurde er auf Position 72 im Einzel notiert, zwei Jahre später erreichte er mit Platz 57 im Doppel seine beste Position. Dahinter finden sich mit Ingo Söhngen, Andreas Binder, Ulrich Knieling und Arno Telkaemper langjährige Bad Vilbeler, »die auch ohne die ausländischen Mitspieler nicht chancenlos wären«, glaubt Herbolsheimer, der nicht verhehlt, dass ein derart hochklassiger Kader in Bad Vilbel nur extern zu finanzieren sei. »Das ist ganz klar«, unterstreicht der Sportwart, der einen Einsatz von Top-Spieler Carbonell nur für den Fall der Endrunde um den Titel erwartet, zumal ohnehin in jeder Begegnung nur zwei Ausländer eingesetzt werden dürfen, wobei Ludek Vidman wohl als »Tennis-Deutscher« zum Zug kommen wird. »Wir haben eine starke Mannschaft«, weiß Herbolsheimer, der allerdings das Niveau der Konkurrenz nicht einzuschätzen vermag. Der Auftakt gegen Künzelsau, im Vorjahr immerhin Gruppen-Dritter hinter Landau und Buchschlag, dürfte am Samstag gewiss Aufschluss geben.

Herren 50, TC Bad Vilbel

Mit drei Verstärkungen auf den Positionen eins, zwei und vier streben die Herren 50 den Aufstieg in die 1. Regionalliga an. Im Vorjahr belegten die Brunnenstädter Rang drei, punktgleich mit dem Zweiten. Hoffnungsträger ist Mathias Funk, der vom Erst-Regionalligisten Eschborn in die südliche Wetterau gewechselt ist. Funk war im Jahr 2007 Hessischer Meister der Herren 50, erreichte im Jahr zuvor bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften das Finale und hat eine Viertelfinal-Qualifikation bei den Europameisterschaften der Herren 45 in seiner Vita stehen. Der DTB-B-Lizenz-Inhaber wurde 2006 in der Deutschen Ü50-Rangliste auf Platz acht geführt und war im Jahr zuvor bester hessischer Spieler. Der Tscheche Jaromir Zivnicek kommt von Eintracht Frankfurt, ist Diplom-Sportlehrer. Neu im Team, hinter Gunnar Ierasts auf Position drei, ist Stefan Proeckl, der beim TC Quellenhof Karben eine Tennis-Schule leitet. Proeckl bildete mit Funk sowie seinem Teamkollegen Helmut Herbolsheimer vor knapp fünf Wochen das Bad Vilbeler Trio im Halbfinale der Ü50-Hessenmeisterschaften, die Funk in Offenbach letztlich für sich entscheiden konnte. Auf den Positionen fünf bis zehn folgen der Tscheche Vladimir Pastika, Jürgen Otto, Mannschaftsführer Reinhard Schröck, Eduard Krahe, Michael Sabottka und Helmut Herbolsheimer.

»Ich bin sehr zuversichtlich«, äußerst sich der TCBV-Sportwart bezüglich der Titel- und Aufstiegs-Chancen. »Wir haben den Winter über intensiv trainiert und ein intaktes Team- und Klubleben«, sagt Herbolsheimer, der speziell für den kommenden Samstag mächtig die Werbetrommel rührt. »Vilbelton« heißt es auf einem Banner, das eigens mit dem Hinweis auf den 2. Mai in der Brunnenstadt aufgehängt worden ist. »Im letzten Jahr konnten wir gerade zu diesem Heimspieltag viele Gäste auf unserer Anlage begrüßen«, blickt er zurück, hofft auf einen ähnlichen Zuspruch - und die Fortsetzung der klubinternen Erfolgsstory.

Herren 65, KSV Klein-Karben

In bewährter Besetzung gehen die Herren 65 in die zweite Saison in der 2. Regionalliga - erneut mit dem Ziel, den Abstieg zu verhindern. Markant beim Vorjahres-Fünften: der ausgeglichen besetzte Kader. »Bei uns kann im Grunde genommen jeder jeden schlagen«, sagt Dieter Zimprich, der als Mannschaftsführer hinter Günter Rudhard auf Position zwei im internen Ranking geführt wird. Insbesondere in den Spielen gegen die Aufsteiger Illtal und Kirchen sollen die notwendigen Zähler eingefahren werden, neben Top-Favorit Buchschlag zeigt man vor allem gegenüber Zwingenberg, das den Kader verstärkt hat, höchsten Respekt.

Umgeschaut habe man sich, räumt Dieter Zimprich ein, wirtschaftlich habe man allerdings nicht die notwendigen Mittel, um den Kader aufzurüsten. Verstärkung kam vielmehr aus den eigenen Reihen - Reinhard Rasch. Er hatte im letzten Jahr nur zweimal antreten können. »Wir haben gut trainiert, kennen uns schon viele Jahre und sind eine intakte Gruppe«, setzt Kapitän Zimprich auf die mannschaftliche Geschlossenheit beim KSV. Der sportliche Ehrgeiz, daran lässt Zimprich keinen, Zweifel überwiege den geselligen Aspekt dennoch bei weitem. »Nein, nein. Wir spielen natürlich, um zu gewinnen«. Am besten schon am Freitag in Illtal. Michael Nickolaus

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