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Stephan Pletz

Es kehrt wieder Leben ein

  • vonPeter Hett
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Handball-Oberligist TV Petterweil ist wieder im Training. Und bereitet sich auf die neue Saison vor, die eine Teilung der Spielklasse vorsieht. Auch hat der TVP einen Neuzugang vorgestellt.

Lange hat es gedauert, aber in der Woche nach Pfingsten war es endlich wieder soweit. Aufgrund sinkender Grenzwerte der 7-Tage-Inzidenz unter 50, auch im Wetteraukreis, wurden die Sporthallen wieder geöffnet. Somit war es auch für die Handballer des Oberligisten TV Petterweil wieder erlaubt, mit nahezu regulärem Trainingsbetrieb in der Sporthalle an der Sauerbornstraße, unter Beachtung der üblichen Hygienevorschriften und der vorgegebenen Maximalbelegung, loszulegen.

Am 25. Mai durfte Trainer Martin Peschke seine Mannschaft endlich wieder persönlich zum Training begrüßen. Dabei informierte er über drei wichtige Neuigkeiten: ein Konzept des HHV für die anstehende Spielzeit, einen Plan für Training und Testspiele und als Sahnehäubchen obendrauf zusätzlich noch über die Vorstellung eines hoffnungsvollen Neuzugangs. Wir haben uns vor Ort informiert.

Das HHV Konzept: Der Arbeitskreis Spieltechnik hat ein Konzept für die Spielzeit 2021/2022 erarbeitet und dem Präsidium zur Beschlussfassung vorgelegt. Es sieht vor, die Oberliga in zwei Gruppen, mit jeweils acht Mannschaften nach regionalen Gesichtspunkten, aufzuteilen. Als Termin für den Rundenstart ist das letzte Oktoberwochenende (30./31.) ins Visier genommen. Es werden zunächst Hin- und Rückspiele ausgetragen. Die ersten vier jeder Gruppe spielen dann den Aufsteiger und die letzten vier die Absteiger aus. Punkte aus den Vorrundengruppen werden mitgenommen. Für jeden Verein stehen so in den Entscheidungsrunden noch acht weitere Spiele (Hin- und Rückspiel gegen die Vertreter der anderen regionalen Gruppe) auf dem Spielplan. Für den Wetterauer Oberligisten TV Petterweil ist die Teilnahme in der Nord-Gruppe vorgesehen. Zusammen mit Kleenheim-Langgöns, Melsungen II, Wettenberg, Pohlheim, Münster, Vellmar und Großenlüder/Hainzell. Die Reaktionen zu diesem Rahmenkonzept waren vonseiten der Vereine durchweg positiv und es wird als sinnvoll erachtet. Am Mittwoch wurde vom Präsidium das Konzept nun auch final beschlossen. Vonseiten einiger Landesligisten, bei denen das Konzept ebenfalls umgesetzt werden sollte, gab es Einwände bezüglich der Zuordnung nach regionalen Gesichtspunkten. Es wird argumentiert, dass es zu leistungsmäßigen Verzerrungen komme, bei denen eine Gruppe der anderen überlegen ist, weil dort die Favoriten spielen. Eine Einteilung, die sich mehr an den Abschlusstabellen der letzten Spielzeit orientiert und weniger regionale Gesichtspunkte berücksichtigt, wurde ins Gespräch gebracht. Allerdings hat auch hier das Präsidium in seiner Sitzung am Mittwoch das Regional-Konzept beschlossen.

Neuzugang: Mit dem 30-jährigen, in Moers geborenen Stephan Pletz erhält der TV Petterweil einen Spieler, der als Shooter mit Mannschaftsgeist beschrieben wird. Mit einem Gardemaß von 2,04 Meter ausgestattet gilt er dazu noch als Abwehrexperte. Durch seine Eltern kam er bei den Bambini des TV Kapellen bereits mit fünf Jahren zum Handballsport. Sein außergewöhnliches Talent war früh zu erkennen. Während seiner Jugendzeit wurde er stets eine Altersklasse höher eingesetzt. Als A-Jugendlicher wechselte er zum MSV Duisburg. Dort zwang ihn ein Meniskusriss zu einer einjährigen Pause. Danach führte sein Weg zu Bayer Uerdingen. Dort wurde er bereits als Jugendlicher in der Regionalliga-Mannschaft eingesetzt. Diesem Verein, der im Jahr 2013 in die HSG Krefeld überging, blieb er lange treu und sammelte dort reichlich Erfahrung in der 3. Liga. Nachdem er im Oktober 2016 erneut am Knie operiert wurde, trat der Handball in den Hintergrund und das Augenmerk galt der beruflichen Laufbahn. An der Hochschule Niederrhein in Krefeld hat Pletz ein Studium als Wirtschaftsingenieur absolviert. Seit 2016 arbeitet er bei der Argentus in Frankfurt und ist dort für das technische Energiemanagement und die Anlagetechnik in den Objekten der Kunden zuständig. Zu Hause ist er jetzt in Bad Vilbel-Massenheim.

Der TVP-Trainingsplan: Der Plan zeigt alle gemeinsamen Termine bis hin zum Rundenstart auf und beinhaltet Lauf- und Krafttraining sowie die Kernkompetenz Mannschaftstraining in der Halle. Lücken, die schnell geschlossen werden sollen, gibt es noch bei der Terminierung von Vorbereitungsspielen. Durch den großen Kader, der bei Bedarf aufgeteilt wird, können wesentlich mehr Spiele als gewohnt ausgetragen werden, um das Team einzuspielen.

Trainer Martin Peschke über ... das Oberliga-Konzept: »Die Aufteilung in zwei Gruppen ist angemessen. Wir haben jetzt 22 Spiele anstatt 30 und damit Handlungsspielraum, um auf eventuelle neue, negative Corona-Entwicklungen zu reagieren. So wie es jetzt ist, finde ich die Nord-Gruppe definitiv stärker als im Süden. Wichtig für uns ist, dass wir die Gießener Derbys mit Pohlheim, Kleenheim und Wettenberg dabei haben. Nicht so prickelnd sind die ganz langen Fahrten nach Melsungen, Vellmar und Großenlüder. Es ist gut, jetzt einen Termin für den Rundenbeginn zu haben, auf den wir hinarbeiten können. Bis dahin sollten nahezu alle Spieler geimpft sein. Da jeder Verein noch seine Hygienekonzepte hat, hoffe ich, vor Zuschauern zu spielen, wie es ursprünglich auch vorgesehen war.

... die Neuverpflichtung: Im Grunde genommen haben uns Pferde dazu den Weg bereitet. Stephans Freundin kennt durch einen Reitstall die Frau eines unserer Sponsoren. Über diesen Weg habe ich seine Telefonnummer erhalten und bereits im letzten Herbst den ersten Kontakt aufgenommen. Seine Bereitschaft und die Lust, zu uns zu wechseln, waren sofort vorhanden. Wir haben den Kontakt ständig gehalten und ihm mit Videos Eindrücke darüber vermittelt, was bei uns in der Halle los ist und wie wir spielen. Jetzt kam es endlich zum ersten Training, nach dem er direkt seine Zusage gegeben hat.

... über seine Erwartungen an den Neuzugang: Durch seine Art und Weise wird er auf jeden Fall neue Qualität zu uns bringen. Er hat sich vom ersten Moment an angepasst und hinterlässt überall einen positiven Eindruck. Aufgrund seiner langen Handball-Pause darf man nicht sofort zu viel erwarten. Gemeinsam mit Mario Fernandes und Jonas Koffler sollte er einen stabilen Mittelblock stellen. Im Angriff gehen wir es langsam an. Zunächst wird er seine Fitness auf einen stabilen Stand bringen. Wenn er soweit ist, gibt es für uns nichts Schöneres, als jemanden zu haben, der leichte Tore aus der Distanz werfen kann.

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