Fußball

HFV erteilt Playoffs eine Absage

  • Christoph Sommerfeld
    vonChristoph Sommerfeld
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Hessens Amateurfußballer halten an der Doppelrunde fest. Bei der HFV-Vorstandssitzung am Samstag zeigten die Juristen die Probleme eines Modus-Wechsels auf. Exit-Option ist die Quotientenregel.

(cso). Zwei Szenarien bleiben den hessischen Amateurfußballern im Grunde für eine mögliche Fortsetzung der Spielzeit 2020/21. Das ergab die virtuelle Vorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbands am Samstag, an der neben HFV-Präsident Stefan Reuß und Verbandsfußballwart Jürgen Radeck auch die Kreisfußballwarte der 32 hessischen Kreise teilnahmen - unter anderem Thorsten Bastian (Friedberg).

Dabei wies Vizepräsident Torsten Becker darauf hin, dass "ein Wechsel des Spielsystems der Senioren innerhalb dieser Saison ausgeschlossen", ist. Er erklärte laut Pressemitteilung weiter: "Es wird keinen Spurwechsel geben. Der Verband möchte in keinen laufenden Wettbewerb eingreifen und dadurch Meisterschafts- oder Abstiegsfragen beeinflussen." Da man bei der Entscheidungen über eine Fortsetzung von der Erlaubnis der Behörden abhängig ist, kann ein Saisonabbruch (vermutlich unter Anwendung der Quotientenregel) nicht ausgeschlossen werden. Damit verbleiben praktisch nur zwei Möglichkeiten: Fortsetzung der normalen Doppelrunde mit Saisonende bis Juni oder Saisonabbruch (wann auch immer).

Noch vor dem virtuellen Treffen standen in den letzten Tagen mehrere Modelle im Raum, die Jürgen Radeck mit seinen Kollegen im Verbandsspielausschuss diskutiert hatte. Dabei war u. a. von einer Annullierung der Saison, einer Wertung nach einfacher Runde sowie von Playoffs die Rede. Diesen Modellen erteilten die Juristen um Torsten Becker nun offensichtlich eine Absage und wiesen auf die rechtliche Angreifbarkeit hin.

Im Gegensatz zur Vorsaison sind in jedem Fall - auch bei Anwendung der Quotientenregel - nicht nur Aufsteiger, sondern auch Absteiger zu ermitteln. Wie im Frühjahr dürfte diese Exit-Option wieder Zündstoff bergen und die nicht-profitierenden Vereine zu rechtlichen Schritten bewegen. "Eine Entscheidung am Grünen Tisch ist immer angreifbar. Am besten ist natürlich, die Entscheidungen über Auf- und Abstieg auf dem Platz herbeizuführen", machte Becker das Dilemma klar. Der Volljurist aus Hanau stellte auf Nachfrage noch mal fest: "Wenn wir während der Runde das Spielsystem wechseln, dann ist das ein Eingriff in den Wettbewerb." Auch eine Annullierung der Saison hält der HFV-"Vize" für juristisch sehr problematisch.

Es bleibt die Frage, ob man nicht schon vor Rundenbeginn in der Spielordnung oder den Durchführungsbestimmungen einen möglichen Eingriff hätte legitimieren können. Zwar waren die Infektionszahlen im Spätsommer noch niedrig. Dennoch war es recht optimistisch, mit den beliebten Doppelrunden durch das Jahr zu kommen.

"Man kann in der Spielordnung oder den Durchführungsbestimmungen nicht etwas festlegen, was juristisch nicht haltbar ist", erklärte derweil auch Thorsten Bastian, der die Vereine in seinem Kreis vor der Saison direkt zum Modus befragt hatte. Allerdings geht auch der Friedberger Fußball-Chef nicht davon aus, dass die Runde ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden kann.

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