Besprechung auf Abstand - hier beim SKG Albanischen Verein Wetterau aus Friedberg.
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Besprechung auf Abstand - hier beim SKG Albanischen Verein Wetterau aus Friedberg.

Fußball

Erster Corona-Fall im Wetterauer Fußball, Testspiel-Verbot in Offenbach: So ist die Lage bei den Amateur-Kickern

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Gemischte Gefühle im hessischen Fußball. In der Wetterau ist ein Fußballer positiv auf Covid-19 getestet worden, für den Umgang mit dem Fall gibt es aber ausschließlich Lob. In Offenbach ist dagegen schon wieder Schluss mit Fußball.

Es war allen klar, dass es passieren wird. Es war nur eine Frage der Zeit. Dass aber schon nach dem ersten Wochenende seit in Hessen wieder Sportveranstaltungen stattfinden dürfen ein Wetterauer Fußballverein beim Gesundheitsamt anrufen muss, um einen Corona-Fall zu melden, hätten sich wohl maximal die schärfsten Kritiker der Wiederaufnahme des Spielbetriebs erhofft.

Am großen Ganzen ändert das aber erst mal nichts - zumindest in der Wetterau. "Der Verein hat vorbildlich gehandelt und den Fall unverzüglich dem Gesundheitsamt und dem Hessischen Fußball-Verband gemeldet. Der Spieler ist nun zwei Wochen in Quarantäne, für den Rest der Mannschaft haben die Behörden grünes Licht gegeben", sagt Kreisfußballwart Thorsten Bastian.

Positives Fazit

Überhaupt zog er ein positives Fazit des ersten Testspielwochenendes. Knapp fünf Monate ruhte sämtlicher Wettkampfsport aufgrund der Coronavirus-Pandemie, bis am vergangenen Samstag der SKG Albanischer Verein Wetterau die lange Wartezeit mit einem Testspiel gegen den SKV Beienheim II als erste Mannschaft im Fußballkreis Friedberg beendete. "Dort gab es von allen Seiten viel Lob", sagt Bastian. Die Zonen für die Wechselspieler waren klar abgegrenzt, es standen genügend Stühle mit 1,5 Meter Abstand bereit. Die Registrierung am Eingang lief problemlos.

Der Kreisfußballwart appelliert im selben Atemzug aber auch an die Vernunft: "Es muss allen bewusst sein, dass es ist zwingend notwendig ist, sich an das Hygienekonzept zu halten, wenn wir eine Chance haben wollen, die Saison ohne weitere Unterbrechung zu Ende zubspielen." Zumal die Einhaltung des Konzepts überhaupt die Voraussetzung ist, ein Spiel anpfeifen zu dürfen.

Sein Blick geht dabei auch nach Offenbach. Dort ist, zumindest im Stadtgebiet, schon wieder alles vorbei, bevor es richtig losgehen konnte. Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner hat nach Rücksprache mit dem Sportamt alle geplanten Testspiele in Offenbach bis einschließlich Sonntag, 16. August, abgesagt. "Die Zahlen der letzten Woche sind für Offenbach der falsche Zeitpunkt, die Kontaktbeschränkung jetzt wie sonst überall in Hessen zu lockern", sagte Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke. Also ist Sport mit Kontakt weiterhin nur in Gruppen von maximal zehn Personen möglich.

Dass die von den Absagen betroffenen Vereine nun Berichten zur Folge versuchen ihre Testspiele in den Kreis Offenbach zu verlegen, weil dort das Verbot nicht gilt, kann aber auch nicht die Lösung des Problems sein.

Registrierung am Eingang zum Sportplatz.

Gleiches gilt für ein Freundschaftsspiel in Frankfurt, dass am Sonntag rund 150 Zuschauer anlockte, der Verein aber im Vorfeld keinerlei Anstrengungen unternahm, das Hygienekonzept umzusetzen. Die Fragen des Frankfurter Kreisfußballwarts, der ebenfalls vor Ort war, brachte die Vereinsverantwortlichen in Erklärungsnot und dem Funktionär einen gefüllten Notizblock.

Im Fußballkreis Friedberg scheint bislang alles glattzulaufen. Auch künftig hofft Bastian darauf, dass die Vereine mitziehen. "Da geht es auch darum, dass nicht gemurrt wird, wenn ein Spiel kurzfristig auf einem neutralen Platz angesetzt wird. Falls die Saison wieder abgebrochen werden muss, wird wieder die Quotientenregel über Tabellenplätze entscheiden. Umso wichtiger ist es, dass die Vereine immer gleich viele Spiele absolviert haben."

Im Webseminar des HFV, in dem die Vereine über das Hygienekonzept informiert wurden, sagte Frank Illing (Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung): "Natürlich ist das momentan für die Vereine viel Aufwand, aber es ist auch ein Privileg, dass wir nun wieder spielen dürfen." Aber, so ist es leider oft mit Privilegien, erscheinen sie erst als solche, wenn sie einem genommen werden. Die Fußballvereine haben es selbst in der Hand.

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