Gegen den zehnfachen Berliner Torschützen Milos Vujovic hat Wetzlars Keeper Tibor Ivanisevic das Nachsehen. FOTO: DPA
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Gegen den zehnfachen Berliner Torschützen Milos Vujovic hat Wetzlars Keeper Tibor Ivanisevic das Nachsehen. FOTO: DPA

Das Erste überstanden

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(ra). Das erste Zwischenfazit steht an: Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hat im Hinblick auf alle coronabedingten Unwägbarkeiten einen ordentlichen Saisonstart hingelegt. Die 6:6 Punkte widerlegen einmal mehr alle apokalyptischen Prognosen der Skeptiker.

Saisonphase eins nach der halbjährigen Corona-Zwangspause hat die HSG Wetzlar ordentlich, man kann sogar sagen sehr ordentlich, überstanden. Dass die neuen, allesamt bundesliga-unerfahrenden Akteure Zeit benötigen würden, war abzusehen. Dass Kreisläufer Patrick Gempp durch seine lange Ausfallzeit noch weiter zurückgeworfen würde, ebenfalls.

Auf die Niederlagen gegen MT Melsungen und jetzt bei den Füchsen Berlin hätte man in den Wettbüros ohnehin einen ordentlichen Batzen setzen können. Beide gingen nach zuvor erlittenen Pleiten als angeschlagene Boxer in das Duell mit den Mittelhessen, beide bestätigten, dass ihr Potenzial bei normalem Verlauf weit über dem der Mirkulovski und Co. liegt. Die 0:4 Punkte waren eher Produkte Melsunger und Berliner Klasse als Wetzlarer Schwäche.

Nach sechs Spieltagen liegt das Team von Trainer Kai Wandschneider trotz neuerlichem personellem Umbruch und Budget-Einbußen punktemäßig weder bei den eingangs befürchteten 2:10 oder gar 0:14, sondern mit 6:6 Zählern weit über der Norm. Das 31:22 gegen Meister Kiel überstrahlt die Auswärtserfolge bei GWD Minden und beim Bergischen HC, obwohl diese für das Leistungsvermögen der Cavor und Co. die größte Aussagekraft haben. "Unsere Auswärtssiege waren extrem wichtig", sagt Wandschneider, "das war stark, da hatten wir eine unfassbare Power".

Auf den Spielerstamm der Vorsaison mit Regisseur Filip Mirkulovski kann sich Trainer Kai Wandschneider als Konstante weiter verlassen. In Phase zwei nach der Länderspielpause heißt es nun, den Übergang zu den Neuzugängen noch stärker in Fluss zu bringen.

Gerade Magnus Fredriksen auf der Mitte deutete sein Spielmacher-Potenzial immer öfter an.

Donnerstag in einer Woche im Heimspiel gegen Aufsteiger HSC Coburg bietet sich die erste Gelegenheit. "Coburg und Ludwigshafen sind ganz andere Gegner als in der Vergangenheit, da werden wir uns 100 Prozent fokussieren müssen", blickt der HSG-Coach bereits auf die beiden nächsten November-Heimspiele.

"Allerdings müssen wir da auf unsere tolle Symbiose mit den Zuschauern verzichten", beklagt Wandschneider die fehlende Unterstützung, "was das bewirkt, hat man ja im Unterschied zwischen dem Kiel- und Melsungen-Spiel gesehen". Da müssen die Wetzlarer die Emotionen in sich selbst entfachen.

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