Erste HSG-Sieben nach 45 Minuten platt

(jms) Tim Grossmann war stocksauer. Völlig aufgewühlt rang der Mannschaftsbetreuer des Handball-Landesligisten HSG Münzenberg/ Gambach nach der 31:33-Niederlage seiner Mannschaft beim Tabellenvorletzten TV Breckenheim um Worte.

"Wir sind einfach nicht in der Lage, so ein Spiel zu gewinnen. Ich würde es auch Dummheit nennen, denn wir waren eigentlich die bessere Mannschaft und schaffen auch eine deutliche Führung. Doch durch zehn blöde Minuten, in denen wir alles falsch machen, verbauen wir uns den sicheren Sieg", sagte Grossmann. Eine harte Analyse, doch der Spielverlauf des gestrigen Spiels ist auch als Spiegelbild einer gesamten Saison zu werten.

Zu unkonstant und vielleicht manchmal auch zu unkonzentriert - die HSG bekommt vor allem in der letzten Viertelstunde Probleme. Grossmann kann dies nur bestätigen: "Wir mussten eine Viertelstunde vor dem Ende munter durchwechseln, denn unsere ersten Sieben waren platt." Zu diesem Zeitpunkt wackelten die zuvor recht guten Münzenberger bereits bedenklich. Denn nachdem Florian Großmann in der 43. Minute die Führung zum 25:20 besorgte, lief nicht mehr viel zusammen bei den Zeitz-Schützlingen. Zwar schafften Tim Langsdorf beim 26:22 und Lars Kneissl beim 27:24 (48.) wichtige Tore - so richtig souverän wirkte der Gast aber zu dieser Zeit nicht mehr.

"Plötzlich haben wir die Angriffe nicht mehr ruhig ausgespielt, sondern überhastet abgeschlossen. Wir haben den Breckenheimer Torwart, der zuvor nichts gehalten hat, angeschossen. Das war wirklich unglaublich. Die Fehler, die wir in solchen Phasen machen, lassen einem die Haare zu Berge stehen", tobte Grossmann. Nachdem die Breckenheimer vor 150 Zuschauern den Ausgleich zum 27:27 (51.) warfen, nahm Trainer Thomas Zeitz eine Auszeit. Ruhig spielen, nicht überhastet abschließen und die Nerven bewahren lautete das Credo des Trainers - seine Spieler befolgten es zunächst vorbildlich. Einen Tempogegenstoß versenkte Steffen Schubert in der 54. Minute zur 29:27-Führung, ehe der gleiche Spieler in Unterzahl zum 30:28 einwarf (56.).

Doch anstatt diesen Vorsprung über die Zeit zu retten, wurde die HSG unnötigerweise nervös und hastig. Die Konsequenz war bitter: die Gastgeber aus dem Wiesbadener Stadtteil sorgten binnen zweier Minuten für eine 31:30-Führung und erhöhten 60 Sekunden vor dem Ende nach einem Münzenberger Ballverlust in der Vorwärtsbewegung auf 32:30. "Diese Niederlage schmerzt ungemein. Wir hatten uns viel vorgenommen", meinte Grossmann.

Dass die HSG zweifelsohne wollte, zeigt die erste Halbzeit. Mit großem Zutrauen in die eigene Stärke und großer Motivation gingen die Münzenberger vor. Nach einem 1:5-Rückstand drehte die HSG auf und kam in der elften Minute durch einen Treffer von der Linksaußenposition von Steffen Schubert zum 7:5. Johannes Brückel markierte in Unterzahl das 10:7, ehe Kai-Uwe Ratz in der 24. Minute per Siebenmeter zum 14:13 einwarf. "Das Spiel war aus unserer Sicht in der ersten Halbzeit absolut in Ordnung. Auch der Beginn des zweiten Abschnitts ließ auf ein gutes Resultat hoffen", sagte Grossmann. Vor allem war positiv zu erwähnen, dass die HSG mit Christopher und Tobias Weiser sowie Marvin Müller drei Spieler aus der zweiten Mannschaft gut integrierte. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Spieler auch in der nächsten Saison in der Landesliga beweisen dürfen.

HSG Münzenberg/Gambach: Jens Langsdorf, Eckhard; Ratz (10/5), Brückel (4), Felix Großmann (3), Kneissl (1), Tobias Weiser (1), Florian Großmann (2), Christopher Weiser (1), Tim Langsdorf (3), Müller (1), Mandler, Mathes, Schubert (5).

Im Stenogramm - Zuschauer: 150. - Zeitstrafen: 10:14 Minuten. - Siebenmeter: 4/4:6/5.

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