Erstaunlich souverän

Das West-Quartett ist zum Endrunden-Auftakt der Eishockey-Oberliga seiner Favoritenstellung gerecht geworden. Kassel, Frankfurt und Duisburg feierten Kantersiege, und der EC Bad Nauheim löste in Halle, beim Ost-Meister, seine Aufgabe ganz locker.

Schon nach zehn Minuten hatten die Roten Teufel mit drei Treffern die Weichen zum 4:1 (3:1, 0:0, 1:0)-Erfolg gestellt, longierten die Saale Bullen mehr als eine halbe Stunde lang durch die Volksbank-Arena und konnten einen unterm Strich mehr als verdienten Erfolg feiern.

Bei den Roten Teufel stand etwas überraschend Jannik Striepeke auf dem Spielberichtsbogen. Die Roten Teufel hatten sich seine Spielberechtigung am Nachmittag bestätigen lassen, nachdem während der Woche noch unklar gewesen war, ob der Angreifer in dieser Partie eine Sperre abzusitzen habe.

Die Begegnung begann für die Roten Teufel mit einer Schrecksekunde. Nach nur 55 Sekunden übernahmen die Gastgeber mit einem umstrittenen Powerplay-Treffer durch Ex-Teufel Troy Bigam (hoher Stock) die Führung. Danach spielte bis weit in das zweite Drittel nur noch eine Mannschaft: der EC Bad Nauheim. Mit drei Toren binnen sechs Minuten (Harry Lange, 2./Mathias Baldys, 7./Tim May/9.) drehten die Wetterauer die Partie.

Spielerisch bemerkenswert leicht kamen die Roten Teufel durch die neutrale Zone, kontrollierten oder eroberten immer wieder die Scheibe im gegnerischen Drittel und kreierten Torchancen gegen Dustian Haloschan und James Johnson, der bereits nach neun Minuten zwischen die Pfosten kam. Beide MEC-Keeper gestatteten reichlich Rebounds, die allerdings nicht zur einer Vorentscheidung in einem unerwartet einseitigen ersten Abschnitt genutzt werden konnten. Die im Osten so erfolgsverwöhnten Bulls zeigten sich beeindruckt von der Qualität der Gäste, fanden zunächst überhaupt keine Bindung zum Spiel und liefen sich bei den seltenen strukturierten Vorstößen meist in Höhe der Blauen Linie der Roten Teufel fest.

Bad Nauheim hielt auch im zweiten Abschnitt das Heft stets in der Hand; basierend auf Zweikampfstärke und der individuell höheren Qualität im Kader. Immer wieder konnte Halle im MEC-Verteidigungsdrittel durch beharrliches Stören in Verlegenheiten gestürzt werden, einzig vor dem Tor fehlte jetzt ein wenig der Zug, die Konsequenz. Auf der anderen Seite nahmen Alexander Baum und Co ihrem Schlussmann Thomas Ower die meiste Arbeit ab. Im Schlussabschnitt überließen die Gäste den Schwarzen-Roten dann mehr und mehr die Spielfläche, konzentrierten sich darauf, vor dem eigenen Tor Gefahr zu unterbinden, ohne wirklich in Gefahr zu geraten.

Als Chris Stanley zehn Minuten vor Schluss einen erneuten Puckgewinn von Strauch im MEC-Drittel zu nutzen verstand, war der Sack zugeschnürt.

MEC Halle: Haloschan (ab 9. Johnson) – Sochan, Schmitz, Wunderlich, Sevo, Katzer, Köllner – Bigam, Kolozvary, Slanina, Schön, Masek, Schubert, Zille, Miklik, Thiede, Lupzig.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Ketter, Schreiber, Miller, Pietsch, Pöpel, Reckers – Oppolzer, Stanley, Schlicht, Strauch, Lange, Maaßen, Anderson, May, Baldys, Striepeke, Wex.

Tore: 1:0 (1.) Bigam (5-4), 1:1 (3.) Lange (Strauch), 1:2 (7.) Baldys (Anderson), 1:3 (9.) May (Striepeke), 1:4 (50.) Stanley (Strauch). – Strafminuten: Halle 4, Bad Nauheim 8. – Zuschauer: 1387.

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