Trainer Frank Ziegler geht beim SC Dortelweil in seine zweite Saison.
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Trainer Frank Ziegler geht beim SC Dortelweil in seine zweite Saison.

Saisonvorschau

Das Eröffnungsspiel als Richtungsanzeiger für den SC Dortelweil

  • Uwe Born
    vonUwe Born
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Mit dem Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga Süd hat es für den SC Dortelweil nicht geklappt - also geht es erneut in der Gruppenliga Frankfurt-West an den Start. Dort wird die Aufgabe nicht leichter.

Dass die Fußballer des SC Dortelweil auf dem Weg in die Verbandsliga Süd, wo der Klub unter Ex-Coach Markus Beierle in der Saison 2012/2013 schon einmal starten durfte, durch die Corona-Pandemie ausgebremst wurden, ist nicht zu bestreiten. Anfang März nach dem 2:1-Heimsieg über Vatanspor Bad Homburg in der Gruppenliga Frankfurt-West ziemlich ungefährdet hinter Meister Spvgg. 05 Oberrad auf Platz zwei rangierend, war plötzlich Schluss.

Auf die Relegationsrunde, die einem der Vizemeister aus den Gruppenligen Frankfurt-Ost, Frankfurt-West und Darmstadt den Sprung in die Verbandsliga beschert hätte, wurde auf Entschluss des Verbandes verzichtet - man wendete diesbezüglich die Quotienten-regel an - und zwar sehr zum Leidwesen der Mannschaft von Trainer Frank Ziegler, denn der SV Dersim Rüsselsheim lag in dieser Rechnung knapp vorne. "Schade", trauert Dortelweils Sportlicher Leiter Hans Wrage diesem Prozedere noch heute nach, "denn wir hätten den Sprung gewagt und bei der Zusammensetzung des künftigen Kaders personelle Optionen ziehen können, die auf der Gruppenliga-Bühne leider nicht greifen".

 SC Dortelweil: Abgänge verringern die Breite im Kader

Was hat sich getan? Nachdem feststand, dass der SCD eine Verbandsliga-Zukunft abschreiben konnte, musste man Kontakte zu Spielern, die lediglich im Falle eines Aufstiegs in den Bad Vilbeler Stadtteil gekommen wären, notgedrungen abbrechen. "Fußball ist halt kein Wunschkonzert", sagt Wrage. Was blieb, war ein eher moderater Umbau, wobei sich die Anzahl der Neuzugänge mit den Offensivkräften Marvin Strenger, Joshua Bell und Shahram Hashemi sowie Mittelfeldspieler Moritz Feiler vom Lokalrivalen FC Karben in engen Grenzen hielt. Dass nicht weniger als zehn Spieler den Verein verließen, klingt in diesem Zusammenhang gar nicht gut und lässt einen gewissen Personalengpass vermuten. "Klar, wir sind in der Breite nicht mehr so toll aufgestellt", sagt Julian Mistetzky. Der 25-Jährige ist nicht nur Abwehrchef, sondern auch Co-Trainer von Chefcoach Frank Ziegler. Beide arbeiten in der zweiten Saison Hand in Hand und haben den nicht zu unterschätzenden Vorteil, über eine eingespielte Truppe zu verfügen. Aber es gibt ein Problem.

Wie läuft die Vorbereitung? Von jenen 22 Spielern, die ursprünglich den Gruppenliga-Kader bildeten und ab dem 28. Juli wieder den regulären Trainingsbetrieb aufnehmen sollten, musste die sportliche Führung drei Cracks streichen: Den Südkoreaner Yungmin Lee, weil er in sein Heimatland zurückgekehrt ist, sowie Hendrik Schleibinger und Michael Herrmann, die aktuell verletzt fehlen und erst später voll einsteigen können. Die bislang absolvierten Testspiele brachten neben Siegen über den SSV Heilsberg (8:1), die SG Harheim (5:4) und die Sportfreunde Oberau (3:1) auch zwei Niederlagen gegen die höherklassigen Teams FV Bad Vilbel (1:3) und die Spvgg. 05 Oberrad (0:2). Für Julian Mistetzky wurde dabei deutlich: "Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen." Speziell das Umschaltspiel in der Rückwärtsbewegung müsse verbessert werden. Immerhin: "Es bleibt aber noch genügend Zeit, um diese Defizite abzustellen".

Wie lautet die Zielsetzung? "Angestrebt wird eine Position im oberen Tabellendrittel. Ein Platz unter den ersten sechs Mannschaften sollte es schon sein", erklärt Mistetzky. "Für ganz vorne wird es in der neuen Saison wohl nicht reichen", ergänzt Hans Wrage. Beide heben andere Vereine aufs Favoritenschild, wobei man neben der FG Seckbach, den Sportfreunden Friedrichsdorf und dem FC Anspach auch dem Wetterau-Rivalen SKV Beienheim eine ganze Menge zutraut. Eben deshalb sei, so Wrage, das Auftaktduell in Beienheim richtungsweisend: "Danach kann man erahnen, wohin für uns die Reise geht".

Das sagt der Trainer: "Wir sind in der Lage, mit verschiedenen taktischen Systemen zu operieren. Fakt ist aber auch: Der für die Offensive vorgesehene Marvin Strenger ist ein anderer Spielertyp als Andrei Dogot, auf den im Angriff unsere Spielweise zugeschnitten war. Dort müssen wir in Zukunft anders verfahren", sagt Julian Mistetzky. Im Übrigen wünscht er sich, dass mehr Spieler Führungsrollen übernehmen: "Uns fehlen quasi die Lautsprecher. Das betrifft alle Mannschaftsteile, also Abwehr, Mittelfeld und Angriff." Den Terminplan bezeichnet der Dortelweiler Co-Trainer als "knackig, aber attraktiv, weil gleich nach der Partie in Beienheim weitere Derbys gegen Aufsteiger FSG Burg-Gräfenrode und beim SV Gronau auf dem Programm stehen". Nicht weniger als 38 Pflichtspiele seien für Amateure ein hartes Brot, "aber diese außergewöhnliche Situation hat sich keiner ausgesucht. Da müssen alle durch".

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