Ernst kann "mit dem einen Punkt gut leben" Münzenberg holt Acht-Tore-Rückstand noch auf

(mam) Glücklicher Punktgewinn für den TV Petterweil: Vor heimischem Publikum kam der Handball-Landesligist am gestrigen Abend gegen die TSG Eddersheim zu einem 29:29 (14:14)-Unentschieden, nachdem er 90 Sekunden vor Schluss noch mit zwei Treffern in Rückstand gelegen hatte.

"Alles in allem ist dies ein gerechtes Unentschieden, wenn auch mit dem glücklicheren Ende für uns. Dass die Mannschaft nach dem 27:29-Rückstand noch einmal zurückgekommen ist, war aller Ehren wert. Denn Eddersheim hat schon wie der sichere Sieger ausgesehen", berichtet TVP-Coach Detlef Ernst über die Energieleistung seiner Mannschaft kurz vor Feierabend.

Eddersheim legte zu Spielbeginn zum 2:0 vor, ein Rückstand, dem der TVP rund 20 Minuten hinterherlief. In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit kämpfte der TVP sich dann heran, so dass beim Stande von 14:14 die Seiten gewechselt wurden.

Nach der Pause hatten die Petterweiler dann leichte Vorteile auf ihrer Seite und gingen zum 16:14 in Führung. Eddersheim egalisierte jedoch anschließend zum 18:18 und ging wenig später auch wieder in Führung - bis zum 29:27 in der 59. Minute. Petterweil glich dann zum 29:29 aus und hatte bei erneutem Ballbesitz sogar noch die Chance auf den Siegtreffer, doch die Gäste aus dem Hattersheimer Stadtteil ließen das Gegentor nicht mehr zu.

"Ich denke, wir können mit diesem Punkt ganz gut leben. Wir konnten heute nicht an die Leistung aus dem Spiel gegen Dilltal anknüpfen. Wir sind nie richtig in die Zweikämpfe gegangen und auch die Torhüter hatten nicht den besten Tag erwischt, so dass wir über weite Strecken des Spiels hinten gelegen haben. Die Eddersheimer haben uns wie erwartet das Leben sehr schwer gemacht. Von daher sind wir über das Unentschieden nicht enttäuscht", so Ernst.

Mit diesem Remis konnten die Petterweiler sich in der Tabelle der Handball-Landesliga Mitte sogar noch um einen Platz verbessern - mit 17:13 Punkten belegt der Aufsteiger nun den vierten Tabellenplatz.

TV Petterweil: Petrillo, Hägele; Führ (1) Kurpiella (1), Robus (2), Alexander Koch (5), Kunkel (3), Thorsten Koch (7), Jung (1), Peschke (6/2), Ruppert, Schneider (3), Rautschka, Lange.

Tore TSG Eddersheim: Andreas Pohle (8/3), Wernig (8), Matthias Pohle (4), Solbach (2), Bansemir (3), Fribolin (1), Schenk (3).

Im Stenogramm - Schiedsrichter: Rüspeler/Wächtershäuser. - Zeitstrafen: 6:12 Minuten. - Siebenmeter: 2/2 - 4/3. - Zuschauer: 300.

(jms) Phänomenal, wahnsinn, unglaublich, sensationell - all diese Superlative beschreiben die Moral des Handball-Landesligisten HSG Münzenberg/Gambach, der mittlerweile zu einem echten Spezialisten in Sachen Aufholjagd avanciert. Doch die Tatsache, dass die HSG immer wieder nahezu aussichtslos in Rückstand gerät und dann eine enorme Kraft aufwenden muss, um wieder ins Spiel zu finden, zeigt, dass die oben genannten Attribute nicht auf die Gesamtleistung der Truppe zutreffen. Denn auch bei der zuletzt schwächelnden HSG Hochheim/Wicker reichte es für die Burgenstädter trotz aller Bemühungen am Ende nur zu einem 27:27-Unentschieden, was der HSG in der Tabelle nur bedingt weiterhilft.

Vor allem in der Schlussphase erschien Münzenberg abgezockter und cleverer als der am Ende müde und unkonzentriert wirkende Gastgeber. In Unterzahl schaffte Florian Großmann per Siebenmeter den letzten Treffer des Spiels zum 27:27-Endstand. "Die Mannschaft hat wieder einmal eine tolle kämpferische Leistung hingelegt und sich dadurch den Punkt am Ende redlich verdient. Hochheim war am Ende unterlegen", resümierte Münzenbergs Mannschaftsbetreuer André Metzger, der der Punkteteilung somit auch etwas Gutes abgewinnen konnte.

Kein Wunder, lag die von einigen Fans unterstützte HSG doch eine Viertelstunde vor dem Ende einer interessanten Begegnung mit 16:24 zurück.

Kaum einer in der mit 100 Zuschauern besetzten Sporthalle an der Massenheimer Landstraße hätte zu diesem Zeitpunkt noch einen Pfifferling auf ein Comeback der Gäste gesetzt. Auch nicht die junge Hochheimer Truppe, die fortan fahrlässig und nachlässig mit den sich bietenden Chancen umging. Sicher auch, weil mit Manuel Eckhard ein starker Rückhalt im Tor die eine oder andere Möglichkeit mit Glanzparaden zunichte machte. Aber auch ein anderer, wesentlicher Aspekt trug zur Zufriedenheit bei der HSG bei, wie Metzger sagt: "Wir waren unheimlich diszipliniert gegenüber den Schiedsrichtern. Nur eine Zeitstrafe gegen uns sagt eigentlich alles."

Vor allem Rückraum-Ass Florian Großmann verdiente sich später ein Sonderlob. "Er hat wie immer ein sehr gutes Spiel abgeliefert", attestierte Metzger dem Topmann die Topleistung. Ein ganz besonderes Spiel war das Aufeinandertreffen mit dem Tabellen-Fünften für den jungen Timo Metzger. In seinem ersten Einsatz gelang dem hoffnungsvollen Talent gleich ein Treffer. Besser hätte der Einstand nicht verlaufen können.

Doch auch Metzger musste erst einmal mit ansehen, wie seine Mannschaftskollegen förmlich überrumpelt wurden. Nachdem Müller in der 14. Minute Hochheim mit 6:4 in Führung brachte, schaffte die HSG durch Florian Großmann das 7:7. Tim Langsdorf konnte vor der Pause noch auf 11:13 verkürzen, ehe Matthias Ochs vom Kreis aus das 14:11 für die Gastgeber markierte und somit den Halbzeitstand herstellte. Nach der besagten Führung mit acht Toren der HSG Hochheim/Wicker stellte der Treffer zum 23:25 (51.) einen ganz wichtigen dar. Björn Mathes zeichnete sich für diesen verantwortlich und läutete damit die heiße Phase ein, die am Ende zumindest mit einem Teilerfolg abgeschlossen wurde.

Für die HSG steht am kommenden Wochenende eine weitere Herausforderung ins Haus. Am kommenden Samstag kommt ab 19.30 Uhr der VfL Goldstein in die Münzenberger Sporthalle.

HSG Münzenberg/Gambach: Manuel Eckhard, Jens Langsdorf; Kai-Uwe Ratz (5), Timo Metzger (1), Sebastian Hitzel (4), Florian Großmann (8/4), Tobias Zeiß (2), Tim Langsdorf (1), Björn Mandler (2), Steffen Schubert (1), Björn Mathes (3).

Im Stenogramm - Schiedsrichter: Mack/Nicolai (TV Gelnhausen). - Zuschauer: 100. - Zeitstrafen: 8:2 Minuten. - Siebenmeter: 1/1:5/4.

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